Reich werden? Willst du gar nicht!

Ich bin mir sicher: du willst gar nicht reich werden!

Ganz schön dreist von mir, oder?

Ich behaupte hier einfach mal so zu wissen, was du willst – oder besser gesagt, nicht willst. Und das, obwohl ich dich möglicherweise gar nicht persönlich kenne, dir noch nie begegnet bin und daher absolut keine Ahnung habe, was dich innerlich bewegt.

Außerdem geht es auf dieser Webseite doch darum, sich langsam aber stetig ein Vermögen aufzubauenMoneybuilding eben. Wie komme ich also zu solch einer provokanten Aussage?

Um das zu erklären, müssen wir einen kleinen Exkurs in die Psychologie machen. Keine Angst, allzu kompliziert wird’s nicht 😉

All you need is love?

Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow beschäftigte sich zu seinen Lebzeiten unter anderem mit der seelischen Gesundheit und der Motivation des Menschen.

Er wollte herausfinden, aus welcher Motivation heraus man bestimmte Dinge tut oder lässt. So entstand sein Modell der verschiedenen Bedürfnisse des Menschen, woraus sich später dann die Bedürfnispyramide entwickelte, die du vielleicht noch aus der Schule kennst.

Die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
Die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow

Maslow erkannte, dass jeder Mensch Grundbedürfnisse hat, die gestillt werden müssen, wie zum Beispiel Hunger, Durst, oder Schutz vor Kälte, Hitze und Niederschlag.

Wer nichts zu essen hat, verhungert.

Wer sich vor Kälte nicht schützen kann, erfriert.

Bei diesen Bedürfnissen geht es im wahrsten Sinne des Wortes ums nackte Überleben.

Sind die Grundbedürfnisse gestillt, taucht eine weitere Kategorie in der menschlichen Psyche auf: das Bedürfnis nach Sicherheit. Als Kind findet man diese Sicherheit idealerweise im eigenen Elternhaus, als Erwachsener geht es dabei häufig um berufliche Sicherheit, aber nicht nur.

Anschließend kommen noch soziale Bedürfnisse (Freundschaft, Partnerschaft, etc.) und sogenannte Geltungsbedürfnisse (Anerkennung, Wertschätzung, Erfolg, …) hinzu. Ganz oben steht dann das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, bei dem es vor allem um die Persönlichkeitsentwicklung geht.

Auf jeden Fall ein spannendes Thema, aber davon dürfen wir uns jetzt nicht ablenken lassen. Vielleicht hast du ja schon eine Vermutung, in welchen Bereich das Bedürfnis nach Reichtum hineinpasst.

Ein Grundbedürfnis ist es offensichtlich nicht, denn genug Geld zum Überleben haben wir in Deutschland eigentlich fast alle.

Dafür sorgt unser Sozialstaat im Normalfall.

Wenn wir uns allerdings auf die zweite Stufe der Pyramide begeben, kommen wir der Sache schon näher. Denn letztendlich geht es den meisten Menschen nicht darum, reich zu sein – es geht darum, so viel Geld zu haben, dass man sich keine Sorgen um die Zukunft machen muss. Wer genug Geld hat, braucht keinen sicheren Arbeitsplatz, denn er kann von den Zinsen und den Ersparnissen gut leben.

Es geht nicht ums reich werden, es geht um das Bedürfnis nach Sicherheit.

Geld regiert die Welt

Leider leben wir in einer Welt, in der es ohne Geld sehr schnell sehr ungemütlich wird.

Viel schöner wäre es doch, wenn wir uns einfach freiwillig gegenseitig mit allem, was wir zum Leben brauchen, versorgen würden.

Und damit meine ich keinen klassischen Tauschhandel, wie es ihn vor der Ankunft des Geldes gegeben hat.

Ich rede von einem echten Geben, das von Herzen kommt und sogar noch glücklich macht! Ein Geben, ohne dafür eine Gegenleistung erwarten zu müssen, weil ich weiß, dass ich das, was ich brauche, von jemand anderem bekommen werde.

Das klingt utopisch, ich weiß, aber das wäre eine Welt, in der wir kein Geld bräuchten, um uns sicher zu fühlen. Ich will damit nur aufzeigen, dass es diese Welt momentan nicht gibt, woraus wir schlussfolgern können, dass wir eben Geld brauchen, um unsere Bedürfnisse dauerhaft befriedigen zu können.

