Vermögensaufbau in 3 einfachen Schritten

Eigentlich ist es gar nicht besonders kompliziert. Die meisten wissen irgendwie auch intuitiv, wie es funktioniert.

Und doch scheint es für viele ein Kampf gegen Windmühlen zu sein.

Die Rede ist vom Vermögensaufbau.

Wie kann das sein? Ist es vielleicht doch manchmal der Blick auf die ganzen Bäume, die verhindern, dass man den Wald noch sieht?

Überall bekommt man gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg:

  • du brauchst einen gut bezahlten Job!
  • du musst möglichst viel von deinem Gehalt sparen!
  • du musst dir ein Eigenheim zulegen!
  • du solltest Apple-Aktien kaufen!
  • du musst dein Auto loswerden, das ist ein Geldgrab!

Auch wenn all diese Tipps mit Sicherheit gut gemeint sind, hilfreich sind sie oft nicht.

Was soll ich denn nun wirklich machen? Wo soll ich mit meinem Vermögensaufbau anfangen? Und vor allem: was ist wirklich notwendig?

Deswegen habe ich versucht, es mal auf 3 einfache Schritte herunterzubrechen.

Wenn du dich an diesen drei Schritten orientierst und sie praktisch umsetzt, steht deinem Vermögensaufbau nichts mehr im Weg.

Bist du bereit? Dann lass uns loslegen.

1. Gib weniger aus als du einnimmst

So banal und einleuchtend dieser Schritt auch klingen mag – allein bei diesem ersten Schritt stolpern und fallen jeden Monat Tausende, möglicherweise sogar Millionen von Deutschen auf die Nase.

Warum?

Weil sie alle von der gleichen Krankheit befallen sind: Lifestyle Inflation.

Vereinfacht gesagt, passen sie ihren Lebensstil immer automatisch an ihre Einnahmen an. Als Student gibst du dich ja noch mit dem 15 m²-großen WG-Zimmer und jeden Abend Tiefkühlpizza zufrieden.

Aber sobald das erste richtige Gehalt da ist, muss natürlich eine eigene Wohnung her. Und Zeit zum Kochen hast du leider keine mehr. Also wird öfter was bei Lieferando bestellt.

Nach ein paar Jahren wirst du befördert, das Einkommen steigt weiter. Inzwischen hat man geheiratet, der Nachwuchs ist schon auf dem Weg. Jetzt muss unbedingt ein Eigenheim her. Und aus beruflichen Gründen bist du abends öfters noch auswärts essen.

Irgendwann wunderst du dich, dass Vermögensaufbau bei dir nicht stattfindet. Dabei hast du doch inzwischen ein überdurchschnittliches Einkommen.

Wie kann das sein?

Im Endeffekt musst du dir folgendes merken: „It’s not about how much you make, it’s about how much you keep.“

Letztendlich geht es darum, wie viel du von deinem Einkommen behältst. Deswegen gibt es Menschen, die zwar ein Jahreseinkommen von 100.000 € haben, aber ein Problem hätten, wenn sie morgen ihren Job verlieren würden.

Auf der anderen Seite gibt es jene, die nur 20.000 € im Jahr verdienen, aber immer darauf achten, dass ihre Ausgaben nicht ihr Einkommen übersteigen.

Wenn dieser Schritt für dich eine Herausforderung darstellt, wäre ein erster hilfreicher Schritt das regelmäßige Notieren aller deiner Ausgaben. Falls du kein Freund von Stift und Papier bist, gibt es inzwischen Apps fürs Smartphone und Programme für den Computer, die dich bei dieser eher lästigen Aufgabe unterstützen.

Ich nutze beispielsweise die App Moneycontrol auf meinem Smartphone.

Dadurch behalte ich einen guten Überblick über meine monatlichen Ausgaben und weiß immer genau, wofür ich das Geld ausgegeben habe.

Du wirst dich möglicherweise wundern, wie viel du sparen könntest, wenn du deine Konsumgewohnheiten nur minimal umstellen würdest.

