Bei auxmoney Geld anlegen? – Tipps für P2P-Anfänger

bei auxmoney geld anlegen?

Bereits seit einigen Jahren haben Geldanleger in Deutschland ein großes Problem:

Es gibt fast keine Zinsen mehr!

Egal ob Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld: man kommt selten oder gar nicht über die 1% Hürde. Und das scheint auf absehbare Zeit auch erst mal so zu bleiben…

Vor der Börse haben viele Menschen Angst, obwohl dort deutlich höhere Renditen zu holen wären.

Wohin sich also wenden?

Seit etlichen Jahren gibt es eine immer noch wenig bekannte Anlagemöglichkeit: Privatkredite, auch Peer-to-Peer Kredite (abgekürzt P2P) genannt.

Der größte und auch durch seine TV-Werbespots bekannteste deutsche Anbieter solcher Kredite ist auxmoney. Seitdem fragen sich viele:

  • Wie seriös ist ein solches Investment?
  • Wie funktionieren auxmoney und andere P2P-Plattformen eigentlich?
  • Mit welcher Rendite kann ich rechnen und welche Gebühren muss ich beachten?
  • Und natürlich: Sollte ich bei auxmoney Geld anlegen?

Diese und andere häufige Fragen dazu beantworte ich im Folgenden:

Wie funktionieren P2P-Plattformen?

Das Konzept hinter auxmoney und den meisten anderen Anbietern von Privatkrediten lässt sich relativ schnell und einfach erklären.

Wenn du einen Kredit brauchst, gehst du normalerweise zur Bank. Dabei kann es passieren, dass du als Kreditnehmer abgelehnt wirst (z.B. weil du selbständig, alleinerziehende Mutter oder Student bist) oder zumindest eine längere Zeit auf die Auszahlung der Darlehenssumme warten musst.

Um die Bank aus dieser Gleichung herauszunehmen wurden Peer-to-Peer Kredite erfunden. Dabei kommt der Kredit von Privatpersonen, die sich eine attraktive Rendite auf ihre Investition erhoffen.

auxmoney ist also der „Marktplatz“, auf dem sich Kreditnehmer und Kreditgeber treffen.

Als Anleger (Kreditgeber) fungiere ich also wie eine Art Bank, in dem ich mein Geld an Kreditnehmer verleihe, um dieses Darlehen dann inklusive Zinsen über einen Zeitraum von einigen Monaten oder ein paar Jahren zurückgezahlt zu bekommen.

Dabei streue ich mein Risiko, in dem ich immer nur kleine Summen an eine Einzelperson leihe (z.B 25 €). Wenn sich jemand beispielsweise 2.500 € leiht, bin ich mit lediglich 1% an diesem Kredit beteiligt. Die anderen 99% kommen von anderen Kreditgebern.

Sollte dieser eine Kredit dann ausfallen, habe ich nur diese 25 € verloren.

Wenn meine gesamte Investitionssumme und die durchschnittliche Rendite hoch genug sind, kann ich diesen Ausfall ohne Probleme ausgleichen und bin trotzdem noch im Plus.

Ist das Ganze denn überhaupt seriös?

Es handelt sich bei P2P-Krediten NICHT um Multi-Level-Marketing oder sonst irgendein halb-legales Schneeballsystem. Es ist auch kein Konzept, das auf Spekulation oder der Hoffnung auf eine Wertsteigerung beruht (Bitcoin lässt grüßen).

Menschen leihen sich Geld, das sie anschließend inklusive Zinsen über einen gewissen Zeitraum zurückzahlen. Das machen sie schon seit Jahrhunderten und ist damit nichts neues. Neu ist nur, dass sie es nun nicht mehr über die Bank machen müssen.

Trotzdem kämpft die Branche nach wie vor um ihren Ruf.

Das liegt vor allem auch an schwarzen Schafen, die versuchen auf den P2P-Kredite Zug aufzuspringen und an der steigenden Nachfrage mitzuverdienen.

Wer als Anleger einsteigen möchte, sollte sich also nur Plattformen aussuchen, die seit Jahren etabliert und transparent sind und eine angemessene Rendite für das eingegangene Risiko des Investors bieten.

Etabliert und transparent ist auxmoney. Bei der angemessenen Rendite kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Mehr dazu aber weiter unten.

Ist es also seriös bei auxmoney Geld anzulegen? Meiner Meinung nach ja. Sind alle Plattformen, die derartige Kredite anbieten seriös und vertrauenswürdig? Eindeutig nein.

