Achtsam Ausgeben – wie du beim Einkaufen alles richtig machst

Shania Twain (Quelle: flickr.com)

Im Jahr 2003 erschien ein Song der kanadischen Sängerin Shania Twain, der als eine deutliche Kritik an der amerikanischen Konsumgesellschaft verstanden werden darf.

In Ka-Ching“ geht es um Gier, Kreditkarten, Shoppen, Hypotheken und Darlehen – eher untypisch für einen klassischen Pop-Song.

Aber Twain trifft den Nagel auf den Kopf: Geld auszugeben ist für viele fast schon zu einer Art Religion geworden – statt in die Kirche zu gehen, strömen die Amerikaner am Wochenende massenweise in ihre Einkaufszentren.

Bei uns in Deutschland sind die Läden zwar in der Regel sonntags geschlossen, aber sind wir deswegen weniger in Gefahr dem Reiz des regelmäßigen Konsums zu verfallen?

Ich denke nicht…

Eins der drei grundlegenden Prinzipien des Moneybuildings lautet:

Achtsam Ausgeben

Anhand dieses detaillierten Leitfadens erkläre ich dir, was es damit genau auf sich hat.

Viele Menschen scheitern beim richtigen Umgang mit ihren persönlichen Finanzen aufgrund einer entscheidenden Schwäche: Sie geben viel zu gerne und viel zu viel Geld aus.

Deswegen hängen die Prinzipien „Achtsam Ausgeben“ und „Systematisch Sparen“ auch automatisch zusammen. Sie sind sozusagen untrennbar miteinander verbunden.

Wer das eine beachtet, wird auch eher das andere umsetzen. Wer bei einem von beiden scheitert, dem wird es auch schwerer fallen, das andere zu befolgen.

Werbung, Werbung, Werbung

Von allen Seiten werden wir heutzutage damit bombardiert: Werbung! Im Briefkasten, am Straßenrand, im Internet und im Fernsehen. Du kannst ihr kaum entkommen.

Umso wichtiger ist es, dass du dir bewusst machst, was Werbung eigentlich ist:

Der Versuch dir ein Produkt oder eine Dienstleistung so schmackhaft zu machen, dass du sie kaufst.

Und zwar egal, ob du das Beworbene brauchst, dir leisten kannst oder ob es dich glücklich machen wird. Der Anbieter interessiert sich meistens nicht für dich, er will nur dein Geld. So ist das leider. Je früher du das verstanden und verinnerlicht hast, desto besser.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen informativer und suggestiver Werbung, wobei in den meisten Anzeigen Elemente beider Arten vorhanden sind. Versuch doch einfach mal darauf zu achten, wenn du das nächste Mal mit einer Werbeanzeige oder einem Werbespot konfrontiert wirst:

Werde ich hauptsächlich über das Produkt und seine Vorteile informiert oder soll mir eher suggeriert werden, dass mich das Produkt so viel glücklicher machen wird?

Drei Fragen

Bevor du dir etwas kaufst, solltest du dir immer zuerst drei Fragen stellen:

  1. Kann ich mir das leisten?
  2. Brauche ich das?
  3. Macht mich das glücklich?

Am besten in genau dieser Reihenfolge. Wenn du die erste Frage nicht mit „ja“ beantworten kannst, brauchst du dir die anderen beiden gar nicht mehr stellen.

Kaufe nichts, was du dir nicht leisten kannst. PUNKT.

Wenn du alle drei Fragen positiv beantworten kannst, hast du grünes Licht.

Ansonsten gilt: Du solltest mindestens zwei der drei Fragen mit „ja“ beantwortet haben, bevor du einen Einkauf tätigst, wobei Frage Nummer 1 immer eine davon sein muss.

Wenn du etwas wirklich brauchst, muss es dich nicht unbedingt glücklich machen.

Klopapier macht dich höchstwahrscheinlich nicht glücklich, aber du wirst dich eher nicht mit deiner Frau darüber streiten, ob ihr so etwas bei euch zu Hause braucht oder nicht.

Achtsam Ausgeben fällt uns schwer

Mehr Glück als Verstand?

Wenn du etwas nicht wirklich brauchst, es dich aber glücklich macht, wird die Sache schon komplizierter.

