Vermögensaufbau mit ETFs oder Immobilien?

Vermögensaufbau mit ETFs oder Immobilien?

Es gibt Dinge im Leben, die erklären sich quasi von selbst.

  • Wenn du Muskeln aufbauen willst, musst du trainieren.
  • Wenn du abnehmen willst, musst du dich gesünder ernähren (oder einfach weniger essen).
  • Und wenn du Vermögen aufbauen willst, musst du erst mal mehr Geld einnehmen als du ausgibst. Dieses überschüssige Geld solltest du anschließend anlegen.

Soweit, so gut.

Sparweltmeister sind wir in Deutschland ja angeblich schon. Haben wir nicht sogar das Sparbuch erfunden? Und trotzdem wachsen die Vermögen der Spanier viel stärker als unsere. Wie kann das sein?

Wir scheitern bei dem Schritt, der dafür sorgt, dass wir nicht Opfer der Inflation werden und unser Geld de facto immer weniger wert ist.

Wir scheitern bei der Geldanlage. Denn wie du richtig Geld anlegst, erklärt sich eben nicht von selbst. Vielleicht fragst auch du dich:

Wie kann ich richtig Geld anlegen?

Auf der einen Seite hast du Angst davor, dein Geld zu verlieren. Andererseits bist du von den Nullzinsen bei Sparbuch und Co. zunehmend frustriert.

Es muss doch eine Möglichkeit geben, sein Geld sowohl sicher als auch rendite-orientiert anzulegen.

Oder etwa nicht?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn eine höhere Rendite geht auch immer mit einem höheren Risiko einher. Das ist eine der wichtigsten Grundregeln, die es bei der Geldanlage zu beachten gilt.

 

Trotzdem hast du die Möglichkeit mit klugen Anlageentscheidungen deinen Vermögensaufbau voranzutreiben, ohne dass du dabei einen Totalverlust deines Kapitals befürchten musst.

Zwei wichtige Prinzipien helfen dir dabei:

  1. Die Risikostreuung (auch Diversifikation genannt)
  2. Ein langer Anlagehorizont

In die Praxis übersetzt heißt das: Lege nicht alle Eier in einen Korb und investiere nur Geld, dass du die nächsten 15 Jahre oder länger nicht brauchst.

Wenn du diese beiden Punkte beachtest, bist du den meisten deutschen Privatanlegern schon um einiges voraus. Aber jetzt stellt sich dir die nächste Frage:

Welches Anlageprodukt ist das richtige für mich?

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Anlageklassen, in die du investieren kannst. Die zwei bekanntesten sind sicherlich Immobilien und Wertpapiere, wie z.B. Aktien oder ETFs.

Das liegt ganz einfach daran, dass diese beiden Anlageklassen in der Regel auch die meiste Rendite versprechen. Bei Immobilien ist eine Rendite von 9 bis 12 % möglich, an der Börse sind es zwischen 7 und 11%.

Die logische Frage, die darauf folgt, lautet natürlich:

Was ist besser?

Und vor allem: Bei welchem der beiden Anlageklassen haben wir es leichter, unser Risiko zu streuen und langfristig an unserem Investment festzuhalten? Bei Immobilien oder bei Wertpapieren?

Vermögensaufbau mit Immobilien

Über die Vor- und Nachteile von Immobilien als Kapitalanlage habe ich bereits an anderer Stelle ausführlicher geschrieben.

Daher hier nur ein kurzer Überblick. Die Vorteile von Immobilien liegen für viele Menschen auf der Hand:

  • wiederkehrendes passives Einkommen durch Mieteinnahmen
  • ein physisches Objekt, das allein schon dadurch einen gewissen intrinsischen Wert hat.
  • steuerliche Vorteile, wenn man die Immobilie nicht selbst benutzt.
  • in der Regel eine langfristige Geldanlage

Somit wäre auch schon eins unserer beiden Kriterien für eine erfolgreiche Geldanlage erfüllt.

Aber was ist mit der Risikostreuung?

Für die große Mehrheit aller Privatanleger wird es quasi unmöglich sein, innerhalb kürzester Zeit mehr als eine Handvoll Immobilien zu kaufen. Selbst wenn du dein Vermögen in 5 verschiedenen Immobilien stecken hast: wenn nur bei einem dieser Investments etwas schief geht, hast du im schlimmsten Fall 20% deines eingesetzten Kapitals verloren.

Je mehr Immobilien du besitzt, desto weniger fällt der Verlust einer davon ins Gewicht. Weswegen die Risikostreuung bei der Geldanlage so wichtig ist.

