Dein Geld ist nur eine Zahl – und jetzt?

Dein Geld ist nur eine Zahl - Titelfoto

Ich weiß, es ist möglicherweise schwer zu glauben.

Aber es ist tatsächlich so:

Dein Geld ist nur eine Zahl auf einem Bildschirm.

Oder auf einem Stück Papier.  Also eigentlich nicht viel Wert.

Doch das war nicht immer so…

Im August des Jahres 1971 trat der damalige US-Präsident Richard Nixon vor die Fernsehkameras und verkündete Ungeheuerliches:

„Ich habe Finanzminister Connally angewiesen, vorübergehend die Konvertibilität des Dollar in Gold oder andere Reservemittel auszusetzen…“

Ungeheuerlich, weil bis dato der Dollar an Gold gekoppelt gewesen war, der sogenannte Goldstandard. Das bedeutete, dass für jeden Dollarschein, der im Umlauf war, ein entsprechender Gegenwert in Gold existierte.

Somit konnte man davon ausgehen, dass das eigene Geld durch einen tatsächlichen Wert (in Form von Gold) abgedeckt war.

Doch damit war nun Schluss…

Aber spulen wir zunächst ganz weit zurück, zu den Anfängen des Geldes.

Der Tauschhandel – wie alles begann

Am Anfang stand der klassische Tauschhandel: Du hattest eine Ziege, die ich wollte. Ich stellte geflochtene Körbe her, die du ganz praktisch fandest.

Also wurde Ziege gegen Körbe getauscht (vielleicht im Verhältnis 1:3 oder so).

Irgendwann wurde das System aber unpraktisch, denn ich brauchte immer noch regelmäßig Ziegen, um meinen Bedarf an Nahrung zu decken. Aber du hattest irgendwann genügend Körbe.

Somit konnte ich mir deine Ziegen nicht mehr leisten.

Es musste ein Gegenstand her, der keinen unmittelbaren Nutzen, dafür aber einen intrinsischen Wert hatte.

So entstand das sogenannte Naturalgeld:

Zu Beginn waren das z.B. spezielle Muscheln, Mineralien oder sogar Kakaobohnen, später dann Gold.

Jeder wusste, dass es sich hierbei um Gegenstände handelt, die einen Wert aus sich selbst heraus besaßen.

Doch auch das wurde irgendwann unpraktisch, denn Naturalgeld war oftmals schwer und kompliziert zu transportieren oder auch leicht verderblich, wenn es länger gelagert werden sollte.

Es musste also wieder ein neues System her.

Das Münz- und Papiergeld – die Revolution

Man erfand das Münzgeld. Kleine, runde metallische Gegenstände, auf die man direkt den jeweiligen Wert der Münze einprägen konnte.

Münzen waren in der Regel kleiner, leichter und haltbarer also das Naturalgeld. Somit waren sie auch viel praktischer zum transportieren und ließen sich viel unkomplizierter zählen und lagern.

Schließlich kamen noch Banknoten hinzu, die noch leichter als Münzen waren.

Doch bereits hier passierte etwas Entscheidendes:

Das Geld verlor zum ersten Mal seinen intrinsischen Wert.

Die Geldscheine waren zwar durch Münzgeld gedeckt, der Papierschein an sich aber nicht viel wert.

Das ging einige Zeit lang gut, doch dann kam eben jener August 1971.

Fiat-Geld – Vertrauen ist gut…

Heute hat unser Geld so gut wie keinen intrinsischen Wert mehr und ist nicht durch entsprechende Goldreserven gedeckt.

Dieses sogenannte Fiat-Geld basiert auf Vertrauen, denn es ist ein Geld aus dem Nichts. Die Regierung bzw. die Notenbank entscheidet, dass dieses Geld jetzt einen Wert hat.

Dabei müssen sie das Geld nicht mal mehr drucken, sie müssen lediglich eine Zahl auf dem Bildschirm verändern.

Mit anderen Worten:

Dein Geld ist nur eine Zahl auf deinem Bildschirm.

Es existiert eigentlich nur auf dem Papier. Und somit ist die Grundlage unseres heutigen Wirtschaftssystems Vertrauen.

Eigentlich ungeheuerlich, oder?

Stell dir vor deine Handelspartner glauben aus irgendeinem Grund nicht mehr an den Wert des Geldes, mit dem du sie bezahlen willst.

Was würdest du tun?

Doch damit nicht genug.

Ballonfahrt

Die Inflation – schlimmer geht immer

Dein Geld verliert ständig an Wert, vor allem dann, wenn du es nicht nutzt.

