Zeit ist Geld – die erstaunliche Kraft des Zinseszins

Jeder kennt den Spruch: Zeit ist Geld.

Meistens benutzen ihn überaus gestresste und getriebene Wesen, die keine Zeit mehr für Familie, Freunde und andere wesentliche Dinge im Leben haben, weil sie zu beschäftigt sind damit, Geld zu verdienen.

Jede Minute zählt. Essen wird herunter geschlungen, Schlaf wird als lästige Unterbrechung der Arbeit empfunden und das Leben wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Zu einer Art ewigem Sprint.

Ich nehme an, daran hast du kein Interesse, oder? Gut, denn sonst wärst du hier falsch.

Wenn ich „Zeit ist Geld“ sage, meine ich damit nämlich ganz was anderes.

Der wichtigste Faktor beim Moneybuilding ist Zeit.

Das leuchtet eigentlich sofort ein, denn wer systematisch spart, hat nach einem Jahr natürlich mehr Geld als nach einem Monat und nach 10 Jahren wesentlich mehr als nach 5 Jahren.

Zinseszins – Der Energy-Drink für dein Geld

Doch der Faktor Zeit spielt nicht nur beim Sparen eine wichtige Rolle, er ist auch beim intelligenten Investieren von enormer Bedeutung.

Wahrscheinlich hast du schon mal etwas vom sogenannten Zinseszins Effekt gehört. Wenn du Schulden hast, sorgt er dafür, dass deine Schulden immer größer werden, wenn du sie nicht zurückzahlst.

Wenn du aber Erspartes hast, sorgt er dafür, dass dein Vermögen wächst – und zwar exponentiell.

Was das konkret bedeutet, lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen.

Wir nehmen an Paul ist ein 25-jähriger Berufseinsteiger, der gerade anfängt, ein regelmäßiges Einkommen zu erwirtschaften. Da er sich schon während seines Studiums finanziell fit gemacht hat, weiß er bereits, dass er jeden Monat einen Teil seines Einkommens zur Seite legen sollte.

Er beschließt monatlich 100 € zu sparen. Nun hat er die Möglichkeit, das Geld einfach auf seinem Girokonto liegen zu lassen, wo er so gut wie keine Zinsen bekommen wird.

Er könnte aber auch das Geld auf ein Tagesgeldkonto* überweisen, wo er vielleicht 1% Zinsen pro Jahr bekommen wird.

Oder er folgt meiner Investment-Strategie hier auf Finanziell Fit und hat eine durchschnittliche Rendite von 5% im Jahr.

In der Tabelle können wir gut sehen, was in den drei Szenarien jeweils mit seinem Geld passiert.

Zeit ist Geld - Teil1

Wenn er sein Geld auf dem Girokonto liegen lässt, hat er nach 25 Jahren immerhin 30.000 € angespart. Dabei hat er nichts anderes gemacht, als jeden Monat ein bisschen Geld auf die Seit zu legen. Nicht schlecht.

Wenn er diese 100 € monatlich auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto* oder Festgeldkonto einzahlt, kommt er am Ende jedoch auf 4.000 € mehr. Dafür kann er sich immerhin einen schönen Urlaub mit seiner Frau zusammen gönnen.

Aber so richtig lohnt sich der Zinseszinseffekt erst ab einer jährlichen Rendite von mindestens 5 %. Bei dieser Variante hat er fast 60.000 € zusammenbekommen, womit er sein Erspartes fast verdoppelt hat. Und das ohne etwas dafür zu tun.

10 Jahre später wären es dann bei 5 % Rendite bereits über 110.000 €, womit er sein Geld fast schon wieder verdoppelt hat.

Ohne Zinsen hätte er zu diesem Zeitpunkt lediglich 42.000 € angespart, ein Unterschied von fast 70.000 €.

In der folgenden Grafik kann man den Unterschied noch mal gut erkennen.

Zinseszins mit exponentiellem Wachstum

Die blaue Kurve ist das lineare Wachstum bei einer 0% Verzinsung, die gelbe ist das exponentielle Wachstum dank Zinseszinseffekt.

Erste Erkenntnis: Zeit ist Geld, vor allem wenn man mindestens 5% Rendite erreicht.

Fang früh an – und zwar jetzt

Ein weiterer wichtiger Punkt ist nämlich der Anfangszeitpunkt.

Nehmen wir an, Paul hat einen Zwillingsbruder, wir nennen ihn Peter. Peter hat sich in seiner Jugend nicht wirklich um finanzielle Fitness bemüht, er wollte lieber sein Leben genießen und hat immer alles ausgegeben, was er zur Verfügung hatte.

Mit Mitte dreißig kommt er aber nun doch langsam zur Ruhe und will sich mehr um seine Finanzen kümmern. Sein Bruder gibt ihm den Tipp mit den 100 € monatlich, was er sofort anfängt umzusetzen.

Den Vorsprung seines Bruders kann er aber nicht mehr wettmachen, wie die Tabelle zeigt.

