Passives Einkommen generieren – wie realistisch ist das wirklich?

Zeit ist Geld?

Vor einiger Zeit hielt ich einen kurzen Vortrag vor einer Gruppe Jugendlicher (nein, nicht in der Schule).

Das Thema: Zeit und Geld

Mir war wirklich kein besserer Titel eingefallen.

Unter anderem ging es mir dabei darum, die Vorzüge des passiven Einkommens zu erklären. Dadurch, dass das Geld auch dann auf mein Konto fließt, wenn ich gerade nicht arbeite, habe ich mehr Zeit für die Dinge, die mir im Leben wichtig sind.

Ich erklärte die verschiedenen Möglichkeiten, passives Einkommen zu generieren und ermutigte sie, es ein mal auszuprobieren.

Am Ende gab es noch die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Der allgemeine Tenor dieser Fragen lautete dann ungefähr so: „Naja, klingt ja ganz nett, was du da erzählst, aber realistisch ist das nicht wirklich. Wenn ich ein Buch schreibe, muss es schon ein Bestseller werden, wenn ich damit passives Einkommen generieren möchte.“

Ich konnte die Skepsis im Raum förmlich spüren. Klingt in der Theorie alles schön und gut, aber wirklich umsetzbar ist es nicht.

Möglicherweise geht’s dir ähnlich.

Der Begriff „passives Einkommen“ ist dir geläufig, aber so richtig daran glauben kannst du nicht.

Deswegen will ich in diesem Beitrag anhand verschiedener Strategien aufzeigen, wie realistisch es ist, passives Einkommen zu generieren und welche eigenen Erfahrungen ich bisher damit gemacht habe.

Was ist passives Einkommen?

Die meisten Menschen beziehen monatlich ein aktives Einkommen. Das heißt, sie gehen einer bestimmten Arbeit nach (als Angestellte oder Selbständige), für die sie bezahlt werden.

In den meisten Fällen wird man nach der Arbeitszeit bezahlt, man bekommt also einen Stundenlohn. Je mehr Stunden pro Woche man arbeitet, desto mehr verdient man. Man muss also nicht zwingend produktiv sein:

Der Fokus liegt auf der Anwesenheit am Arbeitsplatz und nicht auf dem Output, der dabei herauskommt.

Andere wiederum werden nach ihrer geleisteten Arbeit bezahlt. In dieser Variante geht es also eher um das Resultat und weniger um die Zeit, die notwendig war, um dieses zu erzielen.

Dadurch soll der Arbeiter dazu motiviert werden, schneller und effizienter zu arbeiten. Denn dann hat er mehr Freizeit zur Verfügung.

Letztendlich haben beide Varianten allerdings einen entscheidenden Schwachpunkt:

So bald du mit dem Arbeiten aufhörst, beziehst du kein Einkommen mehr.

Ganz anders funktioniert das beim passiven Einkommen.

Hier kannst du, auch noch lange nachdem du aufgehört hast zu arbeiten, weiter bezahlt werden.

Das heißt natürlich nicht, dass du nicht dafür arbeiten musst. Meistens ist es sogar so, dass man für passives Einkommen erst mal härter schuften muss als für das aktive.

Also nichts für Faule 😉

Und nichts für solche, die schnell reich werden wollen.

Aber eine gute Strategie, wenn du bereit bist, eine Zeit lang hart dafür zu arbeiten, dass du dann dauerhaft einen regelmäßigen Cashflow hast.

Was ist also passives Einkommen?

Wenn dein Einkommen nicht an deine Arbeitszeit oder deinen derzeitigen Arbeitsaufwand gekoppelt ist, bezeichnet man dies als passives Einkommen.

Wie realistisch ist es, ein solches Einkommen zu generieren?

Schauen wir uns dazu mal ein paar Beispiele an.

So generierst du passives Einkommen

Grundsätzlich unterscheide ich immer zwischen passivem Einkommen mit Hilfe von Geldanlagen und solches, für das ich arbeiten muss.

In diesem Artikel bin ich darauf kurz eingegangen.

Die einfachste Art passives Einkommen zu generieren ist…

1) Die Geldanlage

Einfach, weil du lediglich dein bereits verdientes Geld investieren musst. Den Rest erledigt dann die Zeit und der Zinseszins.

Einkommen generierst du hier durch die Dividenden bzw. Ausschüttungen bei ETFs (oder auch Aktien) und durch die Zinsen bei P2P-Krediten.