Je mehr Geld wir zur Verfügung haben, desto langfristiger sind wir in der Lage regelmäßig unsere 3-Zimmer-Wohnung, die Tiefkühlpizza, das Abercrombie & Fitch Shirt und all unsere anderen Bedürfnisse – die sinnvollen und die eher fragwürdigen – zu bezahlen.

Ich muss mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob das Geld diesen Monat reicht, wenn ich mindestens 20 Monatsgehälter auf dem Konto habe.

Ich muss mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob ich der nächsten Entlassungswelle zum Opfer falle, wenn ich durch meine Zinseinnahmen quasi regelmäßig ein Monatsgehalt überwiesen bekomme.

Und ich muss mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob ich meine Kinder in ihrem Studium finanziell werde unterstützen können, wenn am Ende jedes Monats noch mehr als genug Geld übrig ist.

Reich werden, weniger Sorgen haben
Das Verhältnis deines Kontostands zu deinen Zukunftssorgen

Je höher der Kontostand, desto geringer die Zukunftssorgen. Oder anders gesagt, mein Sicherheitsgefühl steigt in Proportion zu meinem Vermögen.

Laut einer Studie von Union Investment sieht das übrigens im Durchschnitt 73% der Deutschen genauso.

Sparen gibt den Deutschen Sicherheit
Quelle: Union Investment

Eigentlich könnte ich den Artikel an dieser Stelle beenden, oder? Die Botschaft ist klar: es geht nicht ums reich werden, es geht um das Gefühl der Sicherheit, welches uns ein hoher Kontostand vermittelt.

Und doch fehlt noch was.

Nie wieder arbeiten?

Genug Geld zu haben ist nämlich auch ein Geschenk. Und dieses Geschenk heißt Freiheit. Die Freiheit, nicht arbeiten zu müssen, was aber nicht automatisch bedeutet, dass man nicht mehr arbeiten sollte.

Philipp Müller ist beispielsweise mit Anfang dreißig bereits Privatier gewesen, nachdem er sich mithilfe der Börse ein Vermögen aufgebaut hatte. Nachdem er einige Zeit nicht gearbeitet, dafür aber einige Kilo zugenommen hatte, ermutigte ihn seine Frau, sich doch eine sinnvolle Aufgabe zu suchen.

Jetzt veranstaltet er einmal im Monat ein Seminar, in dem er den Teilnehmern zeigt, wie man an der Börse regelmäßig Geld verdient.

Pete Adeney alias Mr. Money Mustache sparte einige Jahre lang bis zu 60% seines Einkommens, um sich dann im reifen Alter von 30 zur Ruhe zu setzen. Jetzt bloggt er darüber, wie er das geschafft hat und hat zusätzlich eigentlich immer einige Nebenprojekte laufen, die ihn beschäftigt halten.

Mr Money Mustache
Pete Adeney ging mit Anfang 30 in „Rente“  (Quelle: Flickr.com)

Das sind nur zwei Beispiele von Menschen, die sich ihre finanzielle Freiheit erarbeitet haben, sich aber dennoch dazu entschieden haben, weiter zu arbeiten. Nur ohne den Druck, ein regelmäßiges Einkommen erzielen zu müssen und natürlich ganz ohne nervigen Chef 😉

Fazit

Warum du nicht reich werden willst? Weil das eigentlich nur ein Mittel zum Zweck ist. So eine Art notwendiges Übel.

Letztendlich willst du dein Bedürfnis nach Sicherheit stillen und dich frei fühlen, das zu tun, was dich wirklich erfüllt – ohne dafür Geld bekommen zu müssen.

Und denk dran: Geld alleine wird dich nicht glücklich machen, denn die wahrhaft wertvollen Dinge im Leben kannst du dir nicht kaufen. Familie, Freunde, wahre Liebe, inneren Frieden und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

Klammere dich daher nicht zu sehr an dein Geld. Vielleicht passiert bald ein Unglück und du hast keins mehr. Was dir aber keiner nehmen kann, ist das Wissen, das du dir über Moneybuilding angeeignet hast. Das bleibt. Und dieses Wissen aufzusaugen dauert in der Regel nicht so lange, wie sich ein Vermögen aufzubauen. Wer wirklich finanziell fit ist, kann sich deswegen jetzt schon sicher fühlen.

Wie fit fühlst du dich? Schreib es in die Kommentare!

 

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