EstateGuru – Interview mit COO Mihkel Stamm – Teil 1

EstateGuru Interview mit dem COO des Startups
Mihkel Stamm, COO von EstateGuru

Seit wenigen Monaten teste ich mal wieder eine neue P2P-Kredite Plattform: EstateGuru aus Tallinn, Estland.

Anstatt an dieser Stelle das Prinzip und die Funktionsweise selber zu erklären, hab ich mich dazu entschieden den COO des Startups, Mihkel Stamm einfach zu interviewen und die Plattform selber vorstellen zu lassen.

In diesem ersten Teil des Interviews geht es erst mal um Grundlegendes:

  • Was genau ist EstateGuru?
  • Wo liegen die Unterschiede zu anderen P2P Plattformen (z.B. Mintos*)?
  • Was ist ihr Alleinstellungsmerkmal?
  • Und wie sieht es mit meinen Diversifikationsmöglichkeiten auf EstateGuru aus?

Obwohl natürlich hauptsächlich Mihkel zu Wort kommen soll, hab ich es mir erlaubt, seine Antworten manchmal kurz zu kommentieren bzw. zu „übersetzen“ 😉

Here we go…

1) Was ist EstateGuru und wie funktioniert die Plattform?

EstateGuru ist die größte P2P-Kredite Plattform für mit Immobilien besicherte Kredite in Kontinental-Europa und die einzige Plattform weltweit, die in 5 Ländern aktiv ist. Wir bringen Entwickler, Unternehmen und Privatpersonen mit Investoren zusammen, und ermöglichen ihnen damit, das notwendige Kapital für die Finanzierung ihrer Projekte zu beschaffen oder ihre Immobilie zu beleihen.

Auf der anderen Seite können Investoren eine hohe Rendite erzielen, indem sie in diese mit Immobilien beliehenen Kredite investieren. Die besondere Expertise unserer Gründer in Bezug auf Grundbesitz und Immobilien, aber auch was juristische und finanzielle Aspekte angeht, ermöglicht es uns, jedes Projekt angemessen zu beurteilen. Unserer Meinung nach hat EstateGuru eine ganz besondere Rolle in der Welt der P2P-Kredite. Nach der letzten Rezession haben viele Banken ihre Kreditvergabekriterien angepasst, was dazu geführt hat, dass es für Bauträger wesentlich schwieriger ist, von einer Bank finanziert zu werden.
Viele Kreditanträge werden trotz überzeugendem Businessplan und solider Sicherheiten abgelehnt.

EstateGuru ist ein flexibles und schnell-wachsendes Unternehmen, das eben diesen Unternehmen, die von den Banken abgelehnt werden, hilft. Auf diese Art und Weise hilft EstateGuru die Wirtschaft anzukurbeln und stellt sicher, dass gute Businesspläne mit soliden Sicherheiten finanziert werden.

2) Was ist der Unterschied zwischen einer “regulären” P2P-Plattform (wie z.B. Mintos) und EstateGuru und warum ist das wichtig?

Die zwei Hauptunterschiede bestehen darin, dass wir nur Geschäftskredite anbieten (keine Konsumentenkredite wie bei Mintos) und dass wir alle Kredite selbst vergeben, während Mintos dabei auf verschiedene Darlehensanbahner zurückgreift.

Dadurch können wir jedes Projekt sorgfältig überprüfen, bevor wir einen Kredit vergeben. Wir haben dafür ein internes Gremium, das sich jeden Kreditantrag anschaut. Auf der Plattform landen dann nur Projekte, die von diesem Gremium akzeptiert wurden.

Außerdem ist bei jedem Projekt auf der Plattform eine Sicherheit hinterlegt. Dadurch ist das Ganze noch mal sicherer. Das bedeutet, dass wir im Fall eines Kreditausfalls (wenn ein Kreditnehmer nicht in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen) ein Gerichtsverfahren einleiten und den Kreditbetrag letztendlich an die Investoren zurückzahlen können, in dem wir den hinterlegten Vermögenswert im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung verkaufen.

Mein Kommentar: EstateGuru positioniert sich hier klar als Alternative zu den zahlreichen anderen P2P Plattformen im baltischen Raum, die größtenteils Konsumentenkredite anbieten, bei denen keine Sicherheit hinterlegt wird. Hier gibt es nur Geschäftskredite, es handelt sich also eher um eine B2P-Plattform (Business-to-Peer).

3) Was macht EstateGuru für Investoren besonders attraktiv (im Vergleich zu anderen Plattformen)?

Zunächst, dass jedes Projekt von Experten ausgesucht wird, dass es keine asymmetrische Information gibt und dass du als Investor dann aufgrund der zur Verfügung gestellten Informationen (über den Kreditnehmer und die hinterlegte Sicherheit) eine klare Entscheidung treffen kannst.

Zweitens, dass du zu jeder Zeit deine Anlagen im Blick hast und nur die Kredite auswählen musst, mit denen du dich wohl fühlst. Keiner trifft diese Entscheidung für dich. Außerdem kannst du deine Anlagen auch geographisch diversifizieren.

Drittens, dass es keine versteckten Kosten oder Gebühren für die Nutzung der Plattform als Investor gibt und du bereits mit 50 Euro starten kannst!

Viertens, dass EstateGuru seinen Investoren bisher eine durchschnittliche Rendite von 12,5% bieten konnte, höher als bei vielen anderen Plattformen.

Und letztlich, dass alle Projekte besichert sind, was im Falle eines Ausfalls eine zusätzliche Sicherheit bietet.
EstateGuru ist daher der beste Geldanlage-Partner für jede Art von Investor, weil wir ihnen die höchste Rendite und die breitesten Diversifikationsmöglichkeiten in diesem Bereich bieten.

Außerdem würde ich gerne auf den USP (Unique Selling Point = Alleinstellungsmerkmal) von EstateGuru eingehen, der uns anders und sowohl für Investoren wie auch für Kreditnehmer attraktiv macht.

Kreditnehmer können schnell und flexibel ihre Projekte finanzieren, denn dieser Prozess geht bei uns schneller als bei den Banken und ist billiger als bei anderen Geldverleihern. EstateGuru ist aber nicht nur ein Finanzierungspartner sondern auch ein Marketing Partner für das Endprodukt des Kreditnehmers. Aus diesem Grund kommen unsere Kreditnehmer immer wieder auf uns zurück.

Investoren bieten wir besicherte und geografisch diversifizierte Kredite, die für jeden zugänglich sind. EstateGuru ist ein vertrauenswürdiger Partner, der es ermöglicht in solche besicherten Kredite zu investieren. Die Liquidität der hinterlegten Sicherheit ist das entscheidende Element bei der sorgfältigen Überprüfung der Kreditnehmer.

Mein Kommentar: Diese Antwort klingt für mich etwas „einstudiert“, aber ok. Was den vierten Punkt (Rendite) betrifft, wird auf der Startseite von EstateGuru derzeit ein Wert von 12,44 angegeben. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings, dass der Wert niedriger ist. Ich habe inzwischen in 15 verschiedene Projekte investiert und bei keinem davon ist die Rendite höher als 12 %. Meine voraussichtliche Gesamtrendite liegt derzeit bei ca. 11 %.

4) Was ist der LTV und warum ist diese Zahl wichtig?

Dieser Loan-to-value Ration (LTV, zu Deutsch = der Beleihungsauslauf) zeigt an, wie hoch der Darlehensbetrag im Vergleich zur hinterlegten Sicherheit ist.

Wenn diese z. B. einen Wert von 100.000 Euro hat und wir 60.000 Euro an den Kreditnehmer auszahlen, dann beträgt der LTV 60%. Je niedriger diese Zahl ist, desto besser sind die Chancen, dass die Anleger in Falle eines Ausfalls ihr Geld zurückbekommen.

