Flender – die dritte Säule meiner P2P-Strategie

​Mein Vermögensaufbau basiert auf der Geldanlage mit ETFs. Als Beimischung für mein Portfolio investiere ich aber auch in P2P-Kredite.

Bei dieser Geldanlage gefällt mir, dass das Konzept leicht zu verstehen ist und die Zinseinnahmen relativ regelmäßig hereinkommen. Meiner Meinung nach ist das ein großer psychologischer Vorteil von P2P-Krediten. Es motiviert einfach zu sehen, dass der Gesamtbetrag monatlich (und manchmal sogar täglich) größer wird.

Ein weiterer großer Vorteil dieser Anlageklasse (P2P) ist die Möglichkeit, mit wenig Kapital einen hohen Diversifikationsgrad zu erreichen. Auf Plattformen wie Mintos kann ich z.B. bereits mit 1.000 Euro in 100 verschiedene Kredite investiert sein.

Das macht P2P-Kredite vor allem für Kleinanleger sehr attraktiv.

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Hohe Rendite, hohes Risiko?

Nicht zuletzt werden viele Privatanleger von den oft zweistelligen Renditen angelockt. Wer sich der Risiken dabei bewusst ist und entsprechend darauf reagiert, kann einen Teil seines Kapitals in P2P-Kredite investieren und trotzdem nachts ruhig schlafen.

Die meisten P2P-Investoren versuchen das Risiko nicht nur durch eine breite Streuung ihres Geldes auf möglichst viele Kredite zu verringern. Um sich gegen das Plattformrisiko abzusichern, investieren sie oft auf 10 oder mehr verschiedenen P2P-Plattformen.

Mein persönlicher Ansatz ist allerdings ein anderer.
Zum einen suche ich mir nur Plattformen aus, die seriös sind und in der Regel seit mehreren Jahren erfolgreich auf dem P2P-Markt aktiv sind.

Zum anderen wähle ich Plattformen aus verschiedenen Unterbereichen des P2P-Markts aus, sodass ich auch da eine Streuung meines Risikos habe. Nachdem ich zunächst Mintos* mit seinen Konsumkrediten zu meiner Hauptplattform erkoren hatte, stieß ich auf Estateguru* mit seinen Immobilien-Krediten.

Das sind bis heute die zwei Säulen meiner P2P-Strategie.

Auf der Suche nach der 3. Säule

Aber jeder weiß, dass ein Tisch erst dann stabil ist und von selbst steht, wenn er mindestens drei Beine hat. Deswegen machte ich mich auf die Suche nach einer dritten Plattform, um meine P2P-Anlage noch auszubauen und breiter aufzustellen.

Folgende Kriterien waren mir dabei wichtig:
1. Geografische Diversifikation
2. Keine klassischen Konsumentenkredite
3. Auto-Invest Funktion
4. Keine Gebühren für Investoren

Mintos und Estateguru sind beides Plattformen aus dem baltischen Raum (Estland, Lettland, Litauen). Um mein "geografisches" Risiko zu verringern, wollte ich eine Plattform finden, die nicht aus dieser Region kommt.

Auch wenn es unwahrscheinlich ist: Sollte Russland irgendwann auf die Idee kommen, im Baltikum einzumarschieren, weiß ich nicht, was mit meinem dort investierten Geld passieren würde.

Außerdem wollte ich eine Plattform, die weder Konsumentenkredite (so wie Mintos) noch Immobilienkredite anbietet (so wie Estateguru). Mit anderen Worten:

Ich wollte auch im Bereich der Kredit-Art, in die ich investiere, mehr Diversifikation.
Eine Auto-Invest Funktion ist mittlerweile ein absolutes Muss für mich, da ich immer bemüht bin, meinen Vermögensaufbau so weit wie möglich zu automatisieren.
Und zu guter Letzt, will ich als Investor natürlich keine Gebühren zahlen müssen.

Flender - P2P gibt's auch in Irland

Somit konnte ich die Auswahl der möglichen Plattformen stark einschränken. Schließlich habe ich mich für eine irische Plattform entschieden - Flender*.

Die Plattform befindet sich mit Irland im Euro-Raum (keine Währungsschwankungen) und bietet die Möglichkeit direkt in kleine und mittlere irische Unternehmen zu investieren. So gesehen ist es eigentlich eher eine P2B-Plattform, eine Peer-to-Business Plattform.