Denn: Woher weißt du, dass es dich glücklich machen wird? Bist du Hellseher? Eben. Also ist es lediglich eine Vermutung, vielleicht sogar eine Hoffnung, dass es dich glücklich machen wird.

Deswegen: Sei ehrlich zu dir selbst und frage dich, warum du denkst, dass es dich glücklich machen wird.

Außerdem musst du bedenken, dass wir Menschen eine großartige Fähigkeit haben: unsere Anpassungsfähigkeit.

Das führt z.B. dazu, dass Menschen, die durch einen Unfall eine Querschnittslähmung erleiden, in der Regel ein Jahr nach dem Schicksalsschlag mit ihrem Leben wieder genauso zufrieden sind, wie vor dem Unfall. Sie haben sich an die neue Situation gewöhnt und ihr Leben dementsprechend angepasst.

Genau dasselbe passiert bei größeren Anschaffungen, mit denen man sich mehr Glück in seinem Leben erhofft. Am Anfang freust du dich riesig über den nagelneuen iMac, der nun auf deinem Schreibtisch steht. Aber bereits nach wenigen Monaten hast du dich an ihn gewöhnt und du bist nicht dauerhaft glücklicher als vorher.

iMac auf Schreibtisch
Quelle: Mediamodifier/pixabay

Das heißt nicht, dass du ihn dir nicht zulegen solltest – du darfst ihn nur nicht aus den falschen Gründen kaufen.

Sich etwas anzuschaffen, um das emotionale Loch im Inneren zu füllen, ist selten eine gute Idee.

Denn das kann schnell zu einer Gewohnheit werden und somit dazu führen, dass du regelmäßig mehr Geld ausgibst, als du solltest.

Versteh mich nicht falsch, es geht hier hauptsächlich darum, große Anschaffungen nicht leichtsinnig und aus den falschen Gründen heraus zu tätigen. Wenn du dir nach einem harten Arbeitstag im Supermarkt einen Snickers-Riegel mit nimmst, ist das natürlich völlig in Ordnung – solange es nicht zu einer täglichen Gewohnheit wird.

Wenn du nicht alleine lebst, wäre es vermutlich auch sinnvoll, sich die Frage zu stellen: Macht es nur mich glücklich? Was ist mit meinem Partner? Meinen Kindern?

Du siehst, es ist gar nicht so einfach, die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen. Und mit Sicherheit ist dieser Leitfaden bei kleineren Einkäufen (siehe Snickers-Riegel) größtenteils irrelevant.

Dennoch muss man immer bedenken, dass sich auch kleinere Beträge schnell summieren können und dadurch für ein wundersames Verschwinden des monatlichen Einkommens sorgen. Was dir natürlich nicht passieren wird, da du MoneyControl verwendest 😉

Die Macht des Bargelds

Schließlich geb ich dir noch einen Tipp mit, der mit deiner Zahlweise zu tun hat. Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Menschen es als „schmerzvoller“ empfinden, etwas mit Bargeld zu bezahlen als mit einer Karte.

Dies scheint damit zusammen zu hängen, dass der Geldbetrag, den man durch die Transaktion verliert, bei einer Barzahlung viel sichtbarer wird als bei einer elektronischen Zahlung.

Wenn du also jemand bist, der tendenziell eher zu viel Geld ausgibt, dann solltest du versuchen, einen Monat lang nur mit Bargeld zu bezahlen, um dir bewusst zu machen, wie viel du tatsächlich ausgibst.

Fazit

Um den Leitsatz „Achtsam Ausgeben“ konsequent befolgen zu können, solltest du also folgende Ratschläge beachten:

  • Lass dich von der Werbung nicht zu sehr beeinflussen!
  • Stell dir die drei Fragen: Kann ich mir das leisten? Brauch ich das? Macht mich das glücklich? Und sei bei der Beantwortung ehrlich zu dir.
  • Nutze die Macht des Bargelds, um den „Schmerz des Zahlens“ zu erhöhen.

Wenn du diese Regeln beachtest, wirst du merken, dass du deine Finanzen besser in den Griff bekommst und du mehr Geld fürs systematische Sparen und intelligente Investieren zur Verfügung hast.

Ansonsten kann ich dir auch den Blog von Tim Schaefer empfehlen. Der ist  auch immer sehr motivierend, wenn es darum geht, die eigenen Konsumgewohnheiten neu zu überdenken.

Worauf achtest du noch beim Geld ausgeben?

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