EstateGuru – Interview mit COO Mihkel Stamm – Teil 2

Logo von EstateGuruDies ist der zweite Teil des Interviews mit Mihkel Stamm, COO von EstateGuru. Der erste Teil findet sich hier.

EstateGuru ist eine Plattform für mit Immobilien bzw. Grundbesitz besicherte Kredite aus Estland. Als Anleger kann man dort ab 50 € in solche Kredite aus verschiedenen europäischen Ländern investieren.

Eine zweistellige Rendite ist dabei durchaus realistisch.

In diesem zweiten Teil geht es um die Risiken eines Investments bei EstateGuru und welche Pläne sie für die Zukunft haben.

1) Was passiert, wenn jemand sein Darlehen nicht zurückzahlen kann? Ist das Geld, das ich investiert habe, weg?

EstateGuru finanziert nur Projekte, die besichert sind und einen maximalen LTV von 75% haben (siehe Teil 1 für eine kurze Erklärung zum LTV). Sollte ein Kreditnehmer nicht in der Lage sein, das Darlehen zurückzuzahlen, wird die hinterlegte Sicherheit versteigert und das investierte Geld den Anlegern zurückgezahlt.

In fast allen Fällen (99%) handelt es sich bei EstateGuru um erstrangige Hypotheken, in wenigen Fällen um zweitrangige. Bei einer erstrangigen Hypothek liegen alle Rechte für das Projekt bei EstateGuru. Sollte es dann zu einem Ausfall kommen, kann die Sicherheit verkauft (versteigert) werden und das Geld den Kreditnehmern zurückgezahlt werden.

Bei einer zweitrangigen Hypothek hat jemand anderes die Rechte für den Verkauf der Sicherheit. Durch das LTV von maximal 75% können wir sicherstellen, dass bei dem Verkauf genug Geld hereinkommt, um beide Hypotheken zu bedienen.

Das heißt, die hinterlegte Sicherheit dient in jedem Fall dem Schutz deiner Investments. Wir begleiten jedes einzelne Projekt und nutzen “sanfte” Methoden, um dem Kreditnehmer zu helfen, seine Rückzahlungstermine einzuhalten.

Falls notwendig, beginnen wir mit dem Verkauf der Sicherheit. Dabei greifen wir auf unsere professionellen Partner in den verschiedenen Ländern, in denen wir tätig sind, zurück.

Mein Kommentar: Das klingt zwar alles sehr vernünftig und sicher, aber die beste Sicherheit erreichst du meiner Meinung nach immer noch über die Streuung deines Risikos. Ich würde daher mindestens in 50 verschiedene Projekte investieren, mehr wäre natürlich noch besser.

2) Was passiert, wenn EstateGuru insolvent wird oder aus irgend einem anderen Grund nicht mehr existiert? Was passiert mit meinem angelegten Geld?

EstateGuru ist ein Geldanlagevermittler, wir verwalten das angelegte Kapital nicht.

Alle Verträge werden zwischen Kreditnehmer und Investor geschlossen, EstateGuru bleibt dabei außen vor. Alle Kundengelder sind von EstateGurus operativen Geldern getrennt.

Sollte EstateGuru finanzielle Schwierigkeiten haben oder sogar insolvent werden, sind die Gelder der Kunden sicher und man kann nach wie vor auf sie zugreifen.

In einem solchen (unwahrscheinlichen) Fall wird ein juristisches Verfahren eingeleitet, bei dem dann eine andere Instanz die Rolle von EstateGuru übernimmt und sich um die Investitionen der Anleger kümmert.

Mein Kommentar: Klar, die Frage ist sehr theoretischer Natur aber es ist immer ganz schön zu wissen, was im schlimmsten Fall tatsächlich passiert.

3) Bei einer Wirtschaftskrise geht es meistens auch an der Börse bergab. Welche Auswirkungen würde eine Wirtschaftskrise auf EstateGuru haben?

Der maximale LTV ist bei uns ja auf 75% begrenzt, aber der Durchschnitt liegt bei 59%. Die von den Kreditnehmern hinterlegten Sicherheiten (in Form von Immobilien oder Grundbesitz) und unser Risikomanagement ermöglichen es uns davon auszugehen, dass EstateGuru auch im Falle einer Wirtschaftskrise (Rezession) die Gelder der Investoren zurückbekommt.

Sollte das Unternehmen selbst insolvent werden, dann bleiben alle laufenden Verträge davon unberührt. Die Projekte auf unserer Plattform stellen eher kurzfristige Anlagezeiträume dar. Innerhalb dieser kurzen Zeiträume sind große, globale, makroökonomische Veränderungen eher unwahrscheinlich.

Dadurch haben wir die Möglichkeit auf kleinere Veränderungen in der Wirtschaft zu reagieren. Langfristig gesehen erholen sich die Märkte immer wieder. Wir verfolgen aber auch die Trends der Märkte und passen unseren Beurteilungsprozess dementsprechend an.

Mein Kommentar: Die nächste große Krise kommt bestimmt. Erst dann können wir die Antwort, die er hier gibt beurteilen.

4) Teile eurer Webseite sind bereits ins Deutsche übersetzt worden, aber einige Bereiche sind nur auf Englisch vorhanden (wie z.B. die Details zu einem bestimmten Darlehen). Gibt es Pläne, alles ins Deutsche zu übersetzen?

Wir wollen auf jeden Fall anfangen, alles ins Deutsche zu übersetzen – auch die Details zu den einzelnen Projekten.

Außerdem wollen wir in Zukunft auf Social Media in Deutschland präsent sein. Wir suchen sogar momentan nach einem Freiberufler (freelancer), der fließend Estnisch, Deutsch und Englisch spricht.

Falls du jemanden kennst, auf den das zutrifft – melde dich bei uns unter info@estateguru.co

5) Vor kurzem habt ihr das erste Projekt aus Spanien auf der Plattform veröffentlicht. Ihr bietet bereits Kredite aus Litauen, Estland, Lettland und Finnland an. Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Welche Märkte sollen auf eurer Plattform präsent sein?

EstateGuru schafft einen pan-europäischen Marktplatz für die Finanzierung von Immobilienprojekten durch das Zusammenführen von Bauträgern, die eine schnelle und flexible Finanzierung suchen und Investoren, die sich einen stabilen, besicherten und diversifizierten Einkommensstrom aufbauen wollen.

Während des ersten Viertels 2018 hat EstateGuru erste Projekte aus Finnland und Spanien auf die Plattform genommen. Momentan sind wir dabei weitere Partnerschaften einzugehen, die es uns ermöglichen werden, uns noch weiter zu entwickeln und auszubreiten.

Zur Zeit arbeiten wir daran, dass Kreditnehmer aus dem Vereinigten Königreich und Irland Zugriff auf EstateGuru bekommen.

Das war es dann auch schon. Diese insgesamt 11 Fragen hatte ich Mihkel gestellt und im Großen und Ganzen bin ich mit den Antworten auch zufrieden.

Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass EstateGuru eine seriöse Plattform ist, die in Zukunft noch viel von sich wird hören lassen.

Das Konzept mit den durch Immobilien und anderen Grundbesitz besicherten Krediten scheint mir ein attraktives zu sein – sowohl für Kreditnehmer als auch für Kreditgeber, sprich Privatinvestoren.

Die Renditen sind attraktiv, das Geld bei einer breiten Streuung (Stichwort Diversifikation) ziemlich sicher.

Meine Zielinvestition bei EstateGuru sind daher auch 100 Projekte (zu jeweils 50 Euro). Ein Fünftel davon habe ich bereits geschafft.

Ich werde euch natürlich dann auf dem Laufenden halten, wie es bei mir läuft.

Wie findest du Mihkels Antworten? Welchen Eindruck macht EstateGuru auf dich?

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