Aber da wollen wir mal ein Auge zudrücken und es nicht so genau nehmen 😉
Nach der Aufnahme in mein Portfolio besteht meine P2P-Strategie jetzt aus folgenden drei Säulen:

1. Klassische P2P-Kredite (stark diversifiziert über Länder, Darlehensarten und Darlehensanbahner) --> Mintos*
2. Immobilien-besicherte Darlehen --> Estateguru*
3. Unternehmensdarlehen --> Flender*

Wie funktioniert Flender?

Im Prinzip funktioniert Flender wie jede andere P2P-Plattform auch.

  • Du meldest dich zunächst an,
  • gibst alle persönlichen Daten an,
  • lädst deine Identifikationsdokumente hoch (Reisepass oder Personalausweis) und
  • überweist deinen ersten Testbetrag auf das Konto von Flender.

​Beachte dabei, dass die Webseite von Flender komplett auf Englisch ist. Es gibt also keine deutsche Version wie bei Mintos oder Estateguru.

1.

​Auf der Startseite oben rechts auf "Get Started" klicken.

2.

​Anschließend auf den grünen Button "Start Investing" klicken.

3.

​Auf der nächsten Seite gibst du deine Daten ein. Bei "Invest as" gibst du "Individual Lender" ein. Anschließend Vor- und Nachname, dein neues Passwort (zwei mal) und deine E-Mail Adresse. Unter "Communication Preferences" kannst du noch zwei Haken setzen, falls du Neuigkeiten (1) und/oder Updates zu deinen Investments (2) per Mail erhalten möchtest.

4.

​Zum Schluss klickst du auf "Sign up" und du bist bei Flender angemeldet.

​Nachdem deine Identitätsdokumente verifiziert worden sind, kannst du direkt loslegen. Am besten funktioniert das natürlich über den Auto-Invest. Dieser nennt sich bei Flender AutoFlend und sieht so aus:

​Du kannst deine Kredite also nach der Laufzeit (Duration) und nach der Flender-Bewertung (Loan Grade) auswählen. Wenn du z.B. dein Geld nicht länger als 2 Jahre binden möchtest, schaltest du den AutoFlend für die unterste Option (25-36 Months) einfach aus.

​Dann wird dein Geld nur in Projekte/Kredite investiert, die eine Laufzeit von maximal 2 Jahren haben.

Genauso kannst du auch entscheiden, ob du nur in Unternehmen investierst, die eine sehr gute Bewertung von Flender bekommen haben. Die Skala reicht von A+ bis V, wobei Flender betont, dass natürlich alle Kredite, die auf der Plattform angeboten werden, von ihnen ordentlich geprüft worden sind und die Rückzahlungsfähigkeit des Unternehmens gegeben ist.

Die Mindest-Investmentsumme liegt bei 50 € (wie bei Estateguru). Um möglichst schnell einen hohen Diversifikationsgrad zu erreichen, würde ich auch nie mehr als 50€ in einen Kredit stecken.

​Meine Erfahrung mit Flender

Ich habe relativ lange gebraucht, um mich endgültig für Flender zu entscheiden. Das lag vor allem daran, dass man oft lange warten muss, bis ein neues Projekt auf der Plattform erscheint und das eigene Geld investiert wird.

Dadurch dauert es natürlich länger, bis man ordentlich diversifiziert ist

​Das ist ein Nachteil der Plattform. Aber letztendlich kann das auch ein Zeichen dafür sein, dass das Team von Flender die Unternehmen wirklich sorgfältig aussucht.

Auf meine Nachfrage hin, hat Flender mir versichert, dass sie sich darum bemühen wollen, in Zukunft mehr Projekte für die Investoren anbieten zu können. Ich bin gespannt, ob sie das Versprechen einhalten werden.

Ich habe inzwischen 1.000 Euro auf der Plattform, 60 davon warten noch darauf, investiert zu werden. Einen Ausfall gab es bisher noch nicht, meine Rendite liegt bei ca. 10%.

So sieht mein Dashboard bei Flender derzeit aus

​Das aktuelle passive Einkommen (Zinseinnahmen) des letzten Monats seht ihr etwas weiter oben in der Seitenleiste (unterhalb des Artikels bei Ansicht auf dem Smartphone).

Um es mal zu testen, hab ich auch einen Betrag von der Plattform wieder abgezogen. Dafür solltest du deine Bankdaten bei Flender hinterlegen. Das ging problemlos und das Geld war dann innerhalb von 2 Tagen auf meinem Girokonto.