2. Spare regelmäßig und systematisch

Deine Einnahmen übersteigen regelmäßig deine Ausgaben? Super, dann bist du bereit für Schritt Nummer zwei.

Systematisch zu sparen.

Solange dein restliches Geld auf deinem Girokonto liegen bleibt, ist die Versuchung zu groß es dann doch irgendwann auszugeben. So quasi als Belohnung dafür, dass du in letzter Zeit so „brav“ warst und auf deine Ausgaben geachtet hast.

Das führt natürlich dazu, dass du mit deinem Vermögensaufbau wieder bei Null anfangen musst.

Deswegen ist es wichtig, richtig zu sparen und das Geld direkt vom Girokonto abzuziehen. Und zwar gleich am Monatsanfang bzw. direkt nach Gehaltseingang.

Wie viel solltest du sparen?

Um wirklich Fortschritte beim Vermögensaufbau zu erzielen ist die 80/20 Regel ein guter Richtwert. Also von 80% des Nettoeinkommens leben, die restlichen 20% sparen.

Aber selbst wenn das nicht möglich sein sollte: das wichtigste ist, einfach mal anzufangen.

Auch wenn es zu Beginn nur eine Sparquote von 5% ist. Mit der Zeit wirst du neue Sparpotentiale entdecken oder auch dein Einkommen steigern. Dann kannst (und solltest) du immer noch deine Quote steigern.

Wohin aber nun mit dem gesparten Geld?

Auf ein Sparkonto? Das wäre fatal. Durch die extrem niedrigen Zinsen verliert dein hart gespartes Geld dann dank der Inflation an Wert und du an Kaufkraft.

Deswegen ist der dritte Schritt für den Vermögensaufbau unabdingbar.

3. Investiere intelligent

Die ersten zwei Schritte erfordern hauptsächlich Disziplin und die Erkenntnis, dass gedankenloser Konsum letztendlich nicht glücklich macht.

Doch für den dritten Schritt ist eine andere Eigenschaft gefragt: Mut.

Und der scheint vielen Deutschen zu fehlen. Das angesparte Geld liegt in der Regel quasi unverzinst auf Spar- und Girokonten. Da verwundert es nicht, dass wir im europäischen Vermögensvergleich nur den 12. Platz belegen. Hinter bekannten Wohlstandsländern wie Malta und Portugal 😉

Der Grund ist einfach: das Geld wird nicht angelegt, nicht gewinnbringend investiert. Obwohl inzwischen jeder Zweite mit einem sinkenden Lebensstandard im Alter rechnet.

Tut aber nichts dagegen.

Intelligent investieren sieht anders aus.

Dabei ist es gar nicht so schwer an der Börse ein Vermögen aufzubauen, wenn man einen langen Anlagehorizont hat und die richtige Strategie verfolgt.

Sogenannte Exchange Traded Funds (kurz ETFs) machen es dir beispielsweise möglich, mit kleinen monatlichen Beträgen entspannt Vermögen aufzubauen. Das ist nicht besonders kompliziert.

Mit dem richtigen ETF investierst du breit gestreut in den internationalen Aktienmarkt und profitierst vom durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft.

Das Beste daran: du richtest das Ganze einmal ein und kannst dich anschließend entspannt zurück lehnen. Historisch gesehen liegt die durchschnittliche jährliche Rendite des Aktienmarkts zwischen 5 und 7%.

Um diese zu erreichen musst du aber langfristig (mindestens 15 Jahre) dabei bleiben und auch bei Börsencrashs die Ruhe bewahren.

Fazit

Vermögensaufbau ist einfacher als du denkst. Im Grunde genommen reichen drei Schritte dafür aus.

Du brauchst lediglich

  • genug Disziplin, um weniger auszugeben als du jeden Monat einnimmst,
  • eine fixe monatliche Sparquote, bei der das Geld automatisch von deinem Girokonto weg fließt (damit du es nicht doch ausgeben kannst)
  • und ein Wertpapierdepot*, wo du dieses Geld in einen Sparplan auf einen international breit gestreuten ETF einzahlst.

Anschließend brauchst du eigentlich nur noch Durchhaltevermögen und Geduld.

