Was sind ETFs?

Was sind ETFs?

Seit einigen Jahren schon sind sie aus der Finanzbranche nicht mehr wegzudenken: ETFs. Trotzdem gibt es gerade in Deutschland nach wie vor viele, die das Wort zu ersten Mal hören und sich die Frage stellen: Was sind ETFs?

Auch auf diesem Blog werden sie immer mal wieder erwähnt, mit anderen Geldanlageklassen verglichen oder sind sogar das Hauptthema eines Artikels. Meine Vermögensaufbaustrategie beruht größtenteils auf der Geldanlage in ETFs. Daher ist es nun mal an der Zeit, die Frage endlich zu beantworten:

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Die Abkürzung ETF steht für „Exchange-Traded Fund“, zu deutsch also ein börsengehandelter Fonds. In der Regel handelt es sich dabei jedoch immer nur um sogenannte Indexfonds. Aber fangen wir mal der Reihe nach an.

Was ist ein Fonds?

Ein Fonds ist nichts anderes als eine Art virtueller Korb, den ein Fondsmanager mit diversen Wertpapieren (z.B. Aktien oder Anleihen) oder auch anderen Anlageklassen wie Rohstoffen oder Immobilien füllt. Um das Ganze möglichst verständlich zu machen, werde ich in diesem Beitrag ab jetzt aber nur noch von Aktienfonds (quasi ein Korb voller Aktien) reden. Also Fonds, in denen keine anderen Wertpapiere oder Anlageklassen enthalten sind.

Ein Fonds verfolgt dabei immer eine bestimmte Anlagestrategie, die der Manager versucht umzusetzen.

Er beobachtet den Markt genau und reagiert auf Marktbewegungen, in dem er z.B. die Aktien eines Unternehmens, die im Fonds enthalten sind, verkauft, dafür aber die eines anderen Unternehmens zukauft.

Auf diese Art und Weise versucht er seinen Vergleichsindex (auch Benchmark genannt) zu schlagen, also eine höhere Rendite zu erzielen. Bei deutschen Aktien oder Fonds wird oft der DAX als Vergleichsindex hinzugezogen. Wenn der Fonds nun in einem vorgegebenen Jahr um 10% zulegt, der DAX im gleichen Zeitraum aber nur um 7%, so hat der Fondsmanager den Vergleichsindex (den DAX) geschlagen. Er hat eine höhere Rendite erzielt.

In der Praxis gelingt dies allerdings nur sehr wenigen Fonds.

Was ist ein Index?

Wenn du jetzt bei „Vergleichsindex“ und „DAX“ nur Bahnhof verstanden hast, dann erkläre ich dir nun kurz, was eigentlich ein Index ist.

Bei einem Index handelt es sich um eine Kennzahl für die Entwicklung von bestimmten Aktienkursen. Der DAX ist beispielsweise eine Kennzahl für die Entwicklung der Aktienkurse der 30 größten deutschen Unternehmen (von Adidas bis Vonovia). Die Änderungen dieser Kennzahl zeigen anschließend die Wertentwicklung all dieser Aktien.

Somit eignen sich solche Indices sehr gut, um die wirtschaftliche Stimmung in einem Land oder einer Region zu spiegeln. Steigt der DAX über einen gewissen Zeitraum, geht es der deutschen Wirtschaft in den Augen der Investoren gut. Sinkt er dagegen, geht es ihr schlecht oder es wird befürchtet, dass es wirtschaftlich bald bergab gehen wird.

Es gibt dabei verschiedene Kategorien von Indices:

  • Länder- und Regionen Indices: DAX (Deutschland), S&P 500 (USA), EURO STOXX 50 (Europa)
  • Dividenden-Indices beinhalten Aktien mit besonders hohen Dividenden: DivDAX, STOXX Global Select Dividend 100
  • Sektor- oder Branchen-Indices enthalten Aktien, die hauptsächlich in einer bestimmten Branche tätig sind: STOXX Europe 600 Automobiles & Parts (Automobil-Branche), MSCI Europe Consumer Staples (Konsum)
  • Strategie-Indices verfolgen eine besondere, zuvor festgelegte Strategie: STOXX Europe Strong Growth 20 (Wachstums-Aktien)

Für Anfänger und für den langfristigen Vermögensaufbau sind ETFs auf Länder- und Regionen Indices das Sinnvollste.

Was ist ein Indexfonds?

Wenn also ein Fonds ein Korb voller Aktien ist und ein Index eine Kennzahl für die Entwicklung einer bestimmten Auswahl an Aktienkursen, kannst du dir vermutlich schon denken, was ein Indexfonds ist.

Ein Indexfonds bildet die Entwicklung eines bestimmten Index möglichst genau ab.

Dadurch weißt du immer exakt, worin du investiert bist.

Bei einem Indexfonds auf den DAX investierst du in die größten deutschen Unternehmen. Bei einem Indexfonds auf den S&P 500 investierst du in die größten amerikanischen Unternehmen.

