Sparen im Alltag – 10 Tipps für mehr Geld in deinem Portemonnaie

Sparen im Alltag

Ein altes Sprichwort lautet „Auf Sparen folgt Haben“. Wer Geld spart, hat anschließend mehr davon für andere Dinge zur Verfügung. Da wir aber jeden Tag für die unterschiedlichsten Aktivitäten Geld brauchen, gilt es herauszufinden, wie sich am besten und effizientesten im Alltag sparen lässt.

Dieser Artikel soll dir dabei helfen. Er ist etwas länger und nicht als Gute-Nacht-Lektüre gedacht. Am meisten kannst du davon profitieren, wenn du ihn dir als Lesezeichen abspeicherst und immer wieder darauf zurückkommst. Damit das Ganze für dich übersichtlicher ist, sind die verschiedenen Spartipps in drei Abschnitte gegliedert:

  1. Unterwegs
  2. Zuhause
  3. Beim Einkaufen

Versuche dir Tipps herauszusuchen, die für dich umsetzbar sind und mach sie zur Gewohnheit. Dann wird es weder eine Belastung, noch eine große Anstrengung sein, im Alltag zu sparen.

Unterwegs

Wer ein Haushaltsbuch führt oder anderweitig seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben schriftlich festhält, wird schnell feststellen, dass viel Geld in die Kategorie „Fortbewegung von A nach B“ fließt.

Nicht nur die Anschaffung eines Pkw ist in den meisten Haushalten nur über einen Kredit oder eine Ratenzahlung möglich. Auch die Spritkosten sind eine hohe finanzielle Belastung und stehen bei den monatlichen Ausgaben nach den Wohnkosten (Miete oder Zins- und Tilgungsraten) oft an zweiter Stelle.

Dazu kommen noch die Abnutzung und der damit verbundene Wertverlust des Fahrzeugs. Du realisierst:

Dein Auto ist gar kein Vermögenswert.

Sondern eher eine finanzielle Belastung. Das muss es nicht sein. Sparen im Alltag ist möglich – auch wenn du von A nach B unterwegs bist.

Spartipp #1: Kauf nur Gebrauchtwagen

Wenn du einen Neuwagen kaufst, verliert dieser bereits bei der Fahrt vom Autohändler zu dir nach Hause an Wert. Nur ein Jahr später ist er bereits 25% weniger wert als der ursprüngliche Listenpreis.

Trotzdem kaufen immer noch mehr als die Hälfte der Deutschen ihren fahrbaren Untersatz im ungenutzten Zustand. Häufig auf Pump.

Das erhöht natürlich die monatlichen Kosten in der Kategorie „Fortbewegung“ deutlich. Wer nicht nur Spritkosten, Versicherungskosten, Steuern und eventuelle Service-Kosten beim eigenen Auto bezahlen muss, sondern auch noch eine monatliche Ratenzahlung leistet, ist finanziell natürlich unter Druck.

Grundsätzlich nur Gebrauchtwagen zu kaufen ist eine ganz simple Möglichkeit im Alltag Geld zu sparen. Die Versicherungskosten sind oft niedriger und du kannst für einen 4-stelligen Betrag ein gut erhaltenes Kfz finden. Zum Beispiel bei mobile.de, autoscout24.de oder beim Autohändler deines Vertrauens.

Wenn du rechtzeitig anfängst, für dein nächstes Auto zu sparen, kannst du deinen nächsten Gebrauchtwagen vielleicht sogar direkt bar bezahlen. Und deine monatliche finanzielle Belastung dadurch deutlich senken – denn du musst keine regelmäßigen Ratenzahlungen leisten.

Spartipp #2: Betreibe Carsharing

Die meisten Autos bewegen sich tagtäglich kaum. Jeden Tag stehen sie mehr als 23 Stunden lang auf einem Parkplatz. Nehmen Platz weg, nutzen aber niemandem in dieser Zeit.

Dank der Sharing Economy muss das aber nicht sein. Wenn du beispielsweise Carsharing betreibst, kann dein Auto in der Zeit, in der du es nicht brauchst, von jemand anderem sinnvoll genutzt werden.

Und du verdienst auch noch Geld dabei.

Wenn du an einem Ort wohnst, in der die Nachfrage relativ hoch ist, kannst du damit deine monatlichen Autokosten (Versicherung, Sprit, Abnutzung) sogar komplett ausgleichen. Du fährst dann quasi zum Nulltarif Auto!

In der Regel kannst du zwischen 20 und 30 Euro pro Tag für das Verleihen deines privaten Pkw verlangen. Somit wärst du bei nur 5 Verleih-Tagen im Monat schon bei einem Verdienst (oder einer Ersparnis) von mindestens 100 Euro.

