So betreibe ich im Jahr 2020 Vermögensaufbau

Mein Vermögensaufbau 2020

In den letzten Jahren habe ich auf diesem Blog sehr viel über den richtigen Umgang mit Geld, erfolgreiches Sparen und Investieren geschrieben.

Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich so offen wie bisher noch nie aufzeigen, wie ich persönlich Vermögen aufbaue.

  • Welche Bankkonten nutze ich?
  • Was passiert mit meinem Gehalt, wenn es auf meinem Girokonto eintrifft?
  • Wie viel Prozent wird für kurzfristige Ziele gespart, wie viel für den langfristigen Vermögensaufbau investiert?
  • Welche Wertpapierdepots nutze ich und in was investiere ich dort ganz konkret?
  • Spielen P2P-Kredite noch eine Rolle?

All diese Fragen und mehr will ich in den folgenden Zeilen beantworten.

Warum das Ganze?

Ich höre immer wieder, dass Finanzwissen zu theoretisch und unkonkret vermittelt wird. Viele wollen wissen: Wie sieht das denn eigentlich ganz praktisch aus? Das will ich hiermit aufzeigen.

Es geht also nicht darum, dass du meine Vorgehensweise im Anschluss eins-zu-eins kopierst. Meine Hoffnung ist, dass du zum einen erkennst: so schwer ist Vermögensaufbau gar nicht, das bekomm ich auch hin. Und zum anderen, dass du dich aufraffst und tatsächlich etwas von dem, was ich und zig andere Finanzblogger erzählen, umsetzt.

Ich hoffe, es gelingt mir, dich dahingehend zu überzeugen und zu motivieren.

Meine Konten

Als Girokonto verwende ich seit Jahren das kostenlose der comdirect*. Mir gefällt die Benutzerfreundlichkeit im Online-Banking Bereich, dass ein kostenloses Tagesgeldkonto mit dabei ist und die Bonus-Sparen-Funktion.

Inzwischen gibt es auch eine App, die recht gut gelungen ist. Darüber erhalte ich z.B. Push-Benachrichtigungen, wenn Geld ein- oder ausgeht.

Auf dem Tagesgeldkonto kann ich Geld zwischenparken, das für Spenden vorgesehen ist und mit der Bonus-Sparen-Funktion profitiere ich bei diversen Online-Käufen von ein paar Prozent Cashback (wie das Ganze genau funktioniert, hab ich am Ende dieses Artikels beschrieben).

Zusätzlich hab ich noch ein Tagesgeldkonto bei Moneyou und eins bei Cosmos Direkt. Bei Moneyou gefällt mir ebenfalls die Benutzerfreundlichkeit inklusive mobiler App und die Möglichkeit mit wenigen Klicks bis zu 5 Unterkonten (mit jeweils eigener IBAN) zu erstellen. Somit kann ich für verschiedene Zwecke Geld ansparen und jederzeit verfügbar haben.

Seitdem der Zinssatz bei Moneyou stark gesunken ist, hab ich mich nach einer Alternative umgesehen und bin bei Cosmos Direkt fündig geworden. Zur Zeit bieten sie immerhin 0,31 % an.

Bei Moneyou liegt zur Zeit unser Notgroschen und das Autokonto, bei Cosmos Direkt unser Urlaubsgeld.

Meine Spar-Strategie

Regelmäßig Geld auf die Seite zu legen ist das Geheimnis erfolgreichen Vermögensaufbaus. Meine Spar-Strategie im Jahr 2020 sieht folgendermaßen aus.

20% meines Einkommens fließt in meinen ETF-Sparplan. Ich bespare zur Zeit nur einen einzigen ETF, den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (WKN: A1T8FV). Global, breit gestreut (mehr als 1.600 Unternehmen) und ausschüttend, um passives Einkommen zu generieren.

Mehr zu meiner Investment-Strategie weiter unten.

10% legen wir für Spenden auf die Seite: ein Teil geht aufs Tagesgeldkonto der comdirect, der andere Teil geht momentan an folgende Organisationen:

Zusätzlich gehen 75 € aufs Urlaubskonto und 50 € aufs Autokonto. Mit den restlichen ca. 70% zahlen wir Miete, Lebensmittel, Spritkosten und alle weiteren monatlichen Ausgaben.

Meine Wertpapierdepots

Mein allererstes Wertpapierdepot war das der comdirect*. Da ich bereits ein Girokonto dort hatte, bot es sich an, auch das Depot dort zu eröffnen. Inzwischen nutze ich es nur noch passiv – ich habe ein paar verschiedene ETFs (–> was ist ein ETF?) dort liegen, vor allem aus meiner Anfangszeit, als ich das ein oder andere ausprobiert habe. Aktiv handeln tue ich damit aber nicht mehr.

Trotzdem halte ich es nach wie vor für ein sehr gutes Depot für Anfänger, die mit kleinen Sparbeträgen ihren ersten ETF-Sparplan aufsetzen wollen. Ich finde die Handhabung und Darstellung sehr benutzer- und anfängerfreundlich.

Mein eigener ETF-Sparplan läuft dagegen über mein Depot bei der DKB*. Der Grund für meinen Wechsel war der Unterschied bei den Sparplangebühren. Im Gegensatz zum comdirect Depot (1,5% pro Sparrate) zahle ich bei der DKB eine Flatrate von 1,50 € – egal wie hoch meine monatliche Sparrate ist.

Sobald diese 100 € übersteigt, lohnt sich daher der Umstieg aufgrund der dann günstigeren Sparplan-Gebühren. Für höhere Sparbeträge ist das Depot der DKB daher attraktiver. Natürlich unter der Voraussetzung, dass „dein“ ETF dort handelbar und sparplanfähig ist.

Seit kurzem habe ich mein drittes Depot eröffnet. Dabei handelt es sich um Deutschland ersten mobilen und provisionsfreien Broker Trade Republic*. Der von mir besparte Vanguard ETF wird dort zur Zeit nicht angeboten (vermutlich auch in Zukunft nicht, aber ich lass mich gerne überraschen). Für meinen ETF-Sparplan kommt Trade Republic also nicht in Frage (obwohl es dort dauerhaft kostenlose ETF-Sparpläne im Angebot gibt).

Stattdessen hab ich dank der niedrigen Handelsgebühren (1 € pauschal für Kauf oder Verkauf) mich an eine für mich neue Anlageklasse gewagt: REITs.

Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Meine Investment-Strategie

Im letzten Jahr habe ich mich dafür entschieden, meine Investment-Strategie leicht anzupassen. Nachdem ich ursprünglich alles auf die optimale Ausnutzung des Zinseszinseffekt ausgerichtet und daher nur in thesaurierende ETFs investiert hatte, fand bei mir ein Umdenken statt.

Nicht, dass ich den Zinseszinseffekt auf einmal doof finde. Im Gegenteil. Aber mir wurde bewusst, dass regelmäßiges passives Einkommen (manchmal auch als Cashflow bezeichnet) nicht nur äußerst motiverend wirkt – so nach dem Motto: es tut sich was! Es gibt mir auch die Möglichkeit, im Job kürzer zu treten und dadurch mehr Zeit für meine Frau und ab April für unser Baby zu haben 🙂

Ich hab daher zwei Entscheidungen getroffen: (1) nur noch Teilzeit in der Schule zu arbeiten und (2) meine Investments auf passives Einkommen umzustellen.

Das hat zur Folge, dass ich den bereits erwähnten ETF von Vanguard jeden Monat bespare. Laut der Webseite von Vanguard „besteht (der Fonds) aus Stammaktien von Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, welche in der Regel eine überdurchschnittlich hohe Dividende ausschütten.“

Natürlich schüttet der ETF aus (alle drei Monate).

Zusätzlich zu meinem ETF-Sparplan investiere ich seit kurzem auch in REITs (ausgesprochen „Riets“). Die Abkürzung steht für Real Estate Investment Trusts. Was ist das?

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Es handelt sich dabei um Immobilien-Investment Gesellschaften, die sich auf das Halten und Bewirtschaften von Immobilien spezialisiert haben. Sie sind verpflichtet mindestens 90 Prozent des erwirtschafteten Gewinns an die Anleger auszuschütten.

Das macht sie für Investoren, die auf passives Einkommen aus sind, attraktiv.

Wenn du mehr über REITs wissen willst: Hier werden sie ganz gut erklärt.

Falls dich interessiert, für welche REITs ich mich im Einzelnen entschieden habe, hast du jetzt die Möglichkeit über Investler.org alle meine Investment-Entscheidungen (wann? wie viel? in was?) zu verfolgen. Zusätzlich erhältst du auch Infos über die Investments anderer erfolgreicher Investoren. Interessiert? (öffnet in neuem Tab)“>Hier geht’s lang –>

Spielen P2P-Kredite weiterhin eine Rolle?

Ja, allerdings werde ich mich dieses Jahr von den Konsumkrediten (in meinem Fall also Mintos) zurückziehen, was ich an anderer Stelle begründet habe.

Stattdessen konzentriere ich mich auf Plattformen, die hauptsächlich Immobilien- und Geschäftskredite anbieten. In meinem Fall sind das momentan Estateguru* und Debitum Network*.

Nachdem auf Flender* sich nichts in Bezug auf die Verfügbarkeit von neuen Projekten getan hat, ziehe ich mich auch da zurück. Als irische Alternative hab ich mir dann Linked Finance näher angesehen. Aber auch dort war die versprochene Rendite im Durchschnitt für mich zu niedrig und die Laufzeiten der Kredite zu lang, sodass ich mich nun ganz von der grünen Insel zurückziehe (zumindest was P2P-Kredite angeht).

Möglicherweise wird im Laufe des Jahres noch die ein oder andere Plattform dazu kommen. Allerdings werde ich da weiterhin eher vorsichtig vorgehen und mit kleineren Summen neue Plattformen testen (wenn überhaupt).

Denn leider gibt es immer wieder schwarze Schafe unter den P2P-Plattformen, wie zuletzt bei Kuetzal und Envestio zu sehen, die sich beide als Betrugsmasche herausgestellt haben.

Ich hab mich daher entschieden, maximal 5.000 Euro in eine Plattform zu investieren. Diese Summe hab ich bisher nur bei Estateguru investiert, bei allen anderen Plattformen liege ich deutlich drunter.

P2P-Kredite sind für mich lediglich eine Ergänzung in meinem Portfolio, meine Vermögensaufbau-Strategie basiert weiterhin hauptsächlich auf ETFs.

Fazit

Im Jahr 2020 ändert sich meine Strategie zum Vermögensaufbau zwar nicht grundlegend, die ein oder andere Anpassung nehme ich aber doch vor.

Nach wie vor ist mir wichtig, dass ich möglichst passiv, kostengünstig und ohne großen Zeitaufwand Vermögen aufbaue. ETFs, P2P-Kredite und seit kurzem eben auch REITs ermöglichen mir das. Bei ETFs dank Sparplan, bei P2P-Krediten mit Hilfe der Auto-Invest Funktion. Nur in REITs investiere ich bisher noch nicht automatisiert. Kostengünstig und wenig zeitintensiv ist die Geldanlage in REITs für mich dank Trade Republic* trotzdem.

Wie sieht’s bei dir aus? Hast du schon einen Vermögensaufbau-Plan für 2020? Wie sieht er aus? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

2 Gedanken zu „So betreibe ich im Jahr 2020 Vermögensaufbau“

  1. Hallo Carsten,

    toller Beitrag und ich bin gespannt was du so in 2020 noch so für Blogbeiträge rausbringen wirst. Ich freue mich schon darauf sie zu lesen. ich bin erst durch Zufall heute auf deinen Blog gestoßen und bin sehr erfreut.

    Ich bin auch gespannt auf dein Vorhaben in Teilzeit zu arbeiten und deiner Erfahrungen mit eurem Baby im April, drück die Daumen, dass alles gut läuft. Es ist ein neuer Lebensabschnitt den Ihr da beschreitet.

    Falls du mal Lust hast, kannst du dich ja mal bei uns auf der Seite umschauen, wir von https://Familien-Freude.de möchten werdenden Eltern beim Geld sparen helfen und ein paar Tipps und Tricks mitgeben… auch im Bezug auf Finanzen.

    Ich bin gespannt was noch so von dir kommt Carsten.

    Gruß Sani

    1. Hallo Sani,

      Danke für deinen Kommentar! Ja, bin auch sehr gespannt auf den neuen Lebensabschnitt.

      Super, dass ihr mit eurer Seite werdenden Eltern helfen wollt. Schau ich mir definitiv mal an.

      Schöne Grüße,

      Carsten

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