So macht Geld glücklich – 5 praktische Tipps

So macht Geld glücklich

Seit Jahren und Jahrzehnten stellen sich Menschen die immer gleich Frage:

Macht Geld glücklich?

Meistens wissen wir auch die richtige Antwort: Nein, natürlich nicht.

Glücklich machen andere Dinge:

  • ein soziales Netzwerk mit festen Beziehungen zu Menschen, die einem wichtig sind,
  • ein Sinn und ein Ziel im Leben und
  • andere Dinge, die man sich mit Geld nicht kaufen kann.

Aber vielleicht hast du dich auch schon gefragt:

Wie kann ich mein Geld so einsetzen, dass es mich tatsächlich (etwas) glücklicher macht?

Gut, dass du fragst. Wie du nicht nur Geld sparst, sondern dabei auch noch glücklicher bist, hab ich ja bereits an anderer Stelle erklärt.

Allerdings basieren diese Tipps hauptsächlich auf meinen eigenen Erfahrungen, sind also eher subjektiv.

Für alle, die es gerne etwas wissenschaftlicher hätten, habe ich an dieser Stelle auch ein paar Vorschläge parat. Genauer gesagt, kommen die Vorschläge nicht von mir, sondern von Elizabeth Dunn und Michael Norton, die Autoren von „Happy Money“*.

Da ich weiß, dass du viel zu tun hast, und keine Zeit hast, Bücher über Geld zu lesen, geb ich dir hiermit die Kurzversion. Hier sind 5 Tipps, wie du dein Geld in Glück verwandelst.

Tipp #1: Kauf Erlebnisse, keine Gegenstände

Du überlegst dir einen neuen Fernseher zuzulegen? Fahr mit deinem Partner lieber für einen Kurzurlaub nach Prag.

Du würdest dir gerne ein komplett neues Outfit zulegen? Mach lieber einen Schnupperkurs im Paragleiten.

Eine neue Bohrmaschine könntest du wirklich gut gebrauchen? Gönn dir lieber eine Ganzkörpermassage.

Zumindest wenn du dir mehr Glück erhoffst. Das haben Studien immer wieder gezeigt.

An den neuen Gegenstand gewöhnt man sich meistens schnell, das Erlebnis dagegen bleibt einem oft Jahre lang noch positiv in Erinnerung.

Wenn du also das nächste Mal die Wahl hast: Gegenstand oder Erlebnis – entscheide dich für letzteres.

Tipp #2: Gönn dir was besonderes

Es heißt ja immer, man solle alle Dinge in Maßen tun. Meistens geben wir uns diesen Rat im Zusammenhang mit schlechten Gewohnheiten.

Schokolade nur in Maßen zu sich nehmen, zum Beispiel.

Interessant ist allerdings, dass das durchaus auch für positive Dinge gilt. Wenn du etwas zu häufig machst oder konsumierst, sinkt der sogenannte Grenznutzen jedes Mal.

Der Grenznutzen ist die Bezeichnung für den Nutzen, den der Konsument durch den Konsum einer weiteren Einheit des betreffenden Gutes hat.

Es ist nicht so schön, lecker, aufregend, oder was auch immer wie beim vorigen Mal.

Du gewöhnst dich quasi immer mehr daran. Als Menschen sind wir eben unglaublich anpassungsfähig. Die Lösung für dieses Problem liegt auf der Hand: Mach es einfach seltener!

Denn dann ist es jedes Mal etwas Besonderes. Die Amerikaner würden sagen: Make it a treat!

Es ist also durchaus wichtig, dass du dir auch mal etwas Schönes gönnst – nur halt nicht zu oft. Alles in Maßen eben.

Tipp #3: Kauf dir Zeit

Wenn du wirklich ehrlich zu dir selbst bist, wirst du zugeben müssen, dass Zeit wesentlich wertvoller als Geld ist.

Viele Menschen jagen ihr ganzes Leben dem Geld nach, in dem sie versuchen, sich mit allen Mitteln die Karriereleiter hochzukämpfen. Die nächste Gehaltserhöhung ist doch in greifbarer Nähe!

Leider hat das meist einen teuren Preis: Zeit.

Am Ende ist das Geld vielleicht da, aber die Zeit, die du mit deiner Frau, deinen Kindern oder deinen Freunden deswegen NICHT verbracht hast, ist unwiderruflich weg. Die erwähnten lieben Menschen manchmal dann auch…

Glücklich bist du dann in der Regel nicht.