In der Seitenleiste rechts kannst du mein passives Einkommen durch P2P-Kredite (zur Zeit Auxmoney und Mintos) mitverfolgen. Das aktualisiere ich immer ein mal im Monat.

Seit diesem Jahr setze ich auch auf ausschüttende ETFs. Was dann dabei herauskommt, wirst du bald ebenfalls in der Seitenleiste sehen können.

Passives Einkommen durch meine Geldanlagen ist für mich wirklich passiv. Ich muss dafür gar nichts tun.

Bei allen nachfolgenden Strategien ist das nicht der Fall.

Per Geldanlage zu passivem Einkommen: sehr realistisch

2) Vermietungen (Auto, Zimmer, ganze Wohnung…)

Jeder von uns besitzt schon Dinge, die er nicht ständig braucht und teilweise sogar selten bis gar nicht benutzt.

Dank des Internets und der sogenannten Sharing Economy können diese Dinge heute ganz einfach vermietet werden.

Du hast ein Auto, das öfter mal ungenutzt in der Einfahrt steht? Dann kannst du es per Carsharing vermieten (z.B. über Drivy) und damit passives Einkommen generieren.

Du hast in deiner Wohnung ein oder mehrere Zimmer, die du nicht brauchst? Diese kannst du mit Hilfe der Plattform Airbnb an Gäste aus aller Welt kurzfristig vermieten.

Dass du sogar mit einem nicht genutzten Kellerraum Einkommen generieren kannst, zeigt die Geschichte von Vincent von Freaky Finance.

Selbst wenn es nur eine Bohrmaschine ist, die 360 Tage im Jahr ungenutzt im Keller liegt: über das Portal mietmeile.de könntest du sie vermieten.

Ich habe mich bisher nur in der Theorie mit diesen Möglichkeiten beschäftigt, möchte das aber in Zukunft auf jeden Fall mal testen. Meine Erfahrungen werde ich dann natürlich hier auf Finanziell Fit beschreiben und an dieser Stelle den entsprechenden Artikel verlinken.

Per Vermietung zum passiven Einkommen: sehr realistisch, wenn man ungenutzte Sachgegenstände oder Räume besitzt.

Passives Einkommen per Zimmervermietung - dank Airbnb

3) Affiliate Marketing

Wenn du jemand anderem ein Produkt oder eine Dienstleistung empfiehlst, er sich tatsächlich dafür entscheidet und es kauft, bekommst du eine Provision (ohne, dass der Kunde mehr zahlen musste).

So funktioniert das sogenannte Affiliate Marketing.

Dafür brauchst du heutzutage noch nicht mal eine eigene Webseite. Manche machen das nur über ihre diversen Social Media Kanäle.

Als Blogger kann ich diese Strategie nutzen und zumindest ein wenig für meine Mühe entlohnt werden. Somit muss niemand dafür zahlen, meine Beiträge lesen zu dürfen und ich muss keine lästige Werbung in meinen Blog integrieren.

Eine Win-Win Situation, oder? 😉

Affiliate Marketing ist deswegen „passiv“, weil ich den entsprechenden Link nur ein mal hier einfügen muss und dieser dann laufend für mich „arbeitet“.

Es soll ja Leute geben, die nur mit dieser einen Strategie reich geworden sind, aber das kann ich bisher noch nicht bestätigen 😉

Bei mir sind es momentan so um die 10 bis 15 Euro im Monat. Ich habe mir für 2018 vorgenommen, diese Zahl auf mindestens 100 Euro monatlich zu steigern.

Spätestens gegen Ende des Jahres werde ich dann auflösen, ob ich es geschafft habe.

Per Affiliate Marketing zu passivem Einkommen: realistisch, aber zunächst mit Arbeit verbunden.

4) Bücher schreiben

Diese Form des passiven Einkommens ist sicherlich nicht für jeden geeignet.

Aber wenn du schon immer gerne geschrieben hast und dafür eine Begabung hast, dann könnte das für dich eine Möglichkeit sein, passives Einkommen zu erwirtschaften.

Das Buch wird ein Mal geschrieben und kann anschließend immer wieder verkauft werden.

Natürlich sollte das alles im Vorhinein gut geplant sein:

  • Was ist meine Zielgruppe?
  • Schreibe ich Romane oder Sachbücher?
  • Was ist meine Marketingstrategie?

Ich habe bisher noch keine Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt, kann dir also keine konkreten Tipps geben.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Ganze sich erst dann richtig lohnt, wenn man mehrere Bücher geschrieben hat und diese immer wieder verkauft.