Der Grund dafür? Die Inflation.

Das Wort kommt aus dem Lateinischen „inflare“, was soviel wie aufblähen bedeutet.

Bei der Inflation wird also die Geldmenge, die im Umlauf ist, vom Staat „aufgebläht“ – mit anderen Worten: die Notenbanken drucken Geld.

Eine universelle Regel besagt, dass der Wert einer Sache abnimmt, je mehr davon vorhanden ist.

Übersetzt heißt das:

Je mehr Geld im Umlauf ist, desto weniger ist der einzelne Euro wert.

Warum finden die Regierungen dieser Welt Inflation gut? Ganz einfach: weil sie hoch verschuldet sind.

Durch die Inflation wird ihre Schuldenlast geringer. Sie haben also gar kein Interesse daran, diese so niedrig wie möglich zu halten.

Ist Sicherheit eine Illusion?

Klingt irgendwie alles ziemlich deprimierend, oder?

Macht es da überhaupt noch Sinn Geld zu sparen? Es wäre doch viel besser das Geld auszugeben, solange es noch mehr Wert hat.

Ja und nein.

Natürlich ist es besser, das Geld auszugeben als es unter die Matratze zu stecken, wo es nur an Wert verliert und keinen Nutzen bringt.

Das Problem ist aber eher ein anderes:

Wir geben den Banken häufig unsere Ersparnisse (z.B. Sparbuch, Tagesgeld), weil wir glauben dass es da sicher ist!

Aber Sicherheit ist letztlich eine Illusion. Dein Geld ist nie vollkommen sicher. Auch nicht bei der Bank (manche würden sogar sagen: erst Recht nicht bei der Bank).

Denn was machen die mit deinem Geld?

Sie investieren es in den internationalen Aktienmarkt. In Aktien, Anleihen, Fonds, etc.

Weißt du, wie man diese Produkte sonst noch nennt?

Wertpapiere.

Warum? Weil bei ihnen, im Gegensatz zum heutigen Papiergeld, tatsächlich ein Wert dahinter steckt.

Die Banken (und übrigens die meisten reichen Menschen auch) haben offensichtlich erkannt, dass es einen besseren Weg gibt als Bargeld zu horten, dessen Wert nur auf Vertrauen basiert.

Daher:

Lege deinen Fokus nicht aufs Geld, sondern auf Werte.

Das könnten dann vermietete Immobilien sein, aber eben auch Wertpapiere: Ich bevorzuge z.B. ETFs, also passive Indexfonds, mit denen ich breit gestreut in den Aktienmarkt investieren kann.

Vermögenswert oder Verbindlichkeit?

amerikanisches haus
Vermögenswert oder Verbindlichkeit?

In seinem Weltbestseller „Rich Dad, Poor Dad“ zeigt Robert Kiyosaki auf, was viele Menschen daran hindert vermögend zu werden:

Sie kaufen Verbindlichkeiten statt Vermögenswerte.

Ein Auto ist kein Vermögenswert. Ein Haus, in dem man selber wohnt, ist kein Vermögenswert.

Der Grund ist klar: diese Dinge verursachen laufende Kosten.

Ein Vermögenswert dagegen tut genau das Gegenteil: er produziert passives Einkommen, also einen regelmäßigen Cashflow.

Wenn ich das Auto per privatem Carsharing vermiete, könnte es wiederum zu einem Vermögenswert werden. Vorausgesetzt, dass die Einnahmen durch das Vermieten die laufenden Kosten übersteigen.

Ähnlich verhält es sich natürlich bei der selbst genutzten Immobilie. Ein Bekannter von mir vermietet einen Teil seines Hauses über Airbnb an Kurzzeitgäste aus aller Welt und hat sich damit ebenso einen monatlichen Cashflow geschaffen.

Fazit

Denk dran: Dein Geld ist nur eine Zahl.

Dass du damit tatsächlich einkaufen gehen kannst, verdankst du einem System, das auf Vertrauen basiert.

Es ist daher vor allem beim intelligenten Investieren viel sinnvoller, sich auf Vermögenswerte zu konzentrieren als auf die Zahl, die erscheint, nachdem du dich beim Online-Banking eingeloggt hast.

Zu meinen, dein Geld sei auf der Bank auf jeden Fall „sicher“ ist eine Illusion. Auch darauf musst du letztendlich vertrauen (bzw. hoffen).

Und vergiss nicht: Vermögenswert schlägt Verbindlichkeit. Immer.

Wie sieht’s bei dir aus? In welche Vermögenswerte investierst du?

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