Tagesgeld – Kurzzeitparkplatz für das Geld

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Weltsparen.

Tagesgelder sind Geldanlagen ohne fest vereinbarte Laufzeit. Die Banken bezeichnen solche Gelder als Sichteinlagen, wie auch das Guthaben auf dem Girokonto.

Während es auf dem Girokonto aber in aller Regel keine Zinsen gibt, zahlen die Institute für Tagesgeld einen kleinen Zins. Dieser ist zwar niedriger als bei Fest-und Termingeldern, dafür ist das Geld für den Sparer aber auch täglich verfügbar -daher der Name Tagesgeld.

Geld auf der hohen Kante

Anstelle eines Sparbuchs, das übrigens keine Sichteinlage ist, sondern ohne anderweitige Vereinbarung eine Kündigungsfrist von drei Monaten hat, eröffnet der Sparer ein Tagesgeldkonto. Üblicherweise ist das gebührenfrei.

Wie beim Girokonto kann er darauf beliebig Geld einzahlen oder sich auszahlen lassen, Auszahlungen allerdings maximal bis zum Guthaben. Einen Dispositionskredit gibt es auf dem Tagesgeldkonto nicht, es dient allein der Geldanlage. Diese Sparform eignet sich vor allem für den Notgroschen, also für ungewisse Kosten wie Ersatz eines Haushaltsgeräts oder Reparatur eines Pkw.

Mit einem Tagesgeldkonto ergänzend zum Girokonto schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens liegt das Guthaben nicht unverzinst auf dem Girokonto, zweitens muss man im Notfall nicht auf den teuren Dispokredit zurückgreifen. Auch für kurzfristig geplante Konsumausgaben, wie den nächsten Urlaub, lässt sich mit Tagesgeld gut sparen.

Zinssätze bieten keinen Inflationsausgleich

Langfristige Sparziele wie Hausrenovierung oder Altersvorsorge sollten dagegen keinesfalls per Tagesgeld verfolgt werden. Die Bundesbank führt eine Statistik über den durchschnittlichen Zins für Neuanlagen privater Haushalte mit Kündigungsfristen bis zu drei Monaten, wozu auch Tagesgeld zählt. Seit Mitte 2017 liegt der Zinssatz kontinuierlich unter 0,2 % und damit weit unter dem Kaufkraftverlust durch Inflation. Wer langfristig Tagesgeld spart, schaut zu, wie sein Geld an Wert verliert.

In Vergleichsportalen finden Interessenten zwar Angebote deutscher Geldinstitute mit höheren Tagesgeldzinsen. Hier heißt es aber genau hinschauen. Zum Teil sind es Angebote für Neukunden, bei denen die hohen Zinsen nur für kurze Zeit gelten. Die Kehrseite der täglichen Verfügbarkeit ist nämlich, dass auch die Bank jederzeit die Konditionen ändern, also den Zins senken darf. Außerdem sind gelegentlich einmalige Prämien für den Abschluss in den Zins eingerichtet. Einen objektiven Vergleich erhält man, wenn man Aktionszinsen für Neukunden und einmalige Boni ausschließt.

Höhere Zinsen im Ausland

Banken im Ausland bieten zum Teil höhere Zinsen. Hier ist Weltsparen sehr nützlich. Über das Portal ist der Zugang zu solchen Zinssätzen sehr einfach -innerhalb der EU gilt zudem eine einheitliche Einlagensicherung bis mindestens 100.000 Euro. Ob sie im Ernstfall funktioniert und wie schnell ausländische Anleger an ihr Geld kommen, musste bislang glücklicherweise niemand ausprobieren.

Aufpassen heißt es bei der Besteuerung von Kapitalerträgen. Je nach Land kann es passieren, dass Quellensteuer abgeführt wird, und der Anleger muss sich diese relativ aufwendig zurückholen. In Frankreich und Italien kann die Bearbeitungsdauer solcher Anträge Jahre betragen. Bei kleinen Anlagesummen lohnt der Papierkrieg nicht, die Steuer schmälert dann die Rendite.

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