Mintos – too big to fail?

Mintos - too big to fail?

Als im Jahr 2008 die globale Finanzkrise ihren Lauf nahm – hörte man in den US-Nachrichten immer wieder diese eine Frage:

Is … too big to fail?

Anstelle der drei Punkte stand zunächst meist der Name einer großen Bank, später ging es dann auch amerikanische Automobilkonzerne.

Und immer wieder war die Frage die Selbe: Ist dieses Unternehmen so groß, dass man es nicht pleite gehen lassen darf? Muss die Regierung hier rettend eingreifen, um größeren Schaden von der globalen Wirtschaft abzuwenden?

Jetzt gehe ich natürlich nicht davon aus, dass die lettische (oder irgend eine andere) Regierung ein Unternehmen für die Vermittlung von P2P-Krediten im Notfall retten würde.

Doch es gibt in diesem Bereich eines, welches derart rasant wächst, dass es fast schon beängstigend ist: Mintos.

Anfang des neuen Jahres hat der lettische Marktführer seine neuesten Zahlen veröffentlicht. Ich will einen genaueren Blick auf diese werfen und mir dabei die Frage stellen:

Kann da noch was schief gehen?

Mintos – der Gigant des P2P-Kredite-Markts

Vor kurzem hat Mintos seine neuesten Zahlen veröffentlicht. Und sie sind beeindruckend:

  • Nach nur vier Jahren waren bereits 1 Mrd. Euro in Kredite investiert worden
  • Bereits vier Monate später war die 1,5 Milliarden Euro Marke geknackt.
  • 100.000 registrierte Investoren (Anleger)
  • Die Nutzeraktivität liegt bei über 90%
  • Die Anzahl der Mitarbeiter wurde im Jahr 2018 auf 60 verdoppelt
  • Es gibt inzwischen 7 verschiedene Möglichkeiten, um Geld bei Mintos einzuzahlen.
  • Im Jahr 2018 wurden 31(!) neue Darlehensanbahner aufgenommen. Insgesamt sind es nun 58.
  • Ebenfalls letztes Jahr sind 13 neue Länder dazugekommen (bezogen auf die Herkunftsländer der Darlehensanbahner.)
  • Mehr als 20 Mio. Euro an Zinsen wurden 2018 an Investoren ausgezahlt.
  • Mehr als 55.000 neue Investoren haben sich letztes Jahr bei Mintos angemeldet.

Man kann kaum bestreiten, dass sich Mintos an die erste Stelle auf dem P2P-Kredite Markt gesetzt hat.

Zumindest in Europa.

Und die Pläne für die Zukunft deuten darauf hin, dass der Marktführer kein Interesse daran hat, vom Gaspedal zu gehen.

Mintos - vermittelte Kredite
So viele Kredite wurden 2018 auf Mintos finanziert.

Die Zukunftspläne

Denn Mintos hat sich viel vorgenommen. Laut CEO Martins Sulte soll die Mitarbeiterzahl bereits 2019 wieder verdoppelt werden.

Auch geographisch will Mintos weiter expandieren. Zusätzlich zum Hauptsitz in Lettland und seiner Präsenz in Polen und Mexiko, soll bald ein Büro in Berlin eröffnet werden.

Am interessantesten für Investoren sind allerdings die Pläne für eine mobile App, IBAN-Kontonummern und Debitkarten.

Das klingt nach Bank.

Stell dir vor, du bekommst dein Gehalt auf dein Mintos-Konto überwiesen. Schon irgendwie krass. Geht Mintos hier zu weit? Sollten sie sich nicht lieber auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, nämlich den Marktplatz für das Handeln mit Krediten bereitzustellen?

Da wird es sicher unterschiedliche Meinungen geben.

Aus Anleger-Sicht müssen wir uns auf jeden Fall die Frage stellen, wie risikoreich ein Investment bei Mintos ist bzw. in Zukunft sein wird.

Werfen wir dafür einen Blick auf die vorhandenen Risiken beim P2P-Gigant.

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Die Risiken

Ich kann momentan bei Mintos vor allem drei Risiken ausmachen:

  1. das Währungsrisiko,
  2. das Darlehensanbahnerrisiko und
  3. das Risiko der Plattform, sich selbst zu überschätzen.