Bei Plattformen wie Drivy oder SnappCar bist du sogar Vollkasko versichert – ganz unabhängig von deiner eigenen Kfz-Versicherung.

Eine weitere Möglichkeit, um deine Autokosten zu senken bzw. auszugleichen bietet dir das Portal BlaBlaCar. Dort kannst du deine nächste längere Fahrt eintragen und von zahlenden Mitfahrern profitieren.

Du fährst zum Beispiel von Frankfurt nach Berlin, um deine Oma zu besuchen. Diese Fahrt gibst du bei BlablaCar ein. Es melden sich zwei potentielle Mitfahrer, die auch am gleichen Tag nach Berlin wollen. Für sie ist es günstiger mit dir mitzufahren als mit der Bahn und du verdienst mit deinem Oma-Besuch sogar noch ein wenig Geld.

Win-Win Situation. Sparen im Alltag kann manchmal so einfach sein.

Spartipp #3: Fahr mit dem E-Bike zur Arbeit

Viele deutsche Haushalte haben heutzutage zwei Autos. Der Mann eins, die Frau eins. Ich bin noch in einer Familie aufgewachsen, in der wir nie mehr als ein Auto besaßen. Meine Mutter fährt heute zum Teil immer noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Und das obwohl meine Eltern nicht in einer Großstadt wie Frankfurt oder Berlin leben.

Heute sind zwei Autos pro Familie fast schon Standard. Aber oft nicht unbedingt notwendig. Und natürlich muss dieser Luxus auch irgendwie finanziert werden.

Dadurch entsteht hier ein großes Sparpotenzial – wenn man statt eines zweiten Autos sich ein E-Bike* anschafft und einer von beiden Partnern damit zur Arbeit fährt. Die Anschaffungskosten sind deutlich niedriger, die Haltungskosten sowieso.

Natürlich kannst du auch mit einem ganz normalen Fahrrad deinen Arbeitsweg zurücklegen. Was ich am E-Bike* allerdings so schätze ist, dass ich selbst im Sommer und bei Steigungen auf dem Weg nicht völlig verschwitzt am Arbeitsplatz ankomme.

Ich fahre seit ca. einem Jahr mehrmals die Woche mit dem E-Bike zur Arbeit. Meine Frau ist selbständig und arbeitet von zu Hause aus, daher bin ich natürlich hier im Vorteil. Wenn es mal sehr stürmt oder sehr kalt ist, kann ich auch unser Auto nehmen.

Aber selbst in solchen Fällen gibt es Lösungen: Warm anziehen (bei Kälte) und einen Regenponcho* und Regenhose* benutzen (bei Nässe). Eine Alternative wäre es mit einem Kollegen oder einer Kollegin, der/die in der Nähe wohnt, zur Arbeit zu fahren.

Allein mit dieser Strategie kannst du mehrere Tausend Euro im Jahr sparen, denn es fällt eine Kfz-Versicherung, die Steuern und die Spritkosten für den Zweitwagen weg.

Ein E-Bike* ist eine geniale Möglichkeit, um im Alltag zu sparen. Durch die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist es auch noch gesundheitsfördernd.

Spartipp #4: Geh öfter mal zu Fuß

Ich habe als Kind fünf Jahre in den USA gelebt und kenne daher aus eigener Erfahrung die amerikanischen Gepflogenheiten sehr gut. Eine davon ist die Nutzung eines Pkw für das Zurücklegen fast jeder Strecke. Und sei sie noch so kurz.

In Deutschland ist die Situation zwar nicht ganz so schlimm. Dennoch könnten auch wir uns noch mehr zu Fuß fortbewegen. Die meisten von uns haben zwei komplett gesunde Beine, mit denen wir ohne Probleme von A nach B gelangen können. Oft leben wir in Orten, in denen die Post, die Apotheke und der Hausarzt kaum mehr als einen Kilometer von unserer Haustür entfernt sind. Warum sollten wir dafür extra das Auto aus der Garage holen?

Wenn der Weg doch etwas weiter ist, geht auch das Fahrrad (oder das bereits erwähnte E-Bike). Mit einem Fahrrad-Korb* lassen sich dann sogar kleine Einkäufe erledigen. Mit dem derzeit sehr beliebten Lastenrad sowieso.

Zuhause

Oft machen wir es uns nicht bewusst, aber auch in den eigenen vier Wänden gibt es einiges an Sparpotenzial.

Egal, ob bei der Miete, den Nebenkosten oder diversen Verträgen und Abos: fast überall lässt sich im Alltag sparen.

Spartipp #5: Werde AirBnB-Host

Wenn du in deiner Wohnung oder Haus ein freies Zimmer hast, kannst du es möglicherweise über AirBnB für kurze Zeiträume untervermieten.