Per Buch-Autor zum passiven Einkommen: realistisch, aber nur für manche geeignet.

5) Deine Kunst verkaufen (Musik, Fotos)

Wenn du anderweitig künstlerisch begabt bist, hast du ebenfalls die Möglichkeit passives Einkommen zu generieren.

Als Fotograf kannst du deine Bilder über Plattformen wie Shutterstock verkaufen, als Musiker deine Songs über Spotify, iTunes, Amazon und viele weitere Shops.

Auch hier musst du natürlich sowohl Masse als auch Klasse produzieren, wenn du einen stetigen Einkommensstrom generieren willst.

Ich war zum Beispiel vor vielen Jahren Mitglied einer Gesangsgruppe. Im Laufe von ein paar Jahren haben wir 3 Alben aufgenommen.

Das letzte Album wurde vor mehr als 10 Jahren veröffentlicht, aber dank der bereits erwähnten Plattformen (iTunes und Co.) haben wir immer noch ein – zugegebenermaßen sehr niedriges – monatliches passives Einkommen.

Und wir hatten keine sonderlich große Fan-Gemeinde.

Falls du Musiker bist und dich das Thema interessiert, kannst du dir mal diese Seite näher anschauen.

Mit deiner Kunst zum passiven Einkommen: realistisch, aber nur mit entsprechender Qualität und Quantität.

Dein Kunst ist bares Geld wert

6) Online-Kurse

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf eine sehr lukrative Möglichkeit passives Einkommen zu generieren eingehen:

Der Online-Kurs, auch digitales Infoprodukt genannt.

Dabei erstellst du einen Video-Kurs zu einem Thema, in dem du dich gut auskennst und verkaufst diesen anschließend automatisiert über das Internet. Da du dabei kein physisches Produkt verkaufst, musst du nichts bei dir zu Hause lagern und auch nicht ständig zur Post rennen.

Klingt natürlich sehr verlockend, ist aber vor allem zu Beginn mit sehr viel Arbeit und auch finanziellen Investitionen verbunden.

Wie bei einem richtigen Unternehmen eben.

Einige, die das Ganze sehr professionell aufziehen, haben dadurch schon ihren Job an den Nagel hängen können und leben sehr gut davon. Der in Deutschland bekannteste ist wahrscheinlich Kris Stelljes.

Wie du ein solches digitales Infoprodukt erstellst, wird hier ganz gut erklärt.

Eigene Erfahrungen habe ich mit dieser Strategie noch nicht gemacht.

Per eigenem Online-Kurs zu passivem Einkommen: realistisch, aber mit sehr viel Arbeit und Investitionen im Voraus verbunden.

Fazit

Wie realistisch ist es also, passives Einkommen zu generieren?

Ich würde sagen, durchaus realistisch, wenn man weiß, was man tut. Man wird mit Sicherheit damit nicht über Nacht reich und ohne einigen Arbeitseinsatz geht es auch nicht (außer bei der Geldanlage vielleicht).

Wenn du vom passiven Einkommen leben möchtest, musst du das Ganze natürlich noch mal auf einem höheren Niveau betreiben.

Am besten, in dem du dich zunächst auf eine der oben genannten Strategien konzentrierst und sie für dich perfektionierst. Sobald du sie dann automatisiert hast und das Einkommen wirklich passiv ist, kannst du zur nächsten Strategie übergehen.

Bis du dir so viele Einkommensströme aufgebaut hast, dass es nicht groß stören würde, wenn einer davon versickert.

Mein Tipp: Fang mit der Geldanlage an.

Das ist am unkompliziertesten, erfordert wenig Arbeitsaufwand und lässt sich auch recht einfach automatisieren.

Welche Erfahrungen mit passivem Einkommen hast du schon gemacht?

Welche der genannten Strategien spricht dich am ehesten an?

 

9 Replies to “Passives Einkommen generieren – wie realistisch ist das wirklich?”

  1. Hi Carsten,

    wie versprochen habe ich mir den Artikel gleich durchgelesen 🙂
    Und ich muss sagen, ich bin begeistert.

    Das ist ein schöner Artikel zum Thema passives Einkommen. Und du hast die geläufigsten Arten wunderbar aufgezeigt.

