Was ist eigentlich ein Robo-Advisor?

Was ist eigentlich ein Robo-Advisor?

Geldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen ist schwer.

Wahrscheinlich hast du’s auch schon bemerkt. Der gute, alte Bausparvertrag bringt’s nicht mehr wirklich und auch sonst ist es eher frustrierend sich die Sparzinsen verschiedener, klassischer Bankprodukte anzuschauen:

Egal ob Tagesgeld, Festgeld oder Sparkonto. Etwas besseres als 1% pro Jahr ist da kaum zu finden.

Beim Blick auf die Inflationsrate wird schnell klar:

Das reicht nicht.

Manchen Leuten macht es Spaß nach Alternativen zu suchen. Und sie werden fündig. Diese Alternativen heißen dann z.B. Peer-2-Peer Kredite, ETF-Sparplan, Immobilien-Crowdinvesting oder Start-Up-Crowdinvesting*.

Viele andere haben damit allerdings genau zwei Probleme:

  • Keine Zeit und
  • Keine Lust

sich mit verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten auseinander zu setzen.

Um diesen Menschen zu helfen, aus ihrem Geld trotzdem etwas zu machen und erfolgreich Moneybuilding zu betreiben, sind vor einigen Jahren sogenannte Robo-Advisor entstanden.

Vielleicht hast du den Begriff an der ein oder anderen Stelle schon gelesen und dich gefragt:

Was ist eigentlich ein Robo-Advisor?

Oder du bist nur aufgrund dieses Artikels auf meine Seite gestoßen. So oder so – du bist am richtigen Ort.

Im folgenden will ich dir kurz erklären, was ein Robo-Advisor ist und ob du so was überhaupt brauchst.

Was ist eigentlich ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist im Prinzip ein Sammelbegriff für alle digitalen Anlageberater. 

Bis vor wenigen Jahren war Anlageberatung vor allem eins:

Teuer.

Daher konnten es sich meistens nur bereits vermögende Menschen leisten. Außerdem kam noch dazu, dass viele Vermögensberater Kunden von vornherein ablehnten, die weniger als einen bestimmten Mindestbetrag anlegen wollten, z.B. 500.000 €.

Zusätzlich haben Menschen in Dingen der Geldanlage ein Problem: sie handeln oft irrational und lassen sich von ihren Emotionen lenken. Das führt dann zu schlechten Anlageentscheidungen und zu Geldverlusten bzw. einer geringeren Rendite.

Diese beiden traditionellen Probleme der Geldanlageberatung versuchen Robo-Advisor zu lösen:

  • Sie sind günstig und damit für quasi Jedermann erschwinglich.
  • Und sie klammern den Menschen als emotionsgesteuerten und somit fehleranfälligen Anlage-Entscheider aus.

Denn Robo-Advisor investieren dein Geld nach einem Algorithmus, der auf historische Börsendaten zurückgreift und auf finanzmathematischen Modellen beruht.

Das einzige, was du tun musst, ist ein paar Fragen über dich und deine Geldanlagevorstellungen zu beantworten.

Und schon weiß der Robo-Advisor, was er zu tun hat.

So zumindest die Theorie. Dabei legt er dein Geld selbstverständlich an der Börse an, in kostengünstige ETFs. Das streut dein Risiko und senkt die Gebühren.

Künstliche Intelligenz steuert unsere Finanzen
Quelle: geralt/pixabay

Wie viel muss ich anlegen?

Hier sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern teilweise sehr groß.

Während Vaamo und Growney beispielsweise gar keine Mindestanlage verlangen, muss man bei Liqid sogar 100.000 € auf den Tisch legen. Also anlegen.

Was die Robo-Advisor allerdings noch attraktiver macht ist die Möglichkeit eines Sparplans. Das bieten so gut wie alle deutschen Anbieter an.

Dabei zahlst du monatlich einen bestimmten Betrag auf dein Depot ein, welches für dich dann vom Robo-Advisor in günstige ETFs investiert wird.

Dadurch profitierst du auch noch vom sogenannten Cost-Average-Effekt.

Wenn der Kurs deines ETFs gerade niedrig ist, erhältst du für deinen Betrag mehr Anteile – du kaufst also günstig ein. Wenn der Kurs des Wertpapiers dagegen hoch steht, bekommst du für den selben Geldbetrag weniger Anteile.

Durch diesen kleinen „Trick“ kannst du deine Rendite sogar noch etwas steigern.

Brauch ich einen Robo-Advisor?

Das kommt drauf an.

Wenn du jemand bist, der Zeit und Lust hat, sich selbst mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen, dann kommst du günstiger weg, wenn du dein Geld selber anlegst.

Solltest du allerdings sehr beschäftigt sein und auch kein großes Interesse daran haben, dich selbst um deine Finanzen zu kümmern und dein Geld eigenständig anzulegen, dann könnte ein Robo-Advisor genau das Richtige für dich sein.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass du

Ein bisschen musst du dich also doch mit dem Thema beschäftigen.