Die ersten beiden Risiken kann ich als Investor zumindest teilweise beeinflussen. Beim dritten Risiko können wir nur zuschauen und abwarten, was passiert.

Aber jetzt erst Mal der Reihe nach…

Währungsrisiko

Bei Mintos kann man inzwischen in Kredite aus 28 verschiedenen Ländern investieren. Davon haben lediglich 5 den Euro als offizielle Währung. Selbst wenn ich offiziell auf der Plattform nur mit Euros investiere, landet mein Geld auch in Krediten, die nicht in Euro ausgegeben wurden.

Es sei denn ich stelle meinen Auto-Invest so ein, dass er nur in Euro-Länder investiert. Das geht dann aber wieder zu Lasten meiner Diversifikation.

Solange die Währungsschwankungen zwischen dem Euro und der Währung des Landes, in das ich per Mintos (bzw. per Darlehensanbahner) investiert bin, sich in einem normalen Rahmen bewegen, ist alles gut.

Aber was passiert, wenn diese Währung aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Landes stark an Wert verliert?

Das Währungsrisiko sollte einem Investor bei Mintos also zumindest bewusst sein.

Darlehensanbahnerrisiko

Wie bereits erwähnt laufen bei Mintos inzwischen fast 60 verschiedene Darlehensanbahner herum. Dass da mal einer in Schwierigkeiten gerät oder vielleicht sogar pleite geht, ist ja fast schon garantiert. Mit Eurocent gibt es auch bereits einen Präzedenzfall.

Auch hier muss man wieder abwägen: lieber in alle Darlehensanbahner investieren, um das Risiko möglichst breit zu streuen oder doch jeden einzelnen Anbahner unter die Lupe nehmen und eigenständig solche ausschließen, die einem nicht gefallen?

Oder sollte man sich doch auf die Mintos-Bewertungen verlassen?

Ich persönlich habe mich für eine Mischung aus der größtmöglichen Diversifikation und einem Ausschluss aller Anbahner, die eine Mintos-Bewertung von C oder schlechter haben, entschieden.

Aber letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, womit er sich wohl fühlt!

Größenwahn?

Beim Lesen so mancher Pressemeldung von Mintos, könnte man auch versucht sein zu glauben, dass sie unter Größenwahn leiden.

Die Mitarbeiterzahl soll erneut verdoppelt werden, international sollen neue Büros eröffnet werden, und jetzt auch noch der Schritt in Richtung Bank?

Ganz zu schweigen davon, dass gefühlt jede Woche ein neuer Darlehensanbahner dazukommt.

Auf der einen Seite ist es verständlich, dass ein Unternehmen wachsen will – ja, wachsen MUSS – wenn es auf dem Markt überleben will. Noch dazu, wenn es ein so stark umkämpfter wie der P2P-Kredite-Markt ist.

Auf der anderen Seite fragen sich manche Investoren, ob Mintos dieses Wachstum noch im Griff hat oder ob sie vielleicht sogar zu schnell wachsen.

Was davon eher zutrifft, wissen wahrscheinlich nur Martins Sulte und seine Kollegen selbst.

Mintos - immer mehr Investoren
Die Anzahl der Investoren auf Mintos steigt kontinuierlich.

Mintos – too big to fail?

Vor kurzem schrieb jemand unter einem Blogeintrag bei Mintos, dass er die Plattform sofort verlässt, wenn die Verantwortlichen anfangen, mit Ferraris in der Gegend herumzufahren.

Auch wenn ich kurz lachen musste – im Prinzip kann ich die Sorge des Kommentators schon nachvollziehen. Das schnelle Wachstum kommt einem manchmal etwas unheimlich vor.

Und trotzdem machen die Herrschaften bei Mintos auf mich nicht den Eindruck, dass sie deswegen in irgendeiner Form „abheben“ und sich bald alle eine Villa am Strand von Malibu kaufen.

Stattdessen scheinen sie auf dem Boden zu bleiben und konsequent ihre Wachstums-Strategie zu verfolgen:

Diversifikation bis zum geht nicht mehr.

Und wer – so wie ich – bei jeglicher Geldanlage ein großer Fan der Risikostreuung ist, kann sich darüber auch nicht ärgern. Im Gegenteil: ich finde das gut so!