Hier sind die Immobilien also klar im Nachteil. Wenn du trotzdem in Immobilien investieren willst und dabei schon mit 5.000 € Eigenkapital eine optimale Risikostreuung erreichen willst, kannst du dir mal Estateguru näher anschauen.*

Vermögensaufbau mit ETFs (Wertpapieren)

Bei Wertpapieren sieht die Situation wieder etwas anders aus. Du hast zwar keine Mieteinnahmen, dafür kannst du Dividenden der Unternehmen, in die du investiert hast, kassieren.

Deine Wertpapiere sind keine physischen Produkte, die du zu Hause auf dem Schreibtisch liegen hast und anfassen kannst. Trotzdem bist du mit jeder Aktie, die du besitzt, zu einem kleinen Teil an einem Unternehmen beteiligt.

Und dieses Unternehmen besteht in der Regel aus physischen Gegenständen, möglicherweise sogar aus mindestens einer Immobilie.

Steuerliche Vorteile hast du als Wertpapierbesitzer meines Wissens nach nicht, ich bin allerdings auch kein Steuerberater 😉

Achja, und entgegen der landläufigen Meinung sind Wertpapiere nicht zum Zocken oder Spekulieren da, sondern eignen sich hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau.

Und die Diversifikation?

Im Gegensatz zu Immobilien kannst du dir relativ schnell eine dreistellige Anzahl von unterschiedlichen Wertpapieren zulegen. Mit anderen Worten: du bist Anteilseigner von mindestens 100 verschiedenen Unternehmen.

Das kannst du beispielsweise erreichen, in dem du dir tatsächlich hundert Unternehmen aussuchst und dir anschließend von jedem einzelnen Aktien kaufst.

Das Hauptproblem dabei: die richtigen Aktien auszuwählen ist schwer.

Und kostet viel Zeit, wenn man es richtig machen will.

Deswegen setze ich persönlich seit mehreren Jahren auf ETFs, also börsengehandelte Indexfonds. Diese folgen der Entwicklung eines Börsen-Index, also quasi ein Korb mit einer ganzen Reihe von börsennotierten Unternehmen.

Diese sind meistens nach Region oder Branche sortiert. Der DAX enthält beispielsweise die 30 größten deutschen, der S&P 500 die 500 größten amerikanischen Unternehmen.

Wenn du es noch diversifizierter haben willst (was ich empfehlen würde), kannst du z.B. den MSCI World nehmen. Da stecken dann 1.600 Unternehmen aus der ganzen Welt drin.

Eine Risikostreuung durch eine Investition in 1.600 Unternehmen gegenüber einer Handvoll Immobilien? Ich denke, der Sieger steht in diesem Fall eindeutig fest.

Noch nicht überzeugt?

Falls dir diese Argumente noch nicht reichen, keine Angst. Es wird noch besser.

Denn der Vermögensaufbau mit ETFs ist sehr kostengünstig und unkompliziert. Bei den meisten Indexfonds bewegen sich die jährlichen Kosten (das sogenannte Total Expense Ratio) zwischen 0,2 und 0,5%.

Und im Gegensatz zu einer Immobilie brauchst du dich bei ETFs nicht um eine kaputte Wasserleitung oder schwierige Mieter kümmern. Wenn du eine Hausverwaltung beauftragst, musst du das zwar auch bei einem Investment in Immobilien nicht, aber die Verwaltung muss natürlich bezahlt werden.

Ein ETF, wie jedes andere Wertpapier auch, braucht keine Betreuung. Viel unkomplizierter geht es nicht.

Wie und wo kann ich ETFs kaufen?

Wenn du dich für den Vermögensaufbau mit ETFs entschieden hast, brauchst du zunächst ein Wertpapierdepot. Das bieten die meisten Online-Banken heutzutage schon kostenlos an, wenn du bei ihnen ebenfalls ein Girokonto hast.

Ich persönlich empfehle für ETF-Anfänger immer das Depot von comdirect.*

Damit habe ich auch angefangen.

Es ist kostenlos, wenn du ein Girokonto bei comdirect hast oder regelmäßig in einen Sparplan einzahlst.

Die Bedienung des Depots dort ist sehr benutzerfreundlich und erklärt sich quasi von selbst. Sobald das Depot eingerichtet ist, kannst du loslegen. Mit einer einmaligen, großen Summe, die du in deinen ausgewählten ETF steckst oder der Einrichtung eines Sparplans.

