Mintos und Co. – das große P2P-Update

So läuft's bei mir - mein großes P2P-Update

Vielleicht hast du beim Lesen meines Blogs schon mal bemerkt, dass hier am rechten Rand der Seite (bzw. ganz unten, falls du vom Smartphone aus zugreifst) eine Spalte ist, in der unter anderem Folgendes steht:

„Passives Einkommen (Monat, Jahr)“

Darunter liste ich dann meine Einnahmen, die ich dank meiner Geldanlagen im letzten Monat erzielt habe, auf.

Ganz vorne dabei sind immer meine Zinsen aus meinen P2P-Investments. Drei verschiedene Plattformen sind da zu sehen: Auxmoney, Mintos und Estateguru.

Erst vor kurzem habe ich in einem anderen Artikel erwähnt, dass ich bei einer anderen Plattform meine ersten Schritte in der P2P-Kredite-Welt gewagt habe.

Auch dort liegt immer noch Geld von mir und bringt mir monatlich Zinsen ein.

Aber warum erscheint diese Plattform nicht in der Seitenleiste mit den anderen? Und wie läuft es überhaupt bei den anderen Plattformen? Warum werden meine monatlichen Einnahmen bei Auxmoney kontinuierlich weniger und die bei Mintos mehr?

Und lohnt sich Estateguru überhaupt, wenn man da nur wenige Euro im Monat „verdient“?

Fragen, die ich mit diesem großen P2P-Update endlich beantworten möchte. Dabei will ich dir zeigen, wie viel Geld auf den einzelnen Plattformen liegt und was meine jeweilige Zielsumme ist.

Wir starten gleich dort, wo für mich alles angefangen hat.

Plattform #1: Fixura (Finnland)

Fixura Logo

Wir schreiben das Jahr 2013.

Ich bin gerade nach einem längeren Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt und auf der Suche nach Geldanlagemöglichkeiten.

In den letzten Jahren lag die Summe meiner Einnahmen teilweise deutlich über der Summe meiner Ausgaben. Jetzt möchte ich das angesparte Geld lieber anlegen, anstatt es für irgendeinen Wenn-ich-mir-das-kaufe-fühl-ich-mich-zwei-Wochen-lang-super-Gegenstand wieder auszugeben.

Aber wo gibt es eine ordentliche Rendite?

Fast schon per Zufall stoße ich auf den Blog von Mr. Money Mustache, einem in Colorado wohnenden Kanadier, der in Wirklichkeit natürlich anders heißt und der das Kunststück vollbracht hat, bereits im Alter von 31 Jahren „in Rente“ zu gehen.

Dort schreibt er unter anderem, wie er sein angespartes Geld anlegt und erzählt irgendwas von Peer-to-Peer Lending.

Meine Neugier ist geweckt und ich google, ob es das auch in Deutschland gibt. Und siehe da, es gibt es. Zwei Plattformen finde ich bei meiner Suche: Auxmoney und Fixura. Fixura ist zwar nicht deutsch, verspricht aber höhere Renditen als Auxmoney und Finnland ist ja ein politisch und wirtschaftlich stabiles Land.

Ich melde mich bei beiden Plattformen an, bei Fixura klappt alles reibungslos, bei Auxmoney leider nicht.

Und somit startet mein P2P-Abenteuer bei Fixura.

Im ersten Jahr werde ich sogar ein paar mal von meinem Kundenberater angerufen, der fragt, ob alles in Ordnung sei und ob ich irgendwelche Fragen hätte.

Er weist mich auch darauf hin, dass meine Auto-Invest Einstellungen nicht ganz optimal sind, da ich sehr, sehr konservativ unterwegs bin (sprich, es wäre mehr Rendite drin für mich). Worauf er mich nicht hinweist, ist die Tatsache, dass Fixura ganz schön teuer ist.

2% meiner Anlagesumme gehen an die Plattform. Das ist doppelt so hoch wie bei Auxmoney.

Und wenn ich mein Geld zurück haben möchte, zahle ich für jedes „Abheben“ 4 Euro.

Ich starte also einen erneuten Versuch, mich bei Auxmoney anzumelden. Diesmal klappt es (mehr dazu gleich).

Wenig später entdecke ich dann noch Mintos und für mich steht fest: Ich muss mein Geld aus Fixura wieder abziehen, denn die Alternativen sind einfach deutlich attraktiver (bei gleichem Risiko).

Zurückkaufen kann ich meine Investitionen bei Fixura nicht. Also muss ich warten bis die Kredite nach und nach auslaufen und ich so mein Geld über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren zurückbekomme.