Worauf wartest du also noch? Starte noch heute deinen Vermögensaufbau!

Hast du noch Fragen oder ergänzende Informationen? Schreib sie mir in die Kommentare!

5 Gedanken zu „Vermögensaufbau in 3 einfachen Schritten“

  1. Der Großteil der Menschen in Deutschlans verdient einfach zu wenig, bei zu hohen Ausgaben (mal ehrlich – allein die Mietkosten sind schon reine Aubeute..) als dass die Leute wirklich nennenswert sparen können. Die Frage ist dann, nach wie vielen Jahren kommt wirklich was raus, was sich auch lohnt? Viele verschwenden allerdings auch ihr Geld anstatt sorgsam damit umzugehen. Dein Vorschlag mit ETFs finde ich auf jeden Fall gut. Es muss in etwas investiert werden, was langsfristig passives Einkommen bringt. Dies ist auch mein Weg und es gibt weitere gute Möglichkeit im Zeitalter des Internet für passives Einkommen. Ich denke, nur so kommt man aus dem Hamsterrad raus. Viele Grüße Andreas

    1. Hi Andreas,
      Danke für deinen Kommentar!
      Ob es wirklich der Großteil der Menschen hierzulande ist, die zu wenig verdienen, wag ich mal zu bezweifeln. Bei den meisten trifft meiner Erfahrung nach deine Aussage zu, dass sie ihr Geld eher verschwenden anstatt ordentlich damit umzugehen. Da muss angesetzt werden.
      Wenn man dann merkt, dass es immer noch nicht reicht, um 25 oder 50 Euro im Monat in einen ETF-Sparplan zu investieren, dann kann man immer noch schauen, dass man sein Einkommen erhöht. Aber das ist dann ein Blog-Artikel für sich 😉
      Viel Erfolg weiterhin beim Generieren von passivem Einkommen!
      Viele Grüße,
      Carsten

  2. Hallo Carsten,
    du hast absolut Recht. Wichtig ist, dass man einfach beginnt! Unsere Aufgabe als Finanzblogger besteht darin, andere zu motivieren und ihnen die Angst davor zu nehmen, ihr Geld in renditeträchtigere Anlagen als das Sparbuch zu stecken! Jeder macht dies etwas anders – mal mit ETFs, mal mit Einzelaktien. Vielleicht ist meine Blogserie „Finanzgeschichten“ für den ein oder anderen interessant.
    https://finanzzauber.net/category/finanzgeschichten/
    Beste Grüße und danke für den tollen Artikel
    Finanzzauber

  3. Hi Carsten,
    wieder ein toller Artikel von dir. Gerade der Schritt 3 beschaeftigt mich aber.
    Wie investierst du genau, bzw. in was?

    Ein Freund hat mir https://www.alleaktien.de empfohlen und die Analysen/Empfehlungen dort sollen sehr seriös sein. Natürlich bilde ich mir danach immer meine eigene Meinung, aber die Analysen sind recht ausführlich und umfangreich. Kennst du die Seite ? Was denkst du zu den Analysen dort?

    1. Hi Laura,
      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.
      Ja, der 3. Schritt ist auch ohne Frage für die meisten Leute der schwierigste. Ich hab mir deshalb vorgenommen, in nächster Zeit mehr darüber zu schreiben.
      Aber einen kleinen Einblick hab ich im Artikel ja bereits gegeben: ich investiere hauptsächlich in ETFs. Dadurch spare ich mir die Aktienanalyse, die doch sehr zeitaufwändig ist und keineswegs garantiert, dass du immer ins Schwarze triffst. Daher kenn ich die von dir genannte Seite auch nicht näher…
      Wenn dich das Investieren in ETFs näher interessiert, kannst du dich gerne auch für meinen kostenlosen E-Mail Kurs dazu anmelden: https://finanziellfit.de/vermoegensaufbau-an-der-boerse/

      Aber wie gesagt, ich werde in nächster Zeit auch noch mehr über die Geldanlage mit ETFs schreiben und warum ich sie gegenüber Einzelaktien bevorzuge.

      Viele Grüße,
      Carsten

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