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Fazit

Mintos hat im letzten Jahr ein starkes Wachstum erlebt – das zeigen die kürzlich veröffentlichten Zahlen deutlich.

Und auch für das Jahr 2019 hat sich das Unternehmen unter der Führung von CEO Martins Sulte viel vorgenommen.

Wird Mintos damit zu einem Unternehmen, das „too big to fail“ ist?

Ich persönlich glaube tatsächlich, dass die Expandierung der Plattform vor allem dazu beigetragen hat, das Risiko zu minimieren. Und zwar sowohl für die Plattform selbst als auch für die Anleger.

Denn es wird irgendwann wieder vorkommen, dass Mintos die Pleite eines Darlehensanbahners vermelden muss. Doch bei einer Anzahl von fast 60, fällt die Pleite von einem kaum ins Gewicht.

Bei Währungsproblemen in Georgien oder einem der anderen 28 vertretenen Ländern greift der gleiche „Sicherheitsmechanismus“: die Diversifikation. Entscheidend ist dabei natürlich, dass du als Investor ausreichend diversifiziert bist!

Seit meinen Anfängen als P2P-Investor war mir stets klar, dass das Konzept der Geldanlage per P2P-Kredite vor allem auf der Diversifikation beruht. Und Mintos hat genau das verstanden.

Ich denke nicht, dass da noch etwas schief geht…

Wie schätzt du die Lage ein? Welche Risiken siehst du noch bei Mintos? Siehst du das Ganze kritischer als ich? Ich freu mich auf deinen Kommentar!

 

29 Gedanken zu „Mintos – too big to fail?“

  1. Hallo Carsten, danke für Deinen Artikel. Too Big Too Fail ist Mintos absolut nicht. Bear Sterns hatte 9 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr und wurde auch abgewickelt.

    Was ich an Mintos gut finde, ist die Rückkauf Garantie. So hat man eine hohe Rendite, aber das Ausfall Risiko ist quasi nicht vorhanden. Die Frage ist nur, was passiert in der nächsten Krise, die ja bereits seit Monaten am Horizont schwelt? Was passiert, wenn auf einmal viele Kredite ausfallen und von Mintos mit der Rückkauf Garantie bedient werden müssen? Gleichzeitig ziehen viele Investoren ihr Geld ab und das B2B Verhältnis zwischen Mintos und anderen Finanz Unternehmen steht vor lauter Angst still.

    Hat Mintos genug Garantien, dann immer noch alle Investoren bedienen zu können?

    1. Hi Dominik, danke für deinen Kommentar. Ich seh’s im Prinzip genauso. Das ist die große Unbekannte – was in einer Krise passieren wird, kann keiner wirklich vorhersehen. Da sind wir, denk ich, alle gespannt drauf.
      Deswegen würde ich Mintos auch immer nur als Ergänzung zu den anderen Geldanlagen im Portfolio sehen. Wer damit Altersvorsorge betreiben will ist meiner Meinung nach lebensmüde 😉

      Viele Grüße,
      Carsten

    2. Hallo Dominik, Mintos ist nur der Vermittler zwischen Investoren und Darlehensanbahner. Die Rückkaufgarantie gewährt daher der Darlehensanbahner und nicht Mintos. Wenn dieser pleite geht, wie eben Eurocent, nutzt dem Investor die Garantie nichts mehr. Mit den im Artikel und weiteren Punkten ergibt sich ein hohes Risiko = Rendite. Grüße Rio