Ich bin bei Fixura also mitten in der Entsparphase und schiebe alle paar Monate, wenn ein paar hundert Euro an Rückflüssen zusammengekommen sind, das Geld auf eine andere Plattform.

Bis alles wieder draußen ist, wird es noch ein paar Jahre dauern. Zur Zeit sind immer noch mehr als 3.000 € in verschiedenen Kreditprojekten auf Fixura investiert.

Leider ist es sehr umständlich zu ermitteln, wie viele Zinsen innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z.B. im letzten Monat) an mich zurückgeflossen sind. Daher fehlt Fixura auch bei der Auflistung in der Seitenleiste zum Thema passives Einkommen (bzw. unterhalb des Artikels bei der Ansicht auf einem Smartphone).

Plattform #2: Auxmoney (Deutschland)

auxmoney logo

Anfang 2016 ist es soweit.

Ich starte einen zweiten Versuch, mich bei Auxmoney anzumelden. Der Grund? Ich habe in den letzten Jahren an meiner finanziellen Bildung gearbeitet und erkannt, dass eine wichtige Grundregel für eine erfolgreiche Geldanlage niedrige Gebühren sind.

 

Bei Auxmoney liegen diese nur bei 1%, halb so viel wie bei Fixura.

Zu Beginn investiere ich manuell, das wird mir aber schon bald zu mühsam und zeitaufwendig und ich steige auf den Auto-Invest um.

Es läuft alles gut, die Gebühren sind ja nur halb so hoch wie bei Fixura. Auch die Rendite stimmt. Um die 10% sollen es pro Jahr sein, wird mir prognostiziert.

Ich stocke mein Investment bei Auxmoney noch mal auf, insgesamt liegen bald schon mehr als 8.000 Euro dort und „arbeiten“ für mich.

Doch im Frühjahr 2017 entschließe ich mich dazu, mich in eine andere europäische Region zu wagen, zumindest was P2P-Kredite angeht: das Baltikum.

Dort läuft es schon bald so gut (mehr dazu gleich), dass ich mich dazu entschließe nicht mehr weiter in Auxmoney zu investieren und direkt mit der Entsparphase zu beginnen.

Ich möchte nicht den gleichen Fehler zwei Mal machen und zu lange bei einer Plattform investiert sein, die letztendlich nicht die Rendite bringt, die für ein eher risikoreiches Investment wie P2P-Lending angemessen ist.

Und genau das ist Auxmoney für mich.

Meine Rendite bei Auxmoney
Inzwischen liegt meine Rendite schon bei unter 5%

Daher kommt das Geld, was pro Monat an Tilgung und Zinsen dort ankommt, direkt auf einer der beiden nächsten Plattformen oder landet in meinem Wertpapierdepot (warum da keine Einzelaktien zu finden sind, erfährst du übrigens in meinem E-Mail Kurs zum Thema Börse).

Auch hier liegen jetzt noch mehr als 3.000 €, die ich nach und nach umschichten werde.

Plattform #3: Mintos (Lettland)

Mintos Logo

Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland sind seit 2004 Mitglieder der Europäischen Union und haben sich wirtschaftlich ziemlich gut entwickelt.

Vor allem Lettland ist ein sehr attraktives Land für Unternehmensgründungen. Optimal also für ein Startup aus dem Fintech-Bereich.

Auch deswegen will ich Mintos eine Chance geben.

Was mir die Entscheidung noch leichter macht: für Investoren gibt es keine Gebühren und die Plattform bietet zudem einen Zweitmarkt an, auf dem ich Kredite, die ich wieder loswerden will, zum Verkauf anbieten kann.

Ein paar weitere Unterschiede zu Auxmoney machen mich ebenfalls neugierig und ich melde mich als Investor an.

Zunächst investiere ich nur mit einer kleinen Summe, aber schon recht bald merke ich, dass dies meine Hauptplattform für meine P2P-Investments werden wird.

Der Auto-Invest funktioniert einwandfrei, somit kann ich quasi ohne Zeitaufwand bei Mintos investieren.

Die größte Stärke von Mintos ist meiner Meinung nach die Diversifikationsmöglichkeiten. Ich kann z. B.  in verschiedene Arten von Krediten investieren. Wie man in der Grafik erkennen kann, steckt zwar immer noch die Hälfte meines Geldes in Verbraucherkrediten, dafür aber eben auch zu einem geringeren Anteil in Autokrediten, Geschäftskrediten und Immobilienkrediten (Hypotheken).