Übrigens: Wenn du dich über einen der Links in diesem Artikel bei Flender anmeldest, bekommst du eine Gutschrift von 5% auf dein im ersten Monat (es zählen die ersten 30 Tage) investiertes Kapital.

Beispiel: Du meldest dich am 15. August an. In der Zeit vom 15. August bis zum 15. September investierst du insgesamt 1.000 Euro auf Flender. Du bekommst daraufhin 50 Euro gutgeschrieben.

​Fazit

Auf der Suche nach einer 3. Säule für meine P2P-Strategie bin ich auf die irische Plattform Flender* gestoßen.

Dort kann ich direkt in kleine und mittlere Unternehmen von der grünen Insel investieren. Nach einer längeren Testphase habe ich die Plattform nun ganz offiziell in mein Portfolio aufgenommen und werde mein Investment dort in den nächsten Monaten weiter ausbauen.

Zielsumme sind zunächst, wie bei Estateguru auch, die 5.000 €. Damit wäre ich in 100 verschiedene Unternehmen investiert, was für mich die optimale Diversifikation darstellt.

Hast du noch Fragen zu Flender? Würdest du dort auch investieren und falls nein, warum nicht? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

4 Gedanken zu „Flender – die dritte Säule meiner P2P-Strategie“

  1. Ich bin schon sehr lange bei Flender investiert und bin Höhen und tiefen mit ihnen durchlaufen – aktuell befinden sie sich auf einem guten Weg.
    Aber um die 5k bei Flender unter zu bekommen wirst du ganz schön lange brauchen ich vermute mal gut 2Jahre (aktuell alle 2 Wochen ein Projekt). Wenn dir das zu lange dauert schau dir mal linked finance an – ebenso Irland deutlich länger am Markt und auch „stabiler“ was Ausfälle angeht (bei Flender habe ich ~10% Ausfälle bei LF ~3%) Abschrecken wird dich das sie Gebühren kassieren (von den Zinsen) aber unterm Strich habe ich ein nahezu identisches XIRR. Da die kein Affiliate Programm haben hier auch mal der Link zu meinem Review daran verdiene ich nix 😉 http://p2p-game.com/linked-finance-die-irische-perle
    Weiterer Vorteil wesentlich mehr Kredite werden angeboten hier wirst du deine 5k in einem Jahr gut unter bekommen. Und gute Kommunikation die aber bei Flender glücklicherweise auch so langsam besser wird….

    1. Hi tbee,

      Ja, das ist mir durchaus bewusst, dass es eine Weile dauert bis ich die 5k erreicht habe. Das ist so der einzige Nachteil, der mir bisher aufgefallen ist bei Flender. Stört mich aber jetzt nicht allzu sehr.
      Danke für den Tipp mit Linked Finance! Werde ich mir mal näher anschauen 🙂

      Viele Grüße,
      Carsten

  2. Hi Carsten,

    P2P spielte bei mir in der Vergangenheit noch keine Rolle im Portfolio.

    Die einzige Ausnahme in Sachen Crowdlending bildet seit kurzer Zeit ecoligo.investments, eine Plattform, über die man sich mit Nachrangdarlehen an Erneuerbare Energien-Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Kenia und Costa Rica beteiligen kann.

    Derzeit bin ich jedoch am überlegen, ob ich mir nicht einen kleinen Teil (5% meines Gesamtportfolios) an echtem P2P ins Depot hole. Insofern war dein Artikel sehr hilfreich.

    Was wäre denn aus deiner Sicht das perfekte Einsteigerprodukt im P2P-Bereich?

    Danke + Gruß

    – David

    1. Hi David,
      Danke für deinen Kommentar! Ja, P2P-Kredite ist eine sehr spannende Möglichkeit sein Portfolio zu diversifizieren.
      Als Einsteigerprodukt würde ich dir tatsächlich Mintos empfehlen. Das ist im Prinzip der Marktführer in dem Bereich.
      Lies dir am besten mal folgende Artikel dazu durch, dann bist du gut informiert:
      https://finanziellfit.de/meine-mintos-erfahrung-teil-1/
      https://finanziellfit.de/meine-mintos-erfahrung-teil-2/

      Die sind zwar nicht mehr ganz aktuell, aber erklären grundsätzlich wie Mintos funktioniert und wie du dort am besten investieren kannst.

      Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden!

      Viele Grüße,
      Carsten

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