 

Ich selbst zahle seit mehreren Jahren in einen ETF-Sparplan ein. Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind viele:

  • Du kannst bereits mit 25 Euro im Monat anfangen.
  • Die Kosten sind sehr gering (1,5% der Summe bei comdirect*, also 1,50 € bei einer Sparrate von 100 €)
  • Du kannst den Sparplan jederzeit pausieren, komplett auflösen, deine Sparrate oder die zu besparenden ETFs ändern.
  • Du musst dir nicht den Kopf darüber zerbrechen, wann der richtige Einstiegszeitpunkt an der Börse gekommen ist. Stattdessen investierst du einfach stur jeden Monat (oder ein mal im Quartal) deine festgelegte Summe.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen auf die Vorteile vom Vermögensaufbau mit ETFs aufmerksam werden und ihren eigenen Sparplan starten.

Inzwischen werde ich immer wieder von Bekannten auf das Thema ETFs angesprochen. In der Regel lesen die nicht mal meinen Blog 😉

Fazit

Solltest du deinen Vermögensaufbau mit ETFs oder doch lieber mit Immobilien angehen?

Die mögliche Rendite ist bei beiden Anlageklassen attraktiv und bei Immobilien sogar etwas höher als bei Wertpapieren. Aber für mich persönlich überwiegen letztendlich die Vorteile bei der Anlage in ETFs.

Zum einen ist es wesentlich einfacher, damit eine hohe Diversifikation zu erreichen. Zum anderen sind sowohl der Aufwand als auch die Kosten viel geringer als bei einer Anlage in Immobilien.

Mein Vermögensaufbau geschieht daher hauptsächlich mit dem regelmäßigen Investieren (sprich, per Sparplan) in Aktien-ETFs.

Mich würde jetzt interessieren, wie du das siehst. Findest du meine Argumente schlüssig und überzeugend? Oder siehst du doch mehr Vorteile beim Vermögensaufbau mit Immobilien? Ich freu mich auf deinen Kommentar!

4 Gedanken zu „Vermögensaufbau mit ETFs oder Immobilien?“

  1. Moin Carsten,

    schöner Artikel und deine Punkte sind Schlüssig.

    Ich habe einen kleinen Teil meines Vermögens auch in ETFs für die Risikostreuung.
    Aber mein Herzblut liegt bei den Immobilien.
    Daher möchte ich noch ein Punkt möchte ich noch für die Immobilien in den Raum werfen:

    Du kannst mir dem gleichen Betrag an Geld mehr Vermögen und Rendite aufbauen. Wie meine ich das? Wenn du 5.000 eur hast, dann investierst du diese bei ETFs in deine Auswahl ETFs und bekommst dafür deine Rendite.

    Bei Immobilien kannst du dir dafür eine Wohnung sage.n wir für ca. 50.000,- EUR kaufen. Wie? In dem du einen Kredit aufnimmst. Das erhöht natürlich dein Risiko gibt Dir aber auch wieder mehr Spielraum. Denn für eine Wohnung mit einem Wert von 50.000,- EUR ist die Rendite natürlich viel höher. Zusätzlich zahlt die Rate für den Kredit dein Mieter mit seiner Miete ab. Er baut Dir somit dein Vermögen auf UND zahlt Dir einen monatlichen Betrag aus (wenn du richtig kalkuliert hast).

    Ja, es ist schwieriger zu streuen und genau hier muss jeder abwägen, wie gehe ich vor.

    Viele Grüße

    Björn

    1. Hi Björn,

      Danke für deine ergänzenden Gedanken dazu. Völlig richtig! Der große Vorteil bei Immobilien ist der Fremdkapital-Hebel, so wie du ihn beschreibst.
      Der große Nachteil aber ist der meist sehr hohe Aufwand, der bei der Anschaffung einer Immobilie notwendig ist und das damit verbundene Risiko (z.B. durch Mietausfall). Vor allem im Vergleich zu einer Investition in ETFs. Darauf wollte ich in diesem Artikel hinaus.

      Gruß,
      Carsten

  2. Ich würde auch eher zum ETF tendieren, eben weil er deutlich breiter streut. Gerade als totale Laie finde ich die Komplexität, die mit einer Immobilien einhergehen nur schwer managbar und sehe hier erst realistische Chancen als fortgeschrittener Investor, sowohl was Erfahrung als auch Geldmittel angeht.

    1. Danke für deinen Kommentar, Max!
      Ja, genauso ist es. Für den Laien ist es einfach wesentlich unkomplizierter und günstiger mit ETFs Vermögen aufzubauen.
      Schöne Grüße,
      Carsten

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