Darlehenstypen bei Mintos

 

Was aber noch viel interessanter ist: ich investiere bei Mintos quasi global. Die Kredite, in denen mein Geld steckt, stammen aus inzwischen 20 verschiedenen Ländern.

 

Länder bei Mintos

 

Außerdem sind sie von über 30 verschiedenen Darlehensgebern (auch Darlehensanbahner genannt) auf die Plattform von Mintos gestellt worden.

 

Darlehensgeber bei Mintos

 

Wie man sieht stammen ca. ein Viertel der Kredite, in die ich investiere, vom Anbahner Mogo, der in 8 verschiedenen Ländern tätig ist. Wenn mir das nicht schmeckt, kann ich innerhalb weniger Minuten meinen Auto-Invest dementsprechend umstellen und Mogo z.B. deaktivieren (bis der Anteil an den Krediten geringer geworden ist).

Meine Zielsumme bei Mintos sind 5.000 €, die Hälfte hab ich bereits erreicht.

 

 

Plattform #4: Estateguru (Estland)

Estateguru Logo

In der zweiten Hälfte von 2017 entdecke ich Estateguru.

Offiziell gilt sie zwar auch als P2P-Plattform, aber sie hebt sich von den meisten anderen durch einen entscheidenden Unterschied ab:

Bei Estateguru werden nur Immobilien-Darlehen angeboten.

Es handelt sich bei den Kreditnehmern also nicht um irgendwelche Privatpersonen, die sich den neuesten Flachbildschirmfernseher nicht leisten können, ihn aber trotzdem unbedingt haben wollen.

Stattdessen verleiht man sein Geld bei Estateguru an Immobilien-Investoren. Der Vorteil dabei? Die Immobilie ist als Sicherheit hinterlegt und soll bei einem Kreditausfall zwangsversteigert werden, damit die Investoren doch noch ihr Geld wiedersehen.

Im April 2018 kann ich sogar ein Interview mit dem COO des estnischen Fintechs einfädeln, in dem er ausführlich erklärt, wie die Plattform funktioniert und was sie von anderen P2P-Plattformen unterscheidet.

Wie man in der Grafik erkennt, hab ich inzwischen einen Diversifizierungsgrad von fast 2% erreicht (mit Ausnahme des einen Kredits, in den ich zwei Mal investiert habe). Ziel ist für mich immer 1%, somit werde ich auch hier bis auf 5.000 € aufstocken.

Meine Kredite bei Estateguru

Für mich ist meine Investition in die Immobilienkredite von Estateguru vor allem ein schönes Gegengewicht zu meiner Anlage bei Mintos, da dort ja nach wie vor die Verbraucherkredite im Vordergrund stehen.

Aber vielleicht ist dir aufgefallen, dass das monatliche passive Einkommen bei Estateguru ziemlich niedrig ist. Lohnt es sich dann überhaupt dort zu investieren?

Ja, denn dafür gibt es eine einfache Erklärung.

In meinem Fall sind grob die Hälfte der Kredite endfällig, und zwar sowohl die Zinsen als auch die Tilgung. Das heißt, dass ich während der gesamten Laufzeit keine Rückflüsse habe.

Deswegen das niedrigere passive Einkommen als z.B. bei Mintos.

Mich stört’s nicht. Estateguru bleibt bei mir definitiv im Portfolio.

 

 

Fazit und Ausblick

P2P-Kredite werden auch in Zukunft einen wichtigen Teil meines Portfolios ausmachen.

Aus den Fehlern der Vergangenheit hab ich gelernt:

  • Keine Plattform mit Gebühren mehr und
  • keine Projekte, bei denen mein Geld länger als 3 Jahre gebunden ist.

So ist auch mein Auto-Invest bei Mintos eingestellt (max. 36 Monate), bei Estateguru haben die meisten Projekte sowieso nur eine Laufzeit von 12 oder 18 Monaten.

Mit den beiden baltischen Plattformen Mintos und Estateguru bin ich sehr zufrieden und werde dort aller Voraussicht nach auch langfristig investiert bleiben.

Wer mich kennt, weiß aber auch, dass mir die Risikostreuung sehr wichtig ist.

Aus dem Grund werde ich demnächst eine weitere Plattform testen: sie wird auf der einen Seite einen geografischen Gegenpol zum Baltikum darstellen, zur anderen Seite aber auch eine andere Art von Krediten anbieten.

Ich werde natürlich darüber schreiben, wenn es soweit ist.

Und wie sieht es bei dir aus? Bei welchen P2P-Plattformen bist du investiert? Was ist deine Lieblings-Plattform und warum?

Ich freu mich auf deinen Kommentar!

 

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