Die Vor- und Nachteile von Estateguru

Estateguru LogoEs ist soweit.

Hier ist mein erster Erfahrungsbericht zu der estnischen P2P-Kredite Plattform Estateguru.

Bereits vor einigen Wochen hatte ich mit einem zweiteiligen Interview mit dem COO von Estateguru die Plattform näher vorgestellt.

Im September 2017 habe ich mich auf der Plattform angemeldet und gleich begonnen, zu investieren.

Inzwischen hab ich über 1.000 Euro in mehr als 20 Projekte gesteckt und damit einen Diversifizierungsgrad von weniger als 4% erreicht. Das ist schon ganz ordentlich, auch wenn ich bei P2P-Krediten aufgrund des hohen Risikos immer 1% anstrebe.

Mein Zinssatz wird mir momentan mit 11% angezeigt, also mehr als 1% weniger als der Prozentsatz, der zur Zeit auf der Startseite der Plattform angezeigt wird.

Aber 11% sind für mich natürlich immer noch mehr als zufriedenstellend.

Bisher hab ich keine Ausfälle gehabt, bin aber eben auch noch nicht so lange dabei.

Im Folgenden möchte ich kurz die Vor- und Nachteile von Estateguru vorstellen und anschließend ein Fazit ziehen.

Vorteile

1. Alle Kredite sind besichert

Wie im Interview bereits erklärt, sind alle Kredite, die auf der Plattform erscheinen, durch Immobilien oder Grundstücke besichert.

Das gibt einem als Investor eine zusätzliche Sicherheit, die man bei einer Investition auf einer „normalen“ P2P-Plattform so nicht hat.

Wenn ein Kredit nicht zurückgezahlt werden kann, wird die dahinter liegende Sicherheit versteigert und der Erlös genutzt, um die Investoren zurückzuzahlen.

So zumindest die Theorie.

Soweit ich weiß, musste das in der Praxis bisher noch nicht durchgeführt werden. (Oder bin ich da falsch informiert?)

2. Das Investieren ist dank Auto-Invest unkompliziert

Eigentlich ist es ja fast schon Standard: der Auto-Invest. Trotzdem gibt es immer noch Plattformen, die ihn nicht im Angebot haben.

Estateguru allerdings schon. Und das ist gut so, denn es ist schon sehr zeitaufwändig, jeden Kredit genau unter die Lupe nehmen zu müssen – um dann möglicherweise festzustellen, dass man lieber doch nicht in dieses Projekt investiert.

Vor allem, weil man sich eben oft auch irrt.

Daher bevorzuge ich auf allen Plattformen mit dem Auto-Invest zu arbeiten. Das spart mir sehr viel Zeit und ich kann mich zurück lehnen und dabei zusehen, wie sich mein Geld vermehrt.

3. Die Rendite ist hoch

Wie bereits erwähnt, wird auf der Startseite eine andere Durchschnittsrendite angezeigt, als diejenige, die inzwischen realistisch ist.

Das liegt wahrscheinlich daran, dass zu Beginn der Plattform die Kredite höher verzinst waren.

Inzwischen erscheinen nur noch sehr selten Kredite auf der Plattform, die einen Zinssatz von >11% anbieten.

Es ist daher unrealistisch mit einer Gesamt-Rendite zu rechnen, die höher als 11% ist. Ich rechne eher damit, dass meine Rendite langfristig noch auf 10% sinken wird.

Nichtsdestotrotz ist das immer noch eine sehr gute und hohe Rendite. Natürlich geht eine solche Rendite auch immer mit einem gewissen Risiko einher.

Kommen wir also nun zu den Nachteilen.

 

(Wenn du dich noch im Juni 2018 über den obigen Link anmeldest, bekommst du 1% deines eingesetzten Kapitals von Estateguru im Juli wieder gutgeschrieben).

Nachteile

1. Das Risiko ist hoch

Ein zweistellige Rendite kommt nicht von ungefähr. P2P – Investments sind immer mit Risiko verbunden.

Das Kreditausfallrisiko wird zum einen durch die Besicherung etwas geringer, zum anderen kann man es durch eine vernünftige Risikostreuung (Diversifikation) stark minimieren.

Gegen das Plattformrisiko kann man nicht wirklich etwas machen. Dabei geht es um das Risiko, dass Estateguru pleite gehen könnte.

Wie die Investoren in diesem Fall abgesichert sind, hat Mihkel Stamm im zweiten Teil unseres Interviews erklärt. Ob das dann tatsächlich alles so reibungslos funktioniert, wird sich erst zeigen, wenn dieser Fall tatsächlich eintritt.

2. Das Layout/Design ist unübersichtlich

Ein weiterer „Nachteil“ ist das Layout oder das Design der Webseite. Ich könnte mir vorstellen, dass es einige potentielle Investoren davon abhält, sich bei Estateguru anzumelden.

Vor allem das Bild, das sich einem nach dem Einloggen bietet, ist wenig attraktiv.