Je nach dem, wie du am Anfang die Fragen zu deiner Risikoneigung beantwortet hast, kannst du dann mit einer jährlichen Rendite von 4-8% rechnen.

Wobei das auch auf den Anbieter ankommt. Manche versprechen etwas mehr, manche (bei sehr geringem Risiko) auch etwas weniger Rendite pro Jahr.

Welche Robo-Advisor sind zu empfehlen?

Da ist sich das Internet leider nicht ganz einig 😉

Das liegt vor allem daran, dass es Robo-Advisor in Deutschland erst seit wenigen Jahren gibt und es daher sehr schwierig ist, sie wirklich umfassend zu beurteilen.

Investments an der Börse sind in der Regel langfristig angelegt. Das bedeutet  für die Robo-Advisor, dass sie erst in einigen Jahren wirklich bewertet werden können. Dann haben sie voraussichtlich mindestens ein größeres Tief an der Börse hinter sich.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass sich derzeit mindestens 10 Anbieter auf dem deutschen Markt tummeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sie in 5-10 Jahren alle noch gibt, ist eher gering.

Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass sich die besten 4-5 Anbieter durchsetzen (vielleicht sogar noch weniger).

Aus den genannten Gründen ist es schwierig, eine Empfehlung abzugeben. Allerdings gibt es einen Namen, der bei verschiedenen Tests und Anbieter-Vergleichen immer wieder in den oberen Rängen landet:

Scalable Capital*

Ich hab mir diesen Robo-Advisor mal etwas näher angesehen und er überzeugt mich. Sie fahren eine eher defensive Strategie, die dafür sorgen soll, dass der Wert des Depots in schwierigen Marktphasen nicht so stark schwankt.

Das gefällt mir und anscheinend auch vielen anderen. Das Münchner Fintech hat bereits mehr als 250 Millionen Euro von über 6.000 Kunden eingesammelt und angelegt.

Und der weltweit größte, unabhängige Vermögensverwalter Blackrock hat im Sommer 2017 auch noch mal einige Millionen Euro in  Scalable Capital investiert.

Trotzdem: Ich persönlich empfehle aus Prinzip nur Dinge, die ich selber auch nutze und ausgetestet habe.

Bisher hab ich mich noch nicht dazu durchringen können, einem Robo-Advisor mein Geld anzuvertrauen.

Auch nicht Scalable Capital.

Das liegt zum einen daran, dass ich die Entwicklung dieser Anbieter noch etwas beobachten möchte. Zum anderen aber auch daran, dass ich mich sehr gerne selber um meine Finanzen kümmere und die Kontrolle darüber nur ungern aus der Hand geben möchte.

Aber bei Scalable Capital würde es mich schon sehr wundern, wenn es sie in 5 oder 10 Jahren nicht mehr gäbe.

Wenn ich also zur Zeit 10.000 Euro zu viel auf dem Konto liegen hätte, das ich gerne investieren würde, würde ich höchstwahrscheinlich diesen Robo-Advisor* testen.

Sollte ich einem Robo-Advisor mein Geld anvertrauen?
Quelle: geralt/pixabay

Fazit

Viele haben schon davon gehört, aber die wenigsten können die Frage beantworten: Was ist eigentlich ein Robo-Advisor?

Auch wenn es danach klingt, um einen Roboter handelt es sich nicht.

Vielmehr ist dies die Bezeichnung für digitale Vermögensberater, die dein Geld mit Hilfe von komplexen Algorithmen quasi automatisiert anlegen.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Kapital des Anlegers kostengünstiger und „rationaler“ als ein menschlicher Berater investieren.

In den USA schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich unterwegs, gibt es sie in Deutschland noch nicht so lange.

Wer keine Zeit und Lust, sich selbst um seine Finanzen zu kümmern, kann sein Geld einem Robo-Advisor anvertrauen. Allerdings sollte man sich vorher etwas mit dem Thema ETFs und investieren an der Börse beschäftigt haben.

Dann ist man auch auf eventuelle Schwankungen im Wert des angelegten Kapitals vorbereitet.

Wer langfristig dabei bleibt, kann sich dann im besten Fall über eine Rendite von mindestens 5% im Jahr freuen. So zumindest das Versprechen der Robo-Advisor.

Ob sie es halten können? Wir werden sehen.

Würdest du dein Geld einem Robo-Advisor anvertrauen? Warum? Warum nicht?

 

3 Antworten auf „Was ist eigentlich ein Robo-Advisor?“

  1. Toller und informativer Artikel zu diesem Thema. Auch wenn ich dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber stehe…so viel Geld aus der Hand geben und „künstlich“ verwalten lassen? Bin da noch eher ein „self made“ Anleger 😉

    Lg
    Sebastian

  2. Die Geldroboter sind auf dem Vormarsch. Es wird bald die beste Investition sein, sein Geld auch an der Börse von Robotern steuern zu lassen. Bin auch schon am überlegen, dies zu machen.

    Beste Grüße

    Einer deiner Mitreiter.

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