  2. Hallo. Interessante Kommentare hier. Sie bilden das heute übliche Denken ab. Der eine will 200-300% Renditen bei hochriskanten Investments. Der andere verteufelt Hochzins-Kredite in armen Ländern. Der dritte fühlt sich nur in Sachwerten sprich Aktien wohl. An allem ist was drann, dennoch ist es am Ende vielschichtiger. Kredite bspw. an Menschen, die wenig Geld haben, können schlecht sein, sie können denjenigen aber auch aus der Armut holen. Je nachdem, was er damit macht. Aktien habe ich auch. Übrigens auch Wirecard. Und als Valueinvestor der sich mit den Unternehmen tiefgehend beschäftigt ist so ein short- Angriff kaum ein Problem. Ich habe Wirecard schon bei 35€ gekauft und schon mehrere solcher Angriffe mitgemacht. Und auch dieses Mal wieder nachgemacht. Aber auch hier gilt Diversifikation. Für mich kommt es bei Mintos nicht darauf an, wie schnell sie wachsen, sondern wie geschickt sie ihre Mittel verwenden. Wie hoch werden die Rücklagen sein, welche Eigenkapitalquote werden sie haben, in welcher Phase sind sie als Unternehmen. Im Wachstum oder schon gesättigt. Entsprechend Stufe ich das Management in seinem Handeln ein und entscheide dann ob ich noch dabei bin oder nicht. So wie bei Aktien. Es gibt auch für das Gesamtportfolio den einen Weg. Diversifikation und verstehen bevor man investiert. Das gepaart mit Rationalität ist der Schlüssel zum Erfolg. Nichts anderes klappt. Süßer man hat den einen Deal des Lebens erwischt, wie bei Bitcoin bspw. Ich kenne aber niemanden und ich würde auch nicht darauf hoffen, daß man einmal dabei sein wird.

    1. Hi Detlef,
      Danke für deinen Kommentar!
      Spannender Gedanke, Mintos quasi mit den Augen eines Value-Investors zu betrachten. Wie stufst du selbst denn Mintos ein?

      Viele Grüße,
      Carsten

  3. Die ständig sinkenden Zinsen bei Mintos haben in mir den Entschluß reifen lassen, einiges an Geld abzuziehen. Selbst 12% bekommst du fast nur wenn du ser kurze (bis 1 Monat) oder sehr lange in einen Kredit investierst.
    Ich habe mir ein Limit gesetzt bei 13 Monaten. Und momentan ist zwischen 2 und 13 Monaten kaum etwas interessantes zu bekommen…
    Bei Twino habe ich inzwischen fast alles abgezogen und Bondora ist auf minimal weil keine Rückkaufgarantie.

  4. Hallo Carsten,
    vielen Dank erstmal für deine interessanten und sehr lehrreichen Überlegungen!
    Insbesondere der Hinweis auf das Währungsrisiko erscheint mir bedenkenswert. Mir ist klar geworden, dass ich die Kreditvergabemodalitäten bei Mintos eigentlich noch nicht recht verstanden haben: Ich dachte bis jetzt, dass ich – auch in Ländern ohne Euro – den Kredit in Euro vergebe (wenn ich Euro einzahle), so dass auch eine Rückzahlung in Euro geschuldet ist. Ist das nicht so?
    Also zum Beispiel: Ich gewäre einen Kredit in Höhe von 100,- Euro. Der wird dem Kreditnehmer vom Darlehensanbahner als 100 Sloti (nehmen wir mal an, das ist die Landeswährung) ausgezahlt, weil bei Darlehensvergabe Euro zu Sloti 1:1 steht. Am Rückzahlungstermin ist der Sloti aber eingebrochen, und Euro zu Sloti steht 1:100. Schuldet mir der Kreditnehmer dann tatsächlich nur noch 1 Euro (+Zinsen), weil der Kredit als 100 Sloti, und nicht 100,- Euro, gewährt wurde, und die sind eben jetzt nur noch 1 Euro wert? Ist das das Währungsrisiko, das du meintest? Bzw. ist das die Kreditstruktur bei Mintos?

    1. Hallo Peter,

      Danke für deinen Kommentar, das ist eine sehr gute Frage. Genau so hab ich das gemeint, bin aber durch deine Frage wieder etwas verunsichert worden und hab deswegen noch mal direkt bei Mintos nachgefragt.
      Als Antwort bekam ich die Information, dass in Fällen, wo ein Kredit auf Mintos in Euro ausgegeben wird obwohl dieser nicht in einem Euro-Land vergeben wird (z.B. Polen), das Währungsrisiko komplett vom betroffenen Darlehensanbahner übernommen wird. Die Antwort von Mintos im englischen Original:
      „Yes, there might be cases where loan originator converts local currency to EUR, therefore loans are being placed on the platform in EUR. In any case all the currency risk is on loan originator and investor is not being affected by any currency fluctuations.“

      So zumindest die Darstellung von Mintos. Ich seh es trotzdem als Risiko für den Investor, denn wer weiß schon, was passiert, wenn die Währungsschwankungen so groß werden, dass der Darlehensanbahner das nicht mehr „auffangen“ kann. Ich würde mich da im Ernstfall nicht darauf verlassen.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter, Peter!