Vor- und Nachteile von Estateguru: Das Layout gehört eher zu den Nachteilen

Dabei kann ich zwar sehen, wie viel Geld momentan investierbar ist (€ 45,80) und was ich ich bisher eingenommen habe (€ 12,01).

Aber vor allem das Menü ist viel zu überladen und unübersichtlich.

Ich kann z.B. nirgendwo sehen, wie viele Zinsen ich in einem bestimmten Monat eingenommen habe. Auch die Höhe meiner Gesamtrendite wäre für mich eigentlich eine wichtige Information, die ich gerne direkt nach dem Einloggen sehen würde.

Stattdessen muss ich die richtige Seite anklicken und dort in einer Tabelle runterscrollen, bis ich die entsprechende Prozentzahl im richtigen Kästchen gefunden habe.

Ich habe das Problem bei Estateguru bereits angesprochen und mir wurde versichert, dass noch in diesem Jahr (2018) das Layout/Design komplett überarbeitet wird.

Wir dürfen gespannt sein.

3. Der Mindestinvest liegt bei 50 €

Auch diesen Nachteil habe ich bereits in meinem Interview mit Estateguru angesprochen.

Vor allem gegenüber den klassischen P2P-Plattformen wie Mintos und Co. fällt diese deutlich höhere Mindestinvestsumme auf.

Das Problem dabei: man braucht wesentlich mehr Kredite, um den gleichen Diversifizierungsgrad zu erreichen.

Bei Mintos kann man bereits mit 1.000 € eine Risikostreuung von 100 (oder 1%) erreichen. Um den gleichen Diversifizierungsgrad bei Estateguru zu bekommen, braucht man 5.000 €, also das 5-fache.

Wenn man diesen Mindestinvest von 50 € allerdings mit anderen Immobilien-Plattformen (z. B. in Deutschland) vergleicht, ist es immer noch ein sehr gutes Angebot. Denn dort braucht man oft mindestens 500 € um einzusteigen (siehe Exporo, Zinsland, und Co.).

4. Passives Einkommen vor allem jährlich, nicht monatlich

Der letzte Nachteil betrifft die Häufigkeit der Rückzahlungen – das allseits beliebte passive Einkommen.

In den meisten Fällen, wird das Darlehen bei Estateguru am Ende der Laufzeit zurückgezahlt. Das gilt auch für die fälligen Zinsen. Dadurch hat man als Investor vor allem zu Beginn kaum Einnahmen.

Somit ist es schwierig ein monatliches passives Einkommen aufzubauen.

Wenn ich keinen Denkfehler mache, müsste sich das allerdings mit der Zeit und vor allem mit der steigenden Anzahl an Krediten, in die man investiert hat, ändern.

Denn dann kommt es öfters und und zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr vor, dass ein Darlehen zurückgezahlt wird.

 

(Wenn du dich noch im Juni 2018 über den obigen Link anmeldest, bekommst du 1% deines eingesetzten Kapitals von Estateguru im Juli wieder gutgeschrieben).

Fazit

Ich bin seit bald einem Jahr bei Estateguru angemeldet und erreiche dort derzeit eine Rendite von 11%.

Einige Vor- und Nachteile von Estateguru sind mir in dieser Zeit aufgefallen.

Vorteile der Plattform sind die Besicherung der Kredite durch Immobilien, die praktische Auto-Invest Funktion und die zweistellige Rendite.

Nachteile sind dagegen das hohe Risiko, das etwas unübersichtliche Layout, die relative hohe Mindestinvestsumme pro Kredit und die Endfälligkeit der meisten Darlehen.

Obwohl die Nachteile dadurch numerisch überwiegen, bin ich nach wie vor von Estateguru überzeugt.

Mir gefällt das Konzept, aber auch die transparente Kommunikation mit den Investoren.

Das Layout sollte bald überarbeitet werden. Das Risiko nimmt man bei P2P-Krediten aufgrund der hohen Rendite in Kauf.

Die anderen von mir aufgezählten Nachteile werden immer unbedeutender, je mehr Geld man auf der Plattform investiert hat.

Auf jeden Fall glaube ich, dass Estateguru langfristig eine attraktive Alternative zu Mintos und anderen klassischen P2P-Kredite Plattformen sein wird.

Was denkst du? Überwiegen für dich bei Estateguru die Vorteile oder die Nachteile? Ich freu mich auf deinen Kommentar!

 

 

2 Replies to “Die Vor- und Nachteile von Estateguru”

  1. Ich investiere auch sehr fleißig bei Estateguru.
    Die Sicherheiten von Estateguru mussten sich, in der Tat, noch nicht wirklich einem Realitäts-Check stellen. Mal schauen, wann es soweit ist. Bisher konnten alle Problemfälle noch gerettet werden.

    Zum Design wird es wohl gegen Ende des Jahres noch ein Redesign geben. Das ist auch wirklich notwendig 🙂

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