Von Wikipedia: Airbnb ist ein 2008 im kalifornischen Silicon Valley gegründeter Community-Marktplatz für Buchung und Vermietung von Unterkünften, ähnlich einem Computerreservierungssystem. Sowohl private als auch gewerbliche Vermieter vermieten ihr „Zuhause“ oder einen Teil davon unter Vermittlung des Unternehmens, jedoch ohne dass Airbnb rechtliche Verpflichtungen übernimmt.

Als Hauseigentümer musst du dafür niemanden um Erlaubnis bitten, solltest dich aber über die rechtliche Lage in deiner Stadt oder Gemeinde erkundigen.

Als Mieter dagegen musst du dies natürlich zuerst mit deinem Vermieter absprechen. Du kannst im Gegenzug beispielsweise anbieten, eine höhere Miete zu zahlen. Durch deine Einnahmen über AirBnB sind deine Wohnkosten de facto trotzdem niedriger als vorher.

Spartipp #6: Senke deine Heizkosten

Auch beim Heizen der eigenen Wohnräume lässt sich einiges sparen, zum Beispiel mit Hilfe von programmierbaren Heizungs-Thermostaten*. Damit lässt sich genau einstellen, auf welche Temperatur ein Raum geheizt werden soll.

Außerdem praktisch: du kannst einstellen, um wie viel Uhr die Heizung wieder herunter gedreht werden soll und auf wie viel Grad. Das kann natürlich auch von Raum zu Raum variieren, je nachdem zu welcher Uhr- bzw. Tageszeit du den Raum warm brauchst.

Ein weiterer Geheimtipp sind kalte Duschen 😉 Was für einige nach einer Einschränkung der Lebensqualität klingt, hat tatsächlich gesundheitliche Vorteile! Ein weiterer unterschätzter Vorteil: wer kalt duscht, duscht in der Regel kürzer und spart somit auch beim Wasserverbrauch.

Spartipp #7: Senke deine Stromkosten

Auch die Stromkosten gehören zu den laufenden monatlichen Kosten, die oft übersehen werden. Auch hier liegt viel Sparpotential begraben.

Eine Möglichkeit den eigenen Stromverbrauch zu senken besteht in der Nutzung von Waschmaschine und Trockner. Die Waschmaschine sollte nur laufen, wenn genug Schmutzwäsche da ist, um sie ganz zu füllen. Den Trockner hingegen sollte nur eingeschaltet werden, wenn es wirklich notwendig ist.

Ansonsten sollten Wäscheständer* zum Einsatz kommen. In der kalten Jahreszeit können diese auch in der Wohnung aufgestellt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der entsprechende Raum gut gelüftet wird (Achtung: Stoßlüften!), um Schimmelbildung zu vermeiden.

Quelle: co2online.de

Auch im Kühlschrank steckt Energiespar-Potenzial. Er sollte so „warm“ wie möglich eingestellt werden. Oder anders gesagt: oft reicht die unterste Kühlstufe völlig aus, um deine Lebensmittel angemessen gekühlt zu halten und vor dem schnellen Verderben zu bewahren.

Außerdem solltest du regelmäßig deinen Stromvertrag überprüfen. Denn zu Hause Energiekosten zu sparen bringt nicht viel, wenn du einen viel zu teuren Stromtarif hast. Über den Vergleichsrechner von Finanztip findest du den für dich günstigsten Tarif und kannst möglicherweise über 100 Euro (in manchen Fällen sogar noch mehr) im Jahr sparen.

Spartipp #8: Überprüfe regelmäßig deine Verträge und Abos

Gerade bei laufenden Kosten lässt sich oft sehr viel sparen. Dazu gehören auch Verträge, Versicherungen und Abos. Hier gehst du am besten folgendermaßen vor:

  1. Überprüfe, ob du den Vertrag, die Versicherung oder das Abo wirklich brauchst. Falls nicht: kündigen.
  2. Überprüfe, ob du den Vertrag, die Versicherung oder das Abo günstiger bekommen kannst. Oft reicht ein Anruf beim Anbieter, bei dem man davon erzählt, dass man eine Kündigung erwägt. Viele bieten dann von sich aus einen Preisnachlass an.
  3. Überprüfe, ob du die Leistungen anderswo günstiger bekommen kannst. Bei Handytarifen und Versicherungen lässt sich oft viel Geld sparen, wenn man sich mal die Zeit nimmt, Angebote zu vergleichen.

Dafür empfehle ich den Handytarif-Vergleichsrechner von Finanztip, und Check24 für den Vergleich von Versicherungen.