    Wie sieht es eigentlich mit vermieteten Immobilien an sich aus? Ja, sie erfordern auch Arbeit. Aber wenn du eine Hausverwaltung einschaltest kannst du die Arbeit auch Großteils abgeben. Somit wäre das ja auch passiv 🙂

    VG

    Björn

    1. Hi Björn,

      Danke für deinen Kommentar.
      Ja, klar gehören Immobilien auch dazu. Das fällt dann unter Punkt 2 „Vermietungen“. Ich hab im Artikel halt eher die kleineren Sachen betont, die man vermieten kann…. um aufzuzeigen, dass es eigentlich jeder machen kann.

      Sich extra eine Immobilie zu kaufen, um sie zu vermieten, ist ja dann doch noch mal eine größere Hausnummer 😉

      Schöne Grüße,
      Carsten

  2. Hallo Carsten,

    ich bin im Normalfall ein Kritiker des Begriffes passives Einkommen. Bei Geldanlagen stimme ich Dir vollkommen zu, bei mir ist es in dieser Hinsicht auch nicht anders: Einmal investiert arbeitet das Geld für mich und ich muss keinen Finger mehr krumm machen. Das ist natürlich das tolle an Buy-and-hold 🙂

    Bei allen anderen Punkten wie Affiliate, Vermietung, Büchererstellung etc. muss man meiner Meinung nach ganz klar unterscheiden: Wenn ich einen Blog aufbaue, Links einbinde und meine eBooks darüber vertreiben möchte und mich dann aus allem rausnehme passiert folgendes: Das mag vielleicht für eine Weile funktionieren, nach einer gewissen Dauer wird der Blog allerdings ungepflegt, es erscheinen keine neuen Artikel, man verliert Leser, die Google Rankings verschlechtern sich wieder und schließlich klickt niemand mehr auf die Links oder kauft ein eBook.
    Wenn man dieses Einkommen allerdings nicht vollkommen passiv generieren möchte, kann man auch mit wenig Aufwand sehr viel davon haben. Dann schreibt man vielleicht jeden Monat einen Beitrag, beantwortet die Kommentare und schaut, dass die Seite weiterhin gepflegt ist. Dann kann man denke ich schon von einem beinahe passiven Einkommen sprechen. Dadurch, dass man auf Dauer nur noch wesentlich weniger machen muss, ist das ganze natürlich sehr schön skalierbar und es entsteht tatsächlich so etwas wie passives Einkommen. 🙂

    Ich bin bei diesem Begriff immer ein wenig zwiegespalten..

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

    1. Hi Depotstudent,

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Wahrscheinlich müsste sich tatsächlich mal jemand hinsetzten und einen neuen Begriff erfinden. 😉
      Das Wort „passiv“ verleitet natürlich schon dazu, zu denken, dass es ohne großen Aufwand passiert. Jeder, der es schon mal probiert hat, weiß, dass das nicht stimmt.
      Das hab ich ja auch versucht im Artikel aufzuzeigen.
      Allerdings glaube ich schon, dass man mit der Zeit Systeme aufbauen kann, die das Ganze sehr passiv werden lassen.
      Eben auch durch die von dir erwähnte Skalierbarkeit.

      Schöne Grüße,
      Carsten

    1. Hi Vincent,
      Ja, das stimmt schon. Der Begriff „passiv“ ist sicherlich nicht der optimalste.
      Hast du mal bei dir was zum Thema „Einkommen aus Vermietung“ geschrieben? Dann könnte ich das noch im Artikel verlinken.

      Ansonsten danke für den Link zur Blogparade!

      Viele Grüße,
      Carsten

      1. Moin Carsten,
        ich habe eine ganze Kategeorie „Immobilien“. Da geht es unter anderem auch um die Vermietung. Hier kann ich den Gastartikel von „Vermiete dich reich“ empfehlen: https://www.freakyfinance.net/2017/03/20/altersvorsorge-mit-immobilien/
        Darin erklärt Chris wie man sich sofort einen stetigen Cashflow mit Immobilien aufbaut, der später auch noch einen Teil der „Rente“ ausmacht. Ich selber habe berichtet wie ich mit der separaten Vermietung eines Kellerraumes einen zusätzlichen monatlichen Cashflow generiere: https://www.freakyfinance.net/mach-deinen-keller-zu-geld/

        Zwar nicht mit Vermietung aber auch mit Immobilien zu tun hat der Artikel https://www.freakyfinance.net/2017/03/16/genossenschaftsanteile-als-risikoarme-anlagem%C3%B6glichkeit/
        Der hat heute Geburtstag, ist einer meiner beliebtesten Artikel und hier erhält man wirklich quasi passives Einkommen und das auch noch relativ sicher.

        Beste Grüße
        Vincent

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