      Viele Grüße,
      Carsten

      1. Hallo Carsten,
        vielen Dank für deine schnelle Antwort und die Rückfrage bei Mintos! Ja, das hilft auf jeden Fall schon mal sehr weiter.
        Interessant wäre aus meiner Sicht noch, ob diese Risikoverteilung irgendwo in den vertraglichen Beziehungen schriftlich festgehalten ist, so dass man sich im Ernstfall darauf berufen könnte. Wenn das der Fall wäre, wäre das schon etwas beruhigender. Es bestünde natürlich immernoch ein relevantes Risiko, aber das würde dann aus meiner Sicht mit dem generellen Insolvenzrisiko des Darlehensanbahners konvergieren.

        1. Hallo Peter, auch darauf hab ich jetzt von Mintos eine Antwort bekommen: es steht tatsächlich im Vertrag zwischen Mintos und dem jeweiligen Darlehensanbahner drin.

          Gruß,
          Carsten

    2. Das Risiko liegt nicht im Euro selbst.
      Das Risiko liegt darin, dass ein Darlehensnehmer einen Kredit in Euro in einem Nicht-Euro-Land aufnimmt, und in Euro zurückzahlen muss.
      Wenn der Darlehensnehmer sein Gehalt in Sloti bezieht, der aber plötzlich wie in Deinem Beispiel nur noch 1/100 Wert ist, dann kann er den Kredit nicht zurückzahlen, d.h. der Kredit fällt aus.
      Da hatte ich bisher auch noch nicht drüber nachgedacht, kann aber z.B. in Russland ein Problem sein, wo es recht große Wechselkursschwankungen gibt.

  5. Ein wenig ab vom Schuss vielleicht, aber was mich bei Mintos ein wenig stört ist ihr (noch) fehlendes Verständnis in das Wachstum der Ressourcen. Seit Sommer vergangenen Jahres habe ich mich auf eine handvoll Jobs bei Mintos in Riga beworben – und bis heute noch immer keine Eingangsbestätigung erhalten (wie im Bewerbungsschreiben erbeten). Die 28 Neuanstellungen sind schön und gut, aber wenn ich mir die ausgeschriebenen Arbeitsplätze ansehe, dann kommen da gefühlt alle 5 Tage neue hinzu, ohne dass scheinbar Plätze eingenommen werden. Auch ist der Kundenservice richtig gut freundlich, aber bei weitem nicht so auf Höhe wie von anderen Seiten bekannt und geschätzt – es sorgt mich daher ein wenig, dass Mintos bei aller Liebe zur Diversifikation vergisst, organisch zu wachsen. IBAN-Konto und mobile App sind aber glohrreiche Ideen für deren Entwicklungsplan, sofern sie tatsächlich umgesetzt werden.

    1. Hallo Julian,

      Danke für den näheren Einblick. Das wirkt tatsächlich etwas unprofessionell. Bei schnellem Wachstum ist das sicher eine Gefahr, dass da bestimmte Dinge einfach auf der Strecke bleiben. Muss man wohl abwarten, ob sie das in Zukunft besser hinbekommen…

      Dir auf jeden Fall noch viel Erfolg beim Bewerben! Oder hast du inzwischen einen anderen Job gefunden?

      Viele Grüße,
      Carsten

  6. Ich bin mit etwa 5% meines Gesamten Portfolios auf Mintos investiert, das bleibt auch so. Diese 5% sind in der höchsten Risikoklasse eingestuft und diese 5% bin ich bereit zu verlieren – bis dahin rollt der Rubel solange es geht 😉

    1. Hallo Peter,

      Interessante Strategie 😉 Ich bin da eher der möglichst breit diversifizierte Mintos-Investor… hab allerdings auch etwas mehr als 5% meines Gesamtportfolios dort liegen.

      Viel Erfolg dir noch!