Zeit ist Geld - Teil2

Im Alter von 50 Jahren hat einer der beiden Brüder, nämlich Paul, mehr als doppelt so viel Vermögen als sein Bruder Peter.

Und das obwohl sie gleich viel Geld auf die Seite gelegt haben und die gleiche Rendite erzielt haben.

Der einzige, und entscheidende Unterschied, ist der Anfangszeitpunkt.

Zweite Erkenntnis: Zeit ist Geld, vor allem wenn man früh genug mit systematischem Sparen und intelligentem Investieren anfängt.

Ich würde dir jetzt gerne erzählen, dass ich natürlich seit vielen Jahren dem Beispiel von Paul folge und auf dem besten Weg bin, finanziell frei zu sein.

Doch das wäre gelogen.

Die Erkenntnis, dass Zeit Geld ist, wenn man früh genug mit Moneybuilding anfängt und dabei mindestens 5% Rendite auf seine Investitionen bekommt, hab ich leider erst vor wenigen Jahren gewonnen.

Somit bin ich eher der Peter, der hinterher hinkt, ohne die Hoffnung zu haben meinen reicheren Bruder noch einholen zu können.

Damit dir nicht das Gleiche passiert, schreibe ich diese Zeilen, betreibe diese Seite, helfe dir, finanziell fit zu werden!

Tu mir den Gefallen und mach es besser als ich: Sei Paul.

Besser spät als nie

Doch es gibt noch eine gute Nachricht für alle Peters unter uns. Wer das Prinzip „Zeit = Geld“ richtig verstanden hat, wird auch bemerkt haben, dass es noch eine Variable gibt, über die wir noch gar nicht gesprochen haben.

Das eine ist der Anfangszeitpunkt, den können wir nicht mehr ändern. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, um mit achtzehn mit dem Moneybuilding anzufangen.

Das andere ist die Rendite von 5%, die auch nicht so einfach zu toppen ist (zumindest auf Dauer).

Aber da war doch noch was….

Richtig. Die Höhe der Sparrate!

Wer sagt denn, dass wir nur 100 Euro im Monat investieren dürfen? Wieso nicht 200? 300? Oder vielleicht sogar 500?

Eine wichtige Regel des Moneybuildings ist das 80/20 – Prinzip.

Lebe von 80% deines Nettoeinkommens und spare bzw. investiere die restlichen 20%.

Bei einem Nettogehalt von 2000 Euro wären das dann schon 400 Euro.

Das Ergebnis?

Wenn Peter monatlich 400 Euro investieren würde, hätte er im Alter von 50 Jahren – denk dran, wir gehen davon aus, dass er erst mit 35 anfängt – über 100.000 Euro an Vermögen aufgebaut, fast doppelt so viel wie sein Bruder Paul.

Wer zuletzt lacht und so. Du weißt Bescheid.

Denk daher dran: selbst wenn du eigentlich viel zu spät mit dem Moneybuilding anfängst – es liegt in deiner Hand, was du daraus machst und wie viel du trotzdem noch herausholst.

Weil du es dir selber beweisen willst.

Weil du eine Jetzt-erst-recht-Einstellung hast.

Und weil du „Paul“ noch einholen willst. Oder sogar überholen. Wer wünscht sich denn nicht, seinen Bruder bei einem Wettkampf zu schlagen? 😉

Du entscheidest.

Fazit

Zeit ist Geld. Und das hat absolut nichts mit hastigem Essen und Schlafmangel zu tun.

Sondern mit ganz viel Geduld – langfristig sparen und die Kraft des Zinseszins nutzen.

Außerdem hat es mit systematischem Sparen zu tun – jeden Monat mindestens 10% (20% wäre besser) des Einkommens auf die Seite zu legen.

Und schlussendlich muss man auch intelligent investieren, um eine Rendite von mindestens 5% im Jahr zu erreichen.

Mach den ersten Schritt, und nimm dir noch heute vor, Paul einzuholen 😉

P.S. Schreib mir in die Kommentare, ob du Paul oder Peter bist!

3 Antworten auf „Zeit ist Geld – die erstaunliche Kraft des Zinseszins“

  1. Hi carsten,

    ja monatlich 200€ per Sparplan in ETF´s , und ich spare bis ich 1000€ zusammen habe, und kaufe mir davon dann Aktien.
    Nächste Investition wird ein Reit sein.

  2. Hallo,

    sehr schöner Artikel. Dein Blog gefällt mir. Gleich mal in der Favoritenliste gespeichert.
    Ich bin auch ehr der Peter. Habe mit derm investieren auch erst mit 33 Jahren angefangen, also vor gut einem jahr.
    Aber man staune was man so in der Zeit gespart hat,welches in wohl ausgegeben hätte. Es wird jedefalls monatlich weiter gespart in Aktien/ETF´S.

    1. Hallo Mathias,
      Vielen Dank für den netten Kommentar! Ja, wenn man mal anfängt, kann es echt schnell gehen. Super, dass du jetzt auch investierst. Das klingt bei dir nach ETF-Sparplan, oder? 😉

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