Finanzbasics – diese 5 Dinge musst du unbedingt umsetzen

Finanzbasics - diese 5 Dinge musst du unbedingt umsetzen

An einem Mangel an Informationen leider wir im 21. Jahrhundert definitiv nicht.

Das meiste Wissen ist nur einen Mausklick entfernt. So auch im Bereich der Finanzen und des Vermögensaufbaus. Das ist zwar oft sehr praktisch, doch es führt zu einem Phänomen, dass sich Informationsüberflutung nennt.

Wir werden täglich mit so vielen Informationen bombardiert, dass wir sie gar nicht mehr aufnehmen können. Und selbst wenn,

woher wissen wir, was wirklich für uns wichtig und relevant ist?

Gerade für jemanden, der anfängt sich für das Thema Finanzen zu interessieren und mehr erfahren möchte, kann es manchmal total überwältigend sein, was man alles findet.

Deswegen hier mal ein kurzer Crashkurs der Finanzbasics. Das hier solltest du als Anfänger unbedingt wissen und umsetzen:

1. Du solltest deine Finanzen tracken

Wenn du nicht weißt, wohin dein Geld jeden Monat fließt, kannst du auch nichts daran ändern.

Das Gleiche gilt natürlich auch für deine Einkommensströme. Wenn du deine finanzielle Situation verbessern willst, musst du erst mal wissen, wie sie momentan aussieht.

Um das herauszufinden, kannst du Apps wie MoneyControl verwenden oder deine Ein- und Ausgaben einfach in einem normalen Haushaltsbuch festhalten.

Anschließend kannst du daran arbeiten, deine Ausgaben zu verringern und dein Einkommen (z.B. durch kluge Investments) zu erhöhen.

Mir fiel z.B. durch das Tracken auf, dass wir zwar niedrige monatliche Ausgaben haben, unsere Einnahmen aber für einen 2-Personenhaushalt relativ gering sind.

Daher arbeiten wir nun daran, unsere monatlichen Einnahmen kontinuierlich zu steigern. Zum Beispiel durch den Aufbau von passiven Einkommensströmen.

Mein Haushaltsbuch
  • 112 Seiten - 02.05.2017 (Veröffentlichungsdatum) - Naumann & Göbel (Herausgeber)

2. Du brauchst ein kostenloses Girokonto

Ich bin immer wieder erstaunt, dass es noch junge Menschen gibt, die ein Girokonto haben, für das sie Gebühren zahlen müssen.

Wann warst du das letzte Mal in einer Filiale und hast mit einem Bankangestellten gesprochen?

Bei mir ist das schon Jahre her.

Ich habe kein einziges Konto bei einer Bank, die ein Filialnetz hat.

Inzwischen gibt es mehrere Online-Banken in Deutschland, die dir alles bieten, was du brauchst (Girokonto, Girocard, Kreditkarte, …), ohne dass du dafür zahlen musst.

Ich bin seit vielen Jahren zufriedener Kunde der comdirect.* Aber auch die Angebote der DKB und von ING sind absolut in Ordnung.

3. Du solltest deine Steuererklärung machen

Ich weiß, darauf hat wirklich keiner Lust. Mir macht es auch nicht besonders viel Spaß und ich zögere es jedes Jahr möglichst lange hinaus.

Aber am Ende bin ich dann doch immer froh, dass ich es gemacht habe. Denn das was dabei rauskommt, das „Return on Investment“, macht es zur einem absoluten Muss.

Im Durchschnitt bekommt nämlich jeder Deutsche 974 € vom Finanzamt zurück. Und das für einen Zeitaufwand von 1-2 Stunden.

Ich finde, das lohnt sich.

Als Selbständiger oder Unternehmer hast du ja sowieso keine Wahl. Du musst eine Steuererklärung ausfüllen. Und musst dann in der Regel auch noch eine Nachzahlung leisten.

Gerade als Angestellter lohnt sich aber die Steuererklärung. Wer noch Werbungskosten angeben kann oder gespendet hat, der kann dann eben mit einer entsprechend hohen Erstattung rechnen.

Ich hatte in den letzten Jahren immer eine Erstattung von mindestens 1.000 €.

Inzwischen gibt es etliche gute Software-Angebote, die dir diese zu erwartende Erstattung nicht nur „live“ (beim Ausfüllen) ausrechnen, sondern dir auch beim Bearbeiten der Erklärung mit Tipps behilflich sind.

Ich nutze seit mehreren Jahren WISO-Steuer* für meine Steuererklärung und bin sehr zufrieden damit.

4. Du brauchst einen Notgroschen

Es kann immer was passieren:

  • die Waschmaschine streikt,
  • das Auto muss unerwartet in die Werkstatt, weil die Klimaanlage nicht mehr geht oder
  • das Handy gibt plötzlich den Geist auf.

Für solche unerwarteten Ausgaben ist ein Notgroschen die Lösung. Es ist unheimlich entspannend, wenn du in einer Notsituation weißt, dass du genau dafür einen Betrag angespart und auf einem separaten Konto hinterlegt hast.

Erst vor wenigen Wochen hat es auch uns erwischt: das Handy meiner Frau wollte nicht mehr richtig funktionieren. Zunächst ging es noch hin und wieder, irgendwann dann gar nicht mehr.

Natürlich war es ärgerlich, aber wir konnten dank unseres Notgroschens sofort ein „neues“ Smartphone für sie bestellen. (In Anführungszeichen, weil ich grundsätzlich Smartphones und Laptops nicht neu kaufe, sondern in dem Fall ein generalüberholtes über den Anbieter Buyzoxs).

Wie hoch sollte der Notgroschen nun sein?

Da gehen die Meinungen auseinander. Manche sprechen von mindestens 3 Netto-Monats-Gehältern, andere von einem Betrag, der die Ausgaben für ein halbes Jahr decken würde. Ich persönlich halte eine mittlere 4-stellige Summe für völlig ausreichend. Für die meisten unerwarteten Ausgaben dürfte das genug sein.

Mein Notgroschen liegt übrigens auf einem Tagesgeldkonto des Anbieters Moneyou.* Ich bin seit mehreren Jahren dort Kunde und sehr zufrieden.

5. Du solltest einen Freistellungsauftrag einrichten

Es gibt immer noch viele, die nicht wissen, dass es in Deutschland einen steuerlichen Freibetrag auf Kapitalerträge gibt.

Wenn du dein Geld nicht nur auf dem Girokonto ansparst, sondern anfängst einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto zu parken, bekommst du dafür Zinsen.

Diese müsstest du eigentlich bei deiner Steuererklärung angeben. Da sich der Aufwand für die paar Euro im Jahr nicht wirklich lohnt, solltest du bei der entsprechenden Bank einen Freistellungsauftrag einrichten.

Der Freibetrag für Einzelpersonen beträgt zur Zeit 801 Euro, für Verheiratete, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, das Doppelte (1602 Euro).

Diesen Betrag teilst du auf die verschiedenen Banken, bei denen du Kapitalerträge erwirtschaftest, auf.

Ein Beispiel: Dein Notgroschen von 5.000 Euro wird auf deinem Tagesgeldkonto mit 0,25% verzinst. Du bekommst also 12,5 Euro an Zinsen. Dieser Bank gibst du einen Freistellungsauftrag für 15 Euro.

Bei einer anderen Bank hast du dein Wertpapierdepot, auf dem du auch in ausschüttende ETFs investierst. Du rechnest dir aus, dass du in diesem Jahr insgesamt ca. 200 Euro an Ausschüttungen erhalten wirst. Dieser Bank gibst du einen Freistellungsauftrag für 250 Euro (um auf der sicheren Seite zu sein).

Insgesamt hast du nun 265 Euro von deinem Freistellungsauftrag „aufgebraucht“. Du kannst also, falls notwendig, die restlichen 536 Euro noch auf andere Geldinstitute aufteilen. Musst du aber nicht.

Wichtig ist nur, dass alle deine Freistellungsaufträge zusammen addiert nicht die 801 bzw. 1602 Euro übersteigen dürfen.

Wenn du dich ein bisschen in deinem Online-Banking umsiehst, wirst du den Freistellungsauftrag in der Regel ohne größere Probleme finden.

Und das Bequeme daran: du kannst ihn jederzeit ändern bzw. anpassen.

Wenn du z.B. ein Wertpapierdepot bei comdirect* hast, findest du in deinem Online-Banking den Freistellungsauftrag über „Verwaltung“ –> „Steuerübersicht“ und dann auf dieser Seite herunterscrollen bis du zum Freistellungsauftrag kommst.

Fazit

Manchmal ist es notwendig, sich auf die absoluten Basics zu konzentrieren und zunächst mal alles andere auszublenden.

Fünf Finanzbasics, die oft von „Geld-Anfängern“ übersehen werden, sind das Tracken deiner Finanzen, der Notgroschen, das kostenlose Girokonto, das Einreichen einer Steuererklärung und der Freistellungsauftrag.

Wenn du dich um diese Dinge kümmerst, hast du schon mal ein gutes Fundament für deinen Vermögensaufbau gelegt.

Fallen dir noch weitere Finanzbasics ein? Schreib sie mir in die Kommentare!

6 Gedanken zu „Finanzbasics – diese 5 Dinge musst du unbedingt umsetzen“

  1. Moin Carsten,

    das sind wirklich die absoluten Basics. Es ist traurig, dass überhaupt noch gesagt werden muss, dass zum Beispiel ein Girokonto kostenlos sein kann. Es muss keiner mehr die hohrenden Gebühren der Banken zahlen. Aber oft sind die Menschen zu bequem.

    Auch der Freistellungsauftrag ist ein Klassiker. Wenn ich zählen würde wie viele in meinem Bekanntenkreis nie etwas davon gehört haben.

    Es wäre wichtig, dass mal unser Bildungssystem hinterherkommt und das Thema Finanzen mindestens in Teilen in den Unterricht mit aufnimmt.

    Viele Grüße

    Björn

    1. Hi Björn,
      absolut richtig. Mich wundert das auch immer wieder, wie viele keine Ahnung vom Freistellungsauftrag haben.
      Ja, in der Schule kommt das Thema leider oft noch kurz, aber es tut sich was. Ich mach z.B. jedes Jahr eine Projektwoche an meiner Schule zum Thema Finanzen und versuche auch sonst im Unterricht immer wieder auf dem Umgang mit Geld einzugehen.
      Genaueres hab ich in diesem Artikel beschrieben: https://finanziellfit.de/finanzbildung-in-der-schule-ein-lehrer-berichtet/

      Viele Grüße,
      Carsten

  2. Ist in Deutschland ja leider keine Selbstverständlichkeit, aber ich denke, ein weiterer Basic-Punkt ist das Beschäftigen mit dem Thema Geldanlage.

    Egal welche Form der Geldanlage man wählt, aber man sollte sich bewusst machen, dass man mit dem Geld auf Konto aktuell langfristig Geld verliert.

    1. Hi Robin,

      absolut richtig! Das wird von vielen immer noch total vernachlässigt, bzw. vielen ist es, glaube ich, gar nicht bewusst, dass sie Geld verlieren, wenn sie nicht investieren.

      Ganz wichtiger Punkt, danke dafür 🙂

      Schöne Grüße,
      Carsten

  3. Steuererklärung ausfüllen lohnt immer auch wenn es tierisch nervt – wobei ohne Nebeneinkünfte ist das ruck zuck gemacht und dafür reicht auch Elster – so mit ein wenig Gewerbe wird es dann schon unangenehm und ich bin ebenso zufriedener Wiso Kunde (ich sag nur EÜR und UStVoranmeldung *börks* und das für eine handvoll Euros (also bei mir :)))

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