Nutze dein Geld daher, um dir Zeit zu kaufen:

  • Stelle eine Putzkraft an, die für dich deine Wohnung sauber macht – selbst wenn du Zeit zum putzen hättest!
  • Such dir eine Wohnung in der Nähe deiner Arbeit, auch wenn sie dadurch teurer ist – damit du nicht länger als eine halbe Stunde zum Arbeitsort brauchst.
  • Hol dir mindestens einmal im Monat einen Babysitter, damit du einen schönen Abend nur mit deiner Frau verbringen kannst.

Zeit ist wesentlich kostbarer und wertvoller als Geld. Kauf dir Zeit – und nutze sie anschließend sinnvoll, um noch glücklicher zu werden.

so macht Geld glücklich - babysitter
Babysitter muss sein

Tipp #4: Bezahl jetzt, konsumier später

Eines meiner Lieblingswörter der deutschen Sprache ist: Vorfreude.

Es ist einfach ein schönes Gefühl, sich auf etwas freuen zu können, das noch gar nicht eingetreten ist. Wenn meine Frau für einige Tage verreist ist und ich sie dann endlich wieder vom Bahnhof abholen darf, dann spüre ich auf dem Weg dort hin diese Vorfreude.

Vielleicht fällt dir eine ähnliche Situation aus deinem Leben ein.

Dank des Internets und der Erfindung von Kreditkarten haben wir heutzutage die Möglichkeit viele Dinge, aber vor allem auch Erlebnisse (z.B. Urlaube) im Voraus zu bezahlen. Somit erleben wir ständig Vorfreude auf das, was wir schon bezahlt haben, aber noch nicht erhalten/erlebt haben.

Als wenn das nicht schon genug wäre, kommt dann häufig noch das Gefühl hinzu, dass wir etwas geschenkt bekommen haben.

Wie das?

Je größer die Distanz zwischen dem Zeitpunkt der Zahlung und dem Erlebnis ist, desto mehr schwindet die Erinnerung ans Geld ausgeben: du hast das Gefühl nichts bezahlt zu haben.

Das Resultat: du kannst das Erlebnis noch mehr genießen!

Pay now, enjoy later – so macht Geld glücklich.

Tipp #5: Investier in andere Menschen

Schon in der Bibel finden wir den Satz:

Geben ist seliger als Nehmen.

Inzwischen hat allerdings auch die Wissenschaft entdeckt, dass es hier tatsächlich einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Geben und dem eigenen Glücksgefühl gibt.

Bei Experimenten, in denen eine Gruppe Geld für sich selbst ausgab und die andere das Geld zum Nutzen anderer ausgab, kam immer dasselbe heraus: die Probanden, die anderen eine Freude gemacht hatten, fühlten sich besser und glücklicher als jene, die sich nur selbst beschenkt hatten.

Paradoxerweise solltest du also allein schon aus Eigennutz dein Geld so ausgeben, dass damit anderen Menschen gedient wird. Denn es entsteht eine Win-Win Situation:

Du machst andere glücklich und bist selbst auch glücklicher.

Meine Frau und ich haben es uns sogar zur Gewohnheit gemacht, jeden Monat einen Teil unseres Einkommens für andere Menschen auszugeben.

Wenn dein Geld dich glücklich machen soll, dann könntest du also auch mal ausprobieren, es für andere Menschen auszugeben.

Macht Geld glücklich?

Natürlich nicht direkt. Aber du kannst dein Geld so ausgeben und einsetzen, dass dein Glück zumindest vorübergehend zunimmt.

Dabei solltest du dich an die 5 Tipps von Dunn und Norton halten:

  • Überdenke deine Konsumgewohnheiten und kauf lieber schöne Erfahrungen, denn davon zehrst du wesentlich länger.
  • Konsumiere in Maßen, denn dann ist es jedes Mal wieder etwas Besonderes.
  • Kauf dir Zeit, denn sie ist viel wertvoller als Geld.
  • Bezahl schon im Voraus, dann kannst du es viel mehr genießen, wenn es soweit ist.
  • Gib dein Geld lieber für andere Menschen aus, denn Geben ist wirklich seliger als Nehmen.

Soweit die Kurzfassung von „Happy Money„*. Wenn du die erwähnten Tipps noch besser verstehen möchtest, solltest du dir auf jeden Fall das Buch durchlesen (Weitere Buchtipps von mir findest du hier).

Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück
  • 224 Seiten - 01.07.2014 (Veröffentlichungsdatum) - books4success (Herausgeber)

Übrigens: mein Bloggerkollege Christian hat einen sehr lesenswerten Artikel zum gleichen Thema geschrieben. Du findest ihn hier.

Und wie sieht es bei dir aus? Kannst du diese wissenschaftlichen Erkenntnisse aus deiner eigenen Erfahrung heraus bestätigen?

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