Da der maximale Wert bei EstateGuru bei 75% liegt, können wir sicherstellen, dass wir noch zusätzliche Gebühren kassieren werden, die beim Liquidationsprozess erhoben werden.

5) Ein diversifiziertes (breit gestreutes) Portfolio ist wichtig, damit ein Anleger sein Risiko minimieren kann. Bei den meisten P2P Plattformen kann man bereits ab einem Minimum von 10 Euro pro Kredit investieren. Warum liegt dieser Wert bei EstateGuru bei 50 Euro?

Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass die meisten Plattformen einen minimalen Anlagebetrag von 10 Euro anbieten.

Es gibt sehr viele Plattformen, bei denen der minimale Anlagebetrag höher als oder zumindest gleich hoch ist wie bei EstateGuru. Wir glauben, dass 50 Euro ein angemessener Minimalbetrag bei Immobilieninvestments ist, der es allen interessierten Investoren ermöglicht, ihr Geld hier anzulegen und sich somit ein nachhaltiges, diversifiziertes Portfolio anzueignen. Der durchschnittliche Anlagebetrag bei EstateGuru liegt übrigens bei 3.186 Euro.

Mein Kommentar: Ich gebe zu, dass ich mit der Frage etwas provozieren wollte. Plattformen, die ein Mindestinvest von 10 Euro anbieten (wie z.B. Mintos*), sind natürlich keine Immobilienplattformen. Da hat er also schon Recht.

6) Was würdest du empfehlen: in wie viele verschiedene Kreditprojekte sollte ich investieren, um eine ordentliche Diversifikation bei EstateGuru zu erreichen?

Das kannst einzig und allein du entscheiden, ab wann du diversifiziert genug bist! Für manche Anleger liegt dieser Wert bei 10 verschiedenen Projekten, für andere liegt er bei 50.

Je mehr Projekte du mitfinanzierst, desto stärker bist du diversifiziert. 2% deines ganzen Investment-Portfolios in einem Kredit stecken zu haben ist ein akzeptabler Diversifikationsgrad. Außerdem ist es wichtig, seine Investments auf verschiedene Länder aufzuteilen. Die beste Möglichkeit einen hohen Diversifikationsgrad für dein Portfolio zu erreichen ist die Auto-Invest Funktion zu nutzen.

Auto-Invest investiert automatisch in Projekte, die auf der Plattform veröffentlicht werden und deinen vorgegebenen Kriterien entsprechen. Du kannst diese Funktion bereits ab 50 € pro Kredit nutzen. Aber erst ab einem Minimalbetrag von 500 € pro Kredit hast du die Möglichkeit zusätzliche Kriterien anzugeben.

Mein Kommentar: Hier wollte er sich offensichtlich nicht festlegen. Somit kann er natürlich mehr Investoren für seine Plattform gewinnen, auch solche, die nicht das Geld haben, um gut diversifiziert zu sein. Ich persönlich rate immer zu einem Diversifikationsgrad von 100, also in 100 verschiedene Projekte investiert zu haben. Darauf arbeite ich gerade hin. Wenn dann ein Projekt ausfällt, hat man zunächst mal nur 1% seines eingesetzten Kapitals verloren. Ich denke, das kann fast jeder verschmerzen.

Damit sind wir auch schon am Ende von Teil 1 angekommen.

Hier geht es zu Teil 2 des Interviews.

Darin geht es dann vor allem um die Risiken aus Sicht des Anlegers und einen kleinen Ausblick in die Zukunft der Plattform.

Mich würde interessieren: Bist du schon bei Estateguru investiert? Falls nicht, was hält dich davon ab?

5 Antworten auf „EstateGuru – Interview mit COO Mihkel Stamm – Teil 1“

  1. Hi Carsten,
    wollte mich gerade über deinen Affiliate-Link anmelden, aber da scheint was schiefgelaufen zu sein – ich laufe ins Leere.

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