Dadurch benötigt ein solcher Fonds auch keinen Manager, der sich den Kopf darüber zerbricht, welche Aktien er nun kaufen und welche doch lieber wieder verkaufen sollte. Davon profitierst du als Anleger, denn das macht Indexfonds besonders günstig im Vergleich zu ihren gemanagten Pendants – es muss kein Fondsmanager bezahlt werden.

Was ist ein ETF?

An der Börse gehandelt?

Ein Indexfonds, der an der Börse gehandelt wird, wird zum ETF. Dieser kann dann, wie eine Aktie, während der Börsenöffnungszeiten gekauft und verkauft werden. Dabei fallen Ordergebühren an, die bei jedem Broker unterschiedlich hoch ausfallen.

Außerdem zahlst du eine Abgabe auf die Differenz des An- und Verkaufskurses, des sogenannten Spreads.

Wenn du also ETFs handeln bzw. mit ihrer Hilfe Vermögen aufbauen willst, brauchst du ein Wertpapierdepot bei einem Broker. Dabei solltest du darauf achten, dass die Depotführung kostenlos ist und die Ordergebühren möglichst gering.

Meine aktuellen Depot-Empfehlungen sind Smartbroker* und TradeRepublic* (nur auf dem Smartphone). Bei beiden ist die Depotführung komplett kostenlos.

Noch günstiger kannst du in ETFs investieren, wenn du dies per Sparplan tust. Dabei investierst du regelmäßig und automatisch, meistens monatlich, die gleiche Summe in den von dir ausgewählten ETF. Der Broker belohnt dich dafür mit einer geringeren Gebühr als wenn du jeden Kauf einzeln ausführen würdest.

Rechenbeispiel:

So zahlst du bei Smartbroker pro regulärem Kauf 4€, pro Ausführung eines ETF-Sparplans aber nur 0,2% (mindestens aber 0,8 Euro) der investierten Summe. Du müsstest also jeden Monat 2.000 Euro per Sparplan investieren, um dabei auf eine Gebühr von 4 Euro zu kommen. Das wird bei den meisten Privatanlegern nicht der Fall sein.

Das Ganze noch mal in Tabellenform und im Vergleich zu Trade Republic*.

Deine Kosten bei
Smartbroker*
Deine Kosten bei
Trade Republic*
Gebühren Einmalanlage4 Euro (Flatfee)1 Euro (Flatfee)
Gebühren ETF-Sparplan0,2% (mind. 0,8 Euro)kostenlos
500 Euro per Sparplan1 Eurokostenlos
500 Euro per Einmalanlage4 Euro1 Euro

Weitere Vorteile des Investierens per Sparplan sind:

  • Du nimmst die Emotionen heraus und bist nicht versucht, aus Panik oder Gier zu handeln.
  • Du kaufst automatisch mehr Anteile, wenn der Kurs gerade günstig ist und automatische weniger Anteile, wenn der Kurs gestiegen ist.
  • Und du baust dir kontinuierlich ein Vermögen bzw. ein passives Einkommen auf und profitierst dabei vom Zinseszinseffekt.

Warum hat mir mein Bankberater noch nie von ETFs erzählt?

Es ist sehr wahrscheinlich dass dein Bank- oder Finanzberater dir noch nie von ETFs erzählt hat.

Das liegt vor allem daran, dass diese größtenteils provisionsbasierte Finanzprodukte empfehlen. Bei ETFs fallen diese Provisionen jedoch weg. Somit werden ETFs, wenn überhaupt, von Honorarberatern empfohlen.

Und natürlich von Finanzbloggern. Denn immer mehr Privatanleger entdecken ETFs als Vehikel, um einfach, risikoarm und kostengünstig Vermögen aufzubauen. Die Banken und Finanzberater sind die Leidtragenden, weil ihnen ihre Provisionen wegfallen. Das gefällt ihnen verständlicherweise nicht und so gehören sie, zusammen mit Fondsmanagern, zu der Gruppe von Menschen, die ETFs oft am stärksten kritisieren.

Übrigens: Das Verbraucherportal Finanztip hat diese Kritikpunkte gesammelt und ausführlich darauf geantwortet. Zusammenfassend kann man nur sagen, dass sich letztlich alle Argumente gegen ETFs bei genauerem Hinschauen entkräften lassen.

Fazit

Was sind ETFs? ETFs sind an der Börse gehandelte Indexfonds, die bei Privatanlegern immer beliebter werden. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie:

  • einfach zu verstehen sind,
  • dein Risiko durch eine breite Streuung verringern
  • und aufgrund ihres passiven Charakters sehr kostengünstig sind.

Am sinnvollsten und am günstigsten ist das Starten eines sogenannten ETF-Sparplans, bei dem du jeden Monat die gleiche Summe in den von dir ausgewählten ETF investierst.

Dafür brauchst du ein Wertpapierdepot bei einem Broker mit günstigen Konditionen (z.B. bei Smartbroker* oder Trade Republic*). Und schon kannst du mit dem entspannten Vermögensaufbau loslegen.

Der einzige, der damit ein Problem haben wird, ist dein Bankberater. Aber ich denke, damit kannst du leben 🙂

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