      Carsten

    2. Hallo Peter, eine Hochrisikoanlage mit maximal 10% Renditechance? Kannst du dir sparen. Wenn schon Risiko, dann will ich auch die Chance auf Verdreifachung haben – ansonsten bringt das nichts in deinem Gesamtportfolio.

    1. Hallo Fabian,
      Ja, gute Frage. Ich weiß es auch nicht genau, aber ich denke, wir werden noch etwas warten müssen.
      Bin mir aber ehrlich gesagt auch gar nicht sicher, ob ich mein Mintos-Konto für den normalen Zahlungsverkehr verwenden will. Da setze ich dann doch lieber auf bewährte Direktbanken aus Deutschland…

      Gruß,
      Carsten

  7. Mag sein Geld auf Mintos investieren, wer will. Ich ziehe mich zurück und investiere in Aktien. Da habe ich mehr dauerhaftes Vertrauen.

    1. Danke für deinen Kommentar, Jürgen!
      Was genau stört dich an Mintos?
      Aber ich versteh dich schon: mehr Vertrauen hab ich langfristig gesehen auch bei Aktien/ETFs.

      Schöne Grüße,
      Carsten

    2. Ehrlich gesagt, ich sehe das genauso. Nach 2 Jahren Mintos werde ich mein Geld rausziehen. Das Risiko ist einfach zu hoch, dass die Plattform von heute auf morgen einfach verschwindet. Schaut euch doch mal die Grundlage an! Mir ist das erst jetzt klar geworden, aber es ist doch so, dass meist Kredite vergeben werden, die keine Bank mehr bedient! Zu Zinsen, die einfach nur jenseits von Gut und Böse sind und die Leute sowieso kaum zahlen können. Besonders krass sind Konsumentenkredite-das sind die einzigen, die Geld bringen. Hier wird verschuldeten Menschen aus den hintersten und ärmsten Winkeln der Erde Kredit zu horrenden Zinsen gewährt! Mal ehrlich, könnt ihr das mit eurem Gewissen vereinbaren? Man kann ja gut sehen, wieviele Kredite ausfallen oder in Verzug sind. Bei mir sind das knapp 20% und die Gesamtrendite bekomme ich mit Aktien viel sicherer hin (die Anzeige stimmt eh nicht, im letzten Jahr hatte ich auf Mintus nur knapp 7% XIRR selbst errechnet und das VOR Steuern). Schaut auch mal nach China und in die USA, da ist P2p lending komplett zusammengebrochen. Warum nur?

      https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-07-20/china-s-p2p-platform-failures-surge-as-panic-spreads-in-market

      1. Hallo Marcel,

        Danke für deinen Kommentar, der ist auf jeden Fall nachdenkenswert.
        Die Konsumentenkredite sind mit Sicherheit zum Teil problematisch. Wobei die bei Mintos oft auch aus Gegenden der Welt stammen, in denen die Leute nicht unter schlimmster Armut leiden, beispielsweise Schweden, Litauen und andere europäische Staaten.
        Trotzdem sind sie auch der Hauptgrund, warum ich mich im P2P-Sektor nach Alternativen umgeschaut habe und bei ESTATEGURU fündig geworden bin. Dort investiere ich nur in Immobilien-Projekte bzw. in diejenigen, die für solche Projekte Kapital brauchen. Die Ausfall- und Verzugsquote ist deutlich niedriger und das Ganze durch die Immobilien selbst abgesichert.
        Demnächst werde ich auch einen Artikel dazu veröffentlichen. Zur Zeit läuft sogar eine kurzfristige Aktion bei Estateguru, bei der man 1% seiner Investmentsumme (Investments, die bis einschließlich 31. März getätigt wurden) zurückbekommt, wenn man sich über einen Affiliate-Link anmeldet.
        Hier ein solcher Link: https://finanziellfit.de/empfiehlt/estateguru

        Dass der P2P-Lending Sektor in China und USA komplett zusammengebrochen ist, halte ich für eine Übertreibung der Tatsachen. Es ist völlig normal, dass gerade zu Anfang einer neuen Idee (p2p-lendig), sich viele an dem Hype beteiligen wollen und anschließend auch viele aus unterschiedlichsten Gründen scheitern. Deswegen ist es ja so wichtig, nur bei den Plattformen einzusteigen, die bereits etabliert sind – wie eben Mintos. Werden in Zukunft weitere Plattformen eingestampft? Mit Sicherheit! Wird Mintos eine davon sein? Ich persönlich glaube das nicht…

        Viele Grüße,
        Carsten

        1. EstateGuru schafft es kaum, drei Projekte gleichzeitig anzubieten. Hier in Estland machen sie aktuell ziemlich agressiv Werbung für Neukunden, haben aber auf ihrer Webseite genau 1 Anlagemöglichkeit; auch wenn ihr Produkt gut ist, so scheinen sie absolut nicht hinterher zu kommen.