Wie kann ich einschätzen, wie riskant mein Investment ist?

Natürlich werden alle Kreditanträge von der Plattform geprüft, bevor sie auf den Marktplatz kommen. In der Regel werden diese dann mit verschiedenen Risikobewertungen versehen, die Schulnoten gleichen.

Bei auxmoney gibt es beispielsweise 7 verschiedene Scoreklassen, von AA bis X, welche die Bonität, also die Fähigkeit des Kreditnehmers seine Schulden zurückbezahlen zu können, veranschaulichen und transparent machen sollen.

In der Regel steigt der Zinssatz mit abnehmender Bonität.

Die höchste Rendite kann man (theoretisch) somit erreichen, wenn man in Kredite mit der niedrigsten Scoreklasse X investiert.

Somit gilt auch bei P2P-Krediten eine der 8 Grundregeln für eine erfolgreiche Geldanlage: Höhere Rendite = Höheres Risiko.

In welche Kredite soll ich nun investieren?

Das bleibt natürlich vollkommen dir überlassen. Wenn du auf absolute Nummer sicher gehen willst, investierst du nur in Kredite, die auf der jeweiligen Plattform eine hohe Bewertung bekommen haben (z.B. AA, A oder A+, je nach Plattform).

Selbst wenn du dich dafür entscheidest, nur in diese Kredite zu investieren, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem noch die Inflation schlagen. Die Tagesgeldzinsen* sowieso.

Ich persönlich halte diese Strategie allerdings für wenig sinnvoll, denn du verschenkst dadurch einige Prozentpunkte Rendite.

Stattdessen solltest du (ganz im Einklang mit der Anlage-Philosophie dieses Blogs) breit gestreut und dank Auto-Invest Funktion ganz entspannt in so viele verschiedene Kredite und Kredit-Klassen investieren wie möglich.

Ist dein Risiko dadurch etwas höher? Mit Sicherheit.

Da du aber stets nur einen sehr geringen Betrag pro Kredit investierst (siehe nächster Punkt), kannst du einzelne Kreditausfälle leicht kompensieren und deine Rendite ist immer noch um einiges höher als bei der „Nummer-Sicher-Strategie“.

Wie viel Geld sollte ich in P2P-Kredite anlegen?

Das sind eigentlich zwei Fragen.

  1. Zum einen geht es darum, wie viel Geld du insgesamt bei auxmoney oder auf einem anderen von dir gewählten „Marktplatz“ anlegen solltest.
  2. Und zum anderen willst du eben auch wissen, wie viel du jeweils in einen einzelnen Kredit stecken solltest.

Was die erste Frage betrifft, gibt es hier keine Faustregel. Manche reden davon, dass man nicht mehr als 5% seiner Gesamtersparnisse in P2P-Kredite stecken sollte, andere von maximal 10% oder 20%.

Ich würde dir empfehlen, folgendermaßen vorzugehen:

  • Informiere dich über P2P-Kredite (auch über deren Risiken, z.B. hier oder hier),
  • stelle sicher, dass du das Prinzip dahinter verstanden hast und
  • entscheide dich dann, wie viel Geld du in diese Anlageform reinstecken willst.

Mein Tipp wäre mit einer kleinen Summe anzufangen und dann nach und nach aufzustocken, wenn du dich sicherer fühlst.

Zur zweiten Frage folgendes: Eine der wichtigsten Grundregeln der Geldanlage ist die Risikostreuung.

Im Fall von P2P-Krediten heißt das konkret, dass man in möglichst viele verschiedene Kredite investieren sollte und dabei möglichst wenig Geld in jeden einzelnen Kredit steckt.

Als Richtwert würde ich eine Mindestanzahl von 100 verschiedenen Kreditprojekten/Investitionen empfehlen.

Wenn dann einer davon ausfällt, hast du nur 1% deines Kapitals verloren.

Die Mindestsumme pro Kredit beträgt bei auxmoney 25 €. Du musst also mindestens 25 € pro Einzelkredit anlegen. Mehr würde ich auch nicht empfehlen .

Somit müsstest du mindestens 2500 € bei auxmoney anlegen (100 Investitionen à 25 €), um eine angemessene Risikostreuung zu gewährleisten.

Bei der größten europäischen P2P-Plattform Mintos* dagegen, liegt der Mindesteinsatz pro Kredit bei nur 10 €. Dort wärst also schon mit einer Gesamtsumme von 1.000 € gut aufgestellt.

Perfekt für Kleinanleger.

Welche Rendite kann ich erwarten?

auxmoney selbst wirbt mit einer durchschnittlichen Rendite für Anleger von 5%.

Wenn du eine deutlich höhere Rendite (teilweise im zweistelligen Bereich) erzielen möchtest, kannst du die lettische P2P-Plattform Mintos ausprobieren.

Wie die sich von auxmoney unterscheidet und über meine Erfahrungen dort habe ich hier und hier geschrieben.

Natürlich kannst du aber auch auf Nummer sicher gehen, nur in Kredite mit höchster Bonität investieren und dich mit einer noch geringeren Rendite zufrieden geben. Das ist deine Entscheidung.

Wie hoch sind die Gebühren für Anleger?

Ja, leider ist das Anlegen bei auxmoney nicht kostenlos. Derzeit beträgt die Gebühr für Anleger 1% der investierten Summe. Wenn du also 1000 € anlegst, gehen 10 € an auxmoney.

Wenn du es günstiger haben willst, kannst du die bereits erwähnte Plattform Mintos* testen.

Dort zahlst du gar keine Gebühren als Anleger. Weitere Unterschiede zu auxmoney hab ich in diesem Artikel über Mintos beschrieben.

Wie versteuere ich meine Gewinne aus P2P-Krediten?

Auch der deutsche Staat will an deinen Gewinnen bei auxmoney, Mintos* oder anderen P2P-Plattformen mit verdienen. Zur Zeit (Stand Ende 2019) beträgt die Kapitalertragssteuer 25% deiner Gewinne.

Da P2P-Plattfomen keine Banken sind, behalten sie die entsprechenden Beträge nicht automatisch ein. Außerdem kannst du keinen Freistellungsauftrag erteilen.

Das bedeutet, dass du die Zinserträge in deiner Steuererklärung angeben musst (in der Anlage KAP). Sowohl auxmoney als auch Mintos erleichtern dir das zumindest dadurch, dass sie dir am Ende eines Jahres eine Auskunft über die im vergangenen Jahr erwirtschafteten Zinserträge zukommen lassen.

Sollte ich bei auxmoney Geld anlegen?

Ich selbst bin seit Juli 2016 als Anleger bei auxmoney registriert.

Inzwischen hab ich nur noch knapp über 2.000 Euro auf der Plattform, Tendenz fallend.

Das liegt daran, dass ich seit einiger Zeit begonnen habe, bei auxmoney zu entsparen, also mein Geld, das durch Zins- und Tilgungszahlungen an mich zurückfließt, auszahlen zu lassen.  Warum? Meine Rendite liegt bei weniger als 4% und die Gebühren für Anleger wurden bisher nicht abgeschafft.

Dadurch ist die Plattform für mich im Vergleich zu Mintos* und anderen Plattformen wie Estateguru (Immobilienkredite) und Flender (Unternehmenskredite) nicht mehr wirklich attraktiv.  Wer allerdings unbedingt bei einer deutschen Plattform investieren möchte, sollte auxmoney wählen.

Fazit

Wer die Nullzinsen von Tagesgeld und Co. satt hat und sich (noch) nicht an die Börse traut, findet in dem Konzept der Privatkredite eine lukrative Alternative. Du kannst mit relativ wenig Startkapital und wenig zeitlichem Aufwand dein Geld anlegen.

Der deutsche Anbieter auxmoney ist bereits seit 2007 auf dem Markt und kann somit eine langjährige Erfahrung im Bereich der Privatkredite vorweisen.

Wer mit noch weniger Startkapital sein Risiko optimal streuen und keine Gebühren zahlen möchte, kann es auch mit der lettischen Plattform Mintos* versuchen (mein persönlicher Favorit).

Durch die Möglichkeit in Kredite mit attraktiven Zinsen zu investieren, kannst du dein Geld für dich arbeiten lassen und ein kleines, monatliches passives Einkommen erhalten.

Wie sieht es bei dir aus? Würdest du bei auxmoney Geld anlegen? Oder bei einer anderen P2P-Plattform?

2 Gedanken zu „Bei auxmoney Geld anlegen? – Tipps für P2P-Anfänger“

  1. Ein sehr informativer Artikel zu Auxmoney. Jeder kennt ja diese Werbung aus dem TV und natürlich stellt man sich die Frage, wie das ganze funktioniert. Dieser Artikel beantwortet in jedem Fall offene Fragen und wird dem ein oder anderen ganz sicher ein ganzes Stück weiterhelfen.

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