Geld ist die Wurzel allen Übels – oder?

Wer hat den Spruch nicht schon ein mal gehört:

„Geld ist die Wurzel allen Übels“

Vielleicht hast du ihn sogar von deinen Eltern gehört. Oder von anderen Menschen in deinem engeren Umfeld.

Immer wieder wird man mit diesem Glaubenssatz konfrontiert. Manche meinen sogar, dass er aus der Bibel stammt.

Das Problem dabei: er stimmt nicht.

Du glaubst mir nicht? Dann schauen wir uns die Beweislage doch mal etwas näher an.

Ich habe 4 Thesen aufgestellt, mit denen ich dir aufzeigen will, dass Geld nicht die Wurzel allen Übels ist.

These #1: Menschen, die reich und unsympathisch sind, wären ohne Geld arm und unsympathisch.

Anhand verschiedener Studien wollen Wissenschaftler bewiesen haben, dass reiche Menschen rücksichtsloser, egoistischer und unehrlicher sind.

Das Problem dabei: es kann kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Wohlstand der Person und ihrem Verhalten hergestellt werden.

Was ist die Ursache und was ist die Wirkung?

Es könnte nämlich genau so gut sein, dass besonders rücksichtslose Menschen in der freien Wirtschaft sich eher nach oben kämpfen und reich werden als solche, die weniger unsympathisch sind.

Letztendlich muss man festhalten, dass es unter allen reichen Menschen solche gibt, die einen guten Charakter haben und solche, die einen schlechten haben.

Das ist bei ärmeren Menschen auch nicht anders.

These #2: Menschen, die den genannten Glaubenssatz zitieren, haben oft selber schlechte Erfahrungen mit Geld gemacht und sind daher frustriert.

Versuche mal darauf zu achten, welche Menschen schlecht über Geld reden.

Meistens sind es doch jene, die selber wenig Geld haben, ständig Geldsorgen haben und einfach grundsätzlich schlechte Erfahrungen mit Geld gemacht haben.

Aus ihrer Frustration heraus, sagen sie dann eben Sätze wie „Geld ist die Wurzel allen Übels“.

Es ist ja bekanntlich immer einfacher die Schuld für das eigene Versagen woanders zu suchen. Nur nicht bei sich selbst.

Solche Glaubenssätze permanent zu wiederholen führt dann meistens dazu, dass man sie tatsächlich glaubt. Und das wiederum führt dazu, dass der Glaubenssatz im eigenen Leben Realität wird.

Du bist, was du denkst. Oder so ähnlich.

These #3: Geld ist ein Tauschmittel und somit weder gut noch böse.

Es gibt tatsächlich Dinge, die einfach nur böse sind:

  • jegliche Folterinstrumente
  • Rassismus
  • Drogen
  • Schokolade 😉

Ok, das letzte Beispiel ist vielleicht etwas übertrieben. Aber wenn etwas so gut schmeckt und gleichzeitig so ungesund ist, muss es doch böse sein, oder? 🙂

Geld dagegen ist erfunden worden, um den Austausch von Gütern und Dienstleistungen zu erleichtern. Es ist ein Mittel zum Zweck, ein Medium.

Im Fernsehen kommt sehr viel Schrott. Trotzdem würden die wenigsten auf die Idee kommen, den Fernseher als etwas Böses zu bezeichnen. Denn es gibt auch gute Sendungen. Der Fernseher ist nur das Medium.

Genau das Gleiche gilt für YouTube, das Radio und eben auch für Geld.

Geld ist in erster Linie ein Tauschmittel und kann somit benutzt werden, um gute oder schlechte/böse Dinge zu erwerben.

Aber was genau mit deinem Geld passiert, entscheidest du. Daher lautet die viel wichtigere Frage: Bist du gut oder böse?

These #4: Geld ist Macht und kann daher zum Guten oder zum Bösen verwendet werden.

In unserer kapitalistischen Gesellschaft ist Geld vor allem eins: Macht.

Je mehr Geld jemand besitzt, desto mehr Möglichkeiten hat er in der Regel. Er kann mit seinem Reichtum sehr viel Gutes bewirken, aber auch sehr viel Schlechtes.

Bill Gates, einer der reichsten Menschen der Welt, bewirkt beispielsweise sehr viel Gutes mit seinem Geld. Mit ihrer Stiftung helfen seine Frau und er vielen Menschen, vor allem den ärmeren auf dieser Welt, ein besseres Leben zu haben.

Bill Gates Portrait
Quelle: TNS Sofres/flickr

Müsste er das tun?

Nein, natürlich nicht. Aber Bill Gates hat sich dafür entschieden, seine Macht (sein Vermögen) für das Gute einzusetzen. Wenn er nicht so reich wäre, könnte er wesentlich weniger Menschen helfen.

Als wenn das nicht schon genug wäre, setzt er sich auch noch dafür ein, dass andere Milliardäre ebenfalls den Großteil ihres Vermögens für den guten Zweck spenden.

Denk dran: Geld ist Macht. Wie setzt du deine Macht ein?

Fazit

Wenn du das nächste Mal jemanden sagen hörst: „Geld ist die Wurzel allen Übels“, dann konfrontiere ihn oder sie doch einfach mal mit diesen vier Thesen.

Letztendlich zeigt Geld einfach nur den wahren Charakter eines Menschen. Was macht er damit? Wofür setzt er es ein? Geht es ihm oder ihr wirklich darum, möglichst reich zu sein?

Geld ist nicht das Problem, sondern das, was du damit anstellst:

Frage dich immer: Dient mein Geld mir (und anderen) oder diene ich meinem Geld?

Ich hoffe, dass Ersteres auf dich zutrifft…

Veröffentlicht am Kategorien Mindset

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