        2. Hallo Carsten,

          vielen Dank für die Antwort. auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Mintos verschwindet, ist dieser Punkt doch das größte Risiko. Ich möchte ja Geld anlegen und eine ordentliche Auszahlung regelmäßig bekommen. Dazu muss ich aber einiges investieren und ein Totalverlust wäre das Schlimmste, was passieren kann. Total unreguliert kann deine Altersvorsorge plötzlich weg sein ohne Chance auf Ersatz und es gibt dafür vorher wahrscheinlich keine Anzeichen. Die Statistiken erstellt die Firma selber und selbst da stagniert es. Bei diesem Risiko müsste es mindestens 20% Rendite geben und ich sehe die eher schwinden. Wie gesagt, die Anzeige lügt zumindest bei mir. Ich habe ein normales Autoinvest am Laufen ohne C+ und C Anbahner und komme auf 10.1% Rendite laut Anzeige und selbst errechnet auf 7.6%. Dabei habe ich keine Belohnungen o.ä. Der Einbruch des P2P-Marktes in USA und China bezieht sich auf die Renditen, die mittlerweile bei ein paar Prozenten liegen. und ich sehe Mintos auch langfristig eher bei unter 6% Rendite. Und da müsste ich wahnsinnig sein, wenn ich da viel Geld investiere.

          Marcel

          1. Hi Marcel,

            Ich kenne bisher niemanden, der empfiehlt seine Altersvorsorge über Mintos zu planen. Ich hoffe nicht, dass mein Artikel so verstanden wird! Natürlich ist ein Investment in P2P-Kredite mit einem gewissen Risiko behaftet. Ich würde auch nie mehr als 10% (wenn ich sehr optimistisch bin vielleicht 20%) meines Gesamtportfolios bei Mintos investieren. Was aber letztlich jeder selbst entscheiden muss, womit er sich wohl fühlt.
            Dass die Rendite-Anzeigen bei Mintos (und auch bei anderen Plattformen in diesem Bereich) immer etwas über dem tatsächlichen Wert liegen ist bekannt. Ich persönlich finde das auch doof, muss aber damit leben. Ich stimme dir zu, dass die Renditen bei Mintos noch sinken werden, glaube aber nicht, dass sie unter 6% gehen. Hast du da eine Quelle für deine Behauptung, dass die Renditen in USA und China inzwischen so niedrig sind?

            Gruß,
            Carsten

        1. Hallo Fabian,
          Das Buch ist tatsächlich empfehlenswert, auch in der Version zum Lesen 🙂

          Versuch vielleicht beim nächsten Mal in deinem Kommentar noch irgendwie auf den Artikel einzugehen. Sonst ist es zu offensichtlich, dass du Werbung für Audible machen willst 😉

    3. Vertrauen in Aktien? Wenn ich mir angucke, was derzeit bei der Wirecard Aktie – immerhin ein Dax Titel – los ist, fällt es mir persönlich schwer, an Aktien zu glauben…

      1. Hi Christoph, das verstehe ich.
        Ich persönlich bin deshalb auch kein Fan von Aktien-Einzelkäufen. Wenn man aber sein Investment breit streut (also auf möglichst viele verschiedene Unternehmen aufteilt), z.B. mit Hilfe von ETFs, und einen langen Anlagehorizont hat (mind. 15 Jahre), dann kann man damit gut Vermögen aufbauen.

        Falls dich das näher interessiert, kannst du dir gerne mal meinen kostenlosen E-Mail Kurs dazu anschauen: https://finanziellfit.de/vermoegensaufbau-an-der-boerse/

        Viele Grüße,
        Carsten

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