Bonus-Tipp: Viele Versicherungen und andere Verträge sind günstiger, wenn du sie jährlich, statt monatlich bezahlst. Du musst dann nur schauen, dass du genügend Geld auf dem Girokonto hast, wenn die Zahlung abgebucht wird. Ansonsten kannst du in den Dispo rutschen, was deine Ersparnis unter Umständen wieder rückgängig macht.

Beim Einkaufen

Spartipp #9: Nutze Payback und andere Punkte-Sammel-Systeme

Bevor du mit dem Datenschutz-Argument kommst: Deine Daten sind dank Google, Facebook und Co. sowieso schon überall im Internet vorhanden und für viele Firmen einsehbar. Ob jetzt Payback sie auch noch bekommt oder nicht, macht letztendlich keinen großen Unterschied.

Was allerdings schon einen großen Unterschied in deinem Geldbeutel machen kann ist das regelmäßige Nutzen dieser Karte beim Einkaufen. Du sammelst damit bei jedem Einkauf, z.B. bei REWE, dm oder Alnatura sogenannte Payback-Punkte (normalerweise 2 Euro einen Punkt). Auch in hunderten von Online-Shops lassen sich diese Punkte sammeln.

Manchmal kannst du auch von Coupons profitieren, die dir Mehrfachpunkte bescheren. Das lohnt sich dann natürlich vor allem bei größeren Einkäufen.

Wenn du genügend dieser Payback-Punkte gesammelt hast, kannst sie auf unterschiedliche Art und Weise einlösen. In machen Läden (z.B. dm) kannst du direkt damit bezahlen. In anderen kannst du sie in Einkaufsgutscheine umtauschen. Dabei weicht der Einlösewert natürlich vom Sammelwert ab. Beim Einlösen und Bezahlen sind 100 Punkte einen Euro wert.

Wenn du also regelmäßig diese Punkte sammelst, kannst du langfristig gesehen ganz schön viel im Alltag sparen.

Übrigens: Payback ist wahrscheinlich das bekannteste Punkte-Sammel-System, aber nicht das einzige. Auch die Deutschland-Card ist weit verbreitet. Damit kannst du unter anderem bei Edeka, Netto und Marktkauf Punkte sammeln und bares Geld sparen.

Spartipp #10: Profitiere von Cashback-Programmen

Eine weitere Möglichkeit um beim Einkaufen zu sparen sind Cashback-Programme. Im Gegensatz zum Payback-System bekommst dir hier bei jedem Einkauf bares Geld zurück – daher der Name: you get cash back.

Natürlich kann man es mit diesen Programmen auch übertreiben und irgendwann lohnt sich der Aufwand für das, was man zurückbekommt, nicht mehr. Ich würde dir daher raten dich für ein Cashback-Programm zu entscheiden, das am besten zu deinen Einkaufsgewohnheiten passt.

Ich nutze beispielsweise das Bonus-Sparen der comdirect*, andere nutzen sehr gerne Shoop. Weil ich bei der comdirect ein (kostenloses) Girokonto habe, kann ich von meinem Online-Banking Account aus hunderte verschiedene Online-Shops ansteuern und bekomme dadurch bei jedem Kauf ein paar Euro zurück. Je nach Shop kannst du zwischen 1% und über 25% des Kaufpreises zurückbekommen.

comdirect* investiert dieses Geld für mich dann automatisch in den ComStage Vermögensstrategie UCITS ETF (WKN: ETF701). Praktisch, oder?

Der Aufwand hält sich für mich in Grenzen und ich kann nebenbei ein bisschen sparen und investieren – fast ganz automatisch.

Zusammenfassung

Mit diesen zehn Spartipps kannst du hunderte von Euro im Jahr sparen. Du musst sie nur umsetzen. Dabei wünsch ich dir viel Erfolg!

Mich würde nun interessieren: Welcher Spartipp für den Alltag fällt dir noch ein? Schreib ihn mir in die Kommentare!

4 Gedanken zu „Sparen im Alltag – 10 Tipps für mehr Geld in deinem Portemonnaie“

  1. Danke für den Artikel! Die ein oder anderen Tipps werde ich definitiv in mein Sparverhalten aufnehmen. Es sind meist so simple Sachen, die einem selbst gar nicht so auffalen, aber einen enormen Unterschied macht!

  2. Also ich finde die meisten der Tipps ja ganz OK, aber Tipp #9 und auch die Argumentation dafür ist für mich eher haarsträubend. Man kann auch bei Facebook und Google verantwortungsvoll mit seinen Daten umgehen (besser man meindet beides). Daher ist das Argument, dass die anderen ja schon Daten hätten, eher sinnlos. Ich denke niemand sollte sich, auch wenn man mal knapp bei Kasse ist, derart für die Werbeindustrie missbrauchen lassen.

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