Intelligent Investieren – so funktioniert Geldanlage

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Wie du inzwischen bestimmt schon mitbekommen hast, dreht sich hier auf Finanziell Fit alles um drei Grundprinzipien:

  1. Systematisch Sparen
  2. Achtsam Ausgeben
  3. Intelligent Investieren

Wenn ich mit meinen Lesern spreche (also euch :-)), sagen sie mir meistens, dass ihre größte Herausforderung NICHT darin besteht, regelmäßig zu sparen oder besonders auf ihre Ausgaben zu achten.

Nein, die meisten von euch sind einfach frustriert mit den niedrigen Zinsen und suchen nach einer (oder mehreren) lukrativen Alternativen.

1% jährliche Rendite scheint heutzutage ja schon das Höchste der Gefühle zu sein. Ist es aber nicht. Denn jeder kann intelligent investieren lernen. Ich zeige dir wie.

Wenn du es noch nicht getan hast, würde ich dir raten mein kostenloses E-Book über die 8 Grundregeln der Geldanlage herunterzuladen.

 

Wenn du diese Regeln verstanden hast, bist du schon jetzt in der Lage viel intelligenter zu investieren als die meisten Menschen in deiner näheren Umgebung.

Intelligent Investieren – die Herausforderung

Für immer mehr Menschen wird intelligentes Investieren zu einer echten Herausforderung.

Das allgemeine Zinsniveau ist niedrig und das Wissen über Geldanlage geht bei den meisten Deutschen nicht über Tagesgeld und Bausparvertrag hinaus. Diese Optionen haben zwar zu früheren Zeiten vielen dabei geholfen, sich ein kleines Vermögen aufzubauen.

Heute sieht die Lage allerdings ganz anders aus: Egal ob Bausparen, Sparkonto oder Festgeld – die Zinsen liegen teilweise deutlich unter der aktuellen Inflationsrate.

Intelligent Investieren sieht anders aus.
Quelle: focus.de

Sollen wir also den Kopf in den Sand stecken und auf bessere Zeiten hoffen?

Nein, denn es gibt attraktive Alternativen, mit Hilfe derer wir unser Geld tatsächlich vermehren können und sogar die Inflation hinter uns lassen.

Klingt zu schön, um wahr zu sein?

Ist es zum Glück nicht. Aber bevor wir uns diese Geldanlagen ansehen, müssen wir „investieren“ zunächst einmal definieren.

Intelligent Investieren – die Definition

Wenn man bei duden.de „investieren“ eingibt, bekommt man folgende Erklärung: „Kapital langfristig in Sachwerte anlegen.“

Ich persönlich würde das Wort „Sachwerte“ streichen (warum, wirst du später sehen). Wenn du damit einverstanden bist, können wir uns also auf folgende Definition einigen:

Kapital langfristig anlegen.

Wenn wir uns diese drei Wörter jetzt ansehen, müssen wir folgendes erkennen:

  • Um zu investieren, brauchst du Kapital.
  • Investieren braucht Zeit (langfristig).
  • Investieren ist nicht das Gleiche wie spekulieren.

Ok, der letzte Punkt geht vielleicht nicht so offensichtlich aus der Definition hervor, wie die zwei vorigen. Aber nehmen wir mal an, du hast 2.000 Euro zur Verfügung und wettest mit diesem Betrag darauf, dass der Ölpreis auf dem Weltmarkt in den nächsten Wochen steigen wird.

Würdest du dann jemandem erzählen, dass du dein Geld angelegt hast?

Nein, natürlich nicht. Du bist eine Wette eingegangen, weil du darauf hoffst, dass der Ölpreis steigt.

Das nennt sich Spekulation und hat mit investieren nichts zu tun. Egal, ob bei bwin, tipico, beim Pferderennen oder eben auch beim Wetten auf kurzfristig steigende oder fallende Kurse an der Börse: Investieren ist das nicht!

Intelligent Investieren? Sicher nicht mit Wetten bei Pferderennen.
Bei Pferderennen Geld zu setzen zählt nicht als Geldanlage

Also: Kapital, Zeit und anlegen statt spekulieren. Darum geht es beim Investieren.

Schauen wir uns den ersten der drei Punkte nun näher an: das Kapital

Intelligent Investieren – die Voraussetzung

„Ohne Moos nix los“ – dieser alte Spruch gilt auch für die Geldanlage. Wer kein Kapital hat, der kann auch nicht investieren.

Logisch, oder?

Um Kapital aufzubauen, hast du genau zwei Möglichkeiten:

  1. mehr zu verdienen als du ausgibst oder
  2. weniger auszugeben als du verdienst.

Was den ersten Punkt angeht – viel Geld zu verdienen, bin ich (noch) kein Experte (arbeite aber dran, einer zu werden).

Was den zweiten Punkt betrifft, findest du hier auf Finanziell Fit genügend Informationen. Die entsprechenden Artikel sind alle mit „systematisch sparen“ oder „achtsam ausgeben“ gekennzeichnet.

Wenn du die Ratschläge dort in die Tat umsetzt, wirst du bald Kapital aufgebaut haben, um intelligent investieren zu können.

Ich werde dir übrigens noch zeigen, dass du bereits mit sehr wenig Kapital mit dem investieren anfangen kannst.

Zunächst schauen wir uns aber den zweiten Aspekt des Investierens näher an: die Zeit.

Intelligent Investieren – die Geheimwaffe

Vor einiger Zeit hat mein Schwiegervater mich und meine Frau auf den Golfplatz mitgenommen. Als absoluter Anfänger sieht das dann ungefähr so aus  😉

Auf dem Golfplatz
Neulich auf dem Golfplatz…

Mein Schwiegervater hätte meine Unerfahrenheit ausnutzen und eine Wette mit mir eingehen können: Beim 1. Loch spielen wir um 10 Cent. Wer weniger Schläge braucht, bekommt das Geld.

Keine große Sache, was sind schon 10 Cent, oder?

Aber nehmen wir mal an, er wäre noch einen Schritt weiter gegangen. Bei jedem darauf folgenden Loch verdoppelt sich der Einsatz. Also beim 2. Loch spielen wir um 20 Cent, beim 3. um 40, usw.

Hätte ich dieses Risiko eingehen sollen? Was meinst du?

Wie viel Geld hätte ich alleine beim 18. und letzten Loch verloren, wenn ich dort mehr Schläge als mein Wettpartner gebraucht hätte?

100 Euro? Ein paar hundert? Oder doch über tausend Euro?

Welche Zahl hast du jetzt im Kopf?

Wie wär’s mit dreizehn tausend einhundert sieben und zwanzig Cent.

Jap. Das sieht in Zahlen dann so aus: 13.107,20 Euro!

Warum erzähle ich dir diese fiktive Geschichte?

Weil sie illustriert, was mit deinem Geld passiert, wenn du intelligent investierst und dann einen langen Atem hast.

Double your money

Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass ab einer jährlichen Rendite von 10% dein Vermögen sich ungefähr alle 7 Jahre verdoppelt – im übertragenen Sinn spielst du also alle 7 Jahre ein neues Loch.

Jetzt hast du natürlich keine 126 Jahre (18 mal 7), um dir ein Vermögen aufzubauen, aber du fängst ja auch nicht mit 10 Cent an, oder? 😉

Probier’s einfach mal aus und gib ein paar Zahlen in den hier verlinkten Zinseszinsrechner ein. Spiel ein bisschen rum damit und probier verschiedene Zahlen und Zinssätze aus. Merkst du, was möglich ist?

 

Schau dir auch mal an, was passiert, wenn du den Zinseszinseffekt ausschaltest (einfach beim Feld „Zinseszins“ die Option mit „Nein“ auswählen). Siehst du den Unterschied?

Deswegen ist der Zinseszins deine Geheimwaffe bei der Geldanlage.

Nutze sie.

Und vergiss nicht: Moneybuilding braucht Zeit. Am Anfang wirst du das Gefühl haben, dass sich kaum etwas tut.

Beim 2. Loch spielst du um 20 mickrige Cent, beim 5. um 1,60 €, selbst beim 10. Loch geht’s gerade mal um 51,20 €.

Das soll Vermögensaufbau sein?

Beim 14. Loch sind es immer noch weniger als tausend Euro. Doch dann macht sie sich plötzlich bemerkbar, deine Geheimwaffe. Und schon wenige Löcher später bist du bei mehr als 10.000 € angekommen.

Sieh dir noch ein mal die Grafik an, um dir einzuprägen, wie schnell es am Ende geht. Geduld brauchst du also schon – daher: Kapital langfristig anlegen.

Der Zinseszinseffekt beim Golfspiel
Quelle: Money. Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit. (Tony Robbins)

Und jetzt fang an zu spielen, äh, investieren! Auch wenn es nur 25 Euro im Monat sind – das Wichtigste ist, dass du anfängst.

Aber eine Frage bleibt noch offen: Wie und wo solltest du investieren?

Intelligent Investieren – die Optionen

Wenn wir bedenken, dass der Zinseszinseffekt erst ab einer jährlichen Rendite von 5% wirklich ins Rollen kommt, bleiben uns nicht allzu viele Optionen.

Schauen wir uns jetzt also den dritten Punkt an: das Anlegen.

Bei der momentanen Niedrigzinsphase können wir klassische Anlageprodukte wie Festgeld oder Bausparverträge erst mal vergessen. Die bringen uns nicht weiter.

Geldanlage - Pfeil noch oben
Bei welcher Geldanlage zeigt der Pfeil nach oben?

Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten nach den unterschiedlichsten Kriterien einteilen. Um es nicht zu kompliziert zu machen, teile ich sie an dieser Stelle in nur zwei Bereiche ein:

  • Sachwerte
  • personenbezogene Werte

Bei Sachwerten geht es darum, dass du dir einen oder mehrere Sachwerte anschaffst, die in der Regel mit der Zeit an Wert gewinnen.

Das können Oldtimer, Goldmünzen oder Pokémon Sammelkarten sein. Also im Prinzip kann sich jeder genau den Sachwert aussuchen, der ihm Freude bereitet und sein Geld darin investieren.

Ich habe z.B. als Kind und Jugendlicher (und sogar bis vor wenigen Jahren noch) American Football Trading Cards gesammelt. Hat Spaß gemacht, hat aber auch seine Nachteile.

Denn Sachwerte müssen normalerweise irgendwo gelagert, aufgehoben, gepflegt und geschützt werden. Das nimmt Platz weg und kostet zusätzlich Zeit und Geld.

Daher investiere ich inzwischen lieber in personenbezogene Werte.

Dabei geht es nicht darum, mir etwas zu kaufen, das dann bei mir zu Hause im Regal oder in der Garage steht.

Sondern, dass ich mein Geld entweder direkt in Menschen oder in von Menschen geführte Unternehmen (welches auch wieder aus vielen Menschen besteht) anlege.

Privatkredite und ETFs

Das können dann zum Beispiel Privatkredite oder Aktienfonds sein.

Bei Privatkrediten oder P2P – Krediten agiere ich quasi als Bank und vergebe Darlehen an Privatpersonen.

Dabei hoffe ich nicht auf eine Wertsteigerung (wie bei den meisten Sachwerten), sondern lasse mir den Kredit inklusive Zinsen über einen gewissen Zeitraum zurückzahlen.

Mehr zum Thema Privatkredite, inklusive meiner Erfahrung mit den Anbietern auxmoney und Mintos, findest du in den verlinkten Artikeln.

Die zweite Möglichkeit, die ich seit einiger Zeit nutze, sind Aktienfonds. Genauer gesagt, ETFs.

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Funds, zu deutsch, an der Börse gehandelte Fonds.

Ein Aktienfonds (und ein Aktien-ETF) ist letztendlich nichts anderes als ein „Korb“ voller verschiedener Wertpapiere.

Anstatt also jede Aktie einzeln kaufen zu müssen und dafür die entsprechenden Gebühren zu bezahlen, kann ich mit einem einzigen ETF in einen ganzen Markt (z.B. den deutschen) oder eine ganze Branche investieren.

Dadurch spare ich Gebühren, streue mein Risiko und das Wichtigste: ich spekuliere nicht, ich investiere!

Mit diesen beiden Geldanlage-Optionen kann ich also intelligent investieren und somit auch eine attraktive Rendite erreichen.

Im Durchschnitt zwischen 5 und 8% pro Jahr.

Fazit

Der Frust über die anhaltende Niedrigzinsphase ist groß.

Wer allerdings gelernt hat, intelligent zu investieren weiß, dass es einige renditestarke Alternativen zu Tagesgeld und Co. gibt.

Der Leitsatz des Investierens besteht aus drei Wörtern:

Kapital.

Langfristig.

Anlegen.

Wenn du kein Kapital hast, kannst du es dir durch systematisches Sparen und achtsames Ausgeben aufbauen.

Der Zinseszinseffekt lehrt dich Geduld, denn Zeit ist tatsächlich Geld. Je langfristiger dein Anlagehorizont, umso besser.

Und vom Spekulieren jeglicher Art rate ich ganz entschieden ab. Stattdessen solltest du dein Geld anlegen, am Besten in Privatkredite* und kostengünstige ETFs.

Wie investierst du? Schreib es mir in die Kommentare!

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