Steuererklärung machen – Meine 5 Learnings 2018

Steuererklärung machen

Auch dieses Jahr hab ich mich wieder dran gesetzt, um meine Steuererklärung zu machen.

Letztes Jahr war ich damit ja durchaus sehr erfolgreich, was man an meinem sehr hohen „Stundenlohn“ gut erkennen konnte. Damals lag ich noch deutlich über dem durchschnittlichen Deutschen, der 935 € vom Finanzamt zurückbekommt.

Dieses Jahr springt nicht so viel für meine Frau und mich raus. Aus dem Bekanntenkreis habe ich ähnliches gehört: die Erstattung fällt deutlich niedriger aus. Woran das genau liegt, hab ich bisher aber noch nicht herausfinden können.

Falls du diesen, teilweise sehr großen, Unterschied zwischen 2016 und 2017 erklären kannst, würde ich mich über deinen Kommentar unter diesem Artikel freuen.

Natürlich lohnt sich das Ausfüllen, vor allem wenn man Arbeitnehmer ist, immer noch.

In diesem Fall solltest du auch deine Steuererklärung machen.

WARNUNG: Wenn du dich schon sehr gut mit der Steuerklärung auskennst, wird dich dieser Artikel wahrscheinlich langweilen 😉

Für alle anderen hoffe ich, dass ihr von meinen Learnings profitieren könnt.

Also: beim Ausfüllen der Erklärung habe ich folgende Erkenntnisse gehabt:

1. Die täglichen Fahrten zur Arbeit anzugeben lohnt sich nicht immer

Das Stichwort lautet hier Werbungskostenpauschale.

Alle Ausgaben, die mit deinem Job zusammenhängen, nennen sich Werbungskosten. Und diese kannst du bei der Steuererklärung angeben und möglicherweise Geld zurückbekommen.

Aber eben nur, wenn du mit deinen gesamten Ausgaben in diesem Bereich die Werbungskostenpauschale übersteigst. Diese liegt zur Zeit bei 1.000 €. Du musst also Werbungskosten in Höhe von mehr als 1.000 € haben, damit du vom Finanzamt Geld zurück bekommst.

Deine Fahrten zur Arbeitsstelle sind nur eine Art von Werbungskosten. Aber häufig sind es die teuersten und deshalb ausschlaggebend dafür, ob du die Pauschale übersteigst oder nicht.

Das wiederum hängt davon ab, wie groß die Entfernung zwischen deinem Wohnort und deinem Arbeitsplatz ist.

Je weiter weg du wohnst, desto eher kommst du über die 1.000 €.

In der ersten Hälfte des Jahres 2017 hatte ich noch einen Arbeitsweg von 16 km. Nach meinem Arbeitgeberwechsel im Sommer hat sich mein Arbeitsweg auf ca. 6 km verkürzt.

Das hat nun dazu geführt, dass ich deutlich weniger Werbungskosten für meine Fahrten angeben konnte.

Die sogenannte Entfernungspauschale liegt derzeit bei 0,30 € pro Kilometer. Bei 230 Arbeitstagen und 6 Kilometer zur Arbeitsstelle kommen dann eben nur 414 € raus (Der Heimweg/Rückweg wird nicht angerechnet).

Da wird es schwierig mit den restlichen Werbungskosten die Pauschale zu überschreiten.

2. Aufschreiben, notieren, schriftlich festhalten

Ich muss gestehen, dass ich eine besondere Schwäche habe.

Ich schreibe sehr ungern Dinge auf. Das war schon in der Schule so, hat sich während meiner Studienzeit nicht geändert und ist heute immer noch so.

Aber inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass das nicht unbedingt eine gute Eigenschaft ist 😉

Denn gerade bei der Steuererklärung ist es sinnvoll, sich während des laufenden Jahres alles aufzuschreiben (und die entsprechenden Belege aufzuheben), was sich eventuell absetzen lässt.

Der Zeitaufwand dabei ist nicht besonders groß, der finanzielle Belohnung dafür kann es aber durchaus sein.

So hab ich mir zum Beispiel keine Notizen darüber gemacht, wie oft und an welchen Tagen ich in der Nähe meines (damals noch) zukünftigen  Arbeitgebers nach einer neuen Wohnung gesucht habe.

Die Kosten für diese Reisen hätte ich aber angeben können. Somit muss ich in diesem Fall auf die Belohnung verzichten.

Ich denke, ich habe meine Lektion gelernt. Hoffentlich 😉

Die Steuererklärung machen - abgeben oder nicht?

3. Diversifikation macht Arbeit

Eine der wichtigsten Regeln bei der Geldanlage ist die Risikostreuung, auch Diversifikation genannt.

Dabei versucht man das Risiko eines Verlustes zu begrenzen, in dem man sein Vermögen auf möglichst viele verschiedene Investitionen aufteilt. Das führt dann zwangsläufig dazu, dass man z.B. ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto, und mindestens ein Wertpapierdepot hat.

Möglicherweise ist man dann noch auf den verschiedensten P2P-Kredite Plattformen unterwegs.

Schließlich möchte man eben auch in diesem Bereich sein Investment streuen.

Der Nachteil dabei: Je mehr Plattformen, Konten und Depots man hat, desto länger dauert es, alle für die Steuererklärung notwendigen Informationen zusammen zu suchen und anschließend einzutragen.

In diesem Fall macht einem die Diversifikation also Arbeit. Vor allem bei den ausländischen und meistens noch relativ jungen P2P-Plattformen kommt dann oft dazu, dass man die Zinserträge für das vergangene Jahr nicht so einfach angezeigt bekommt.

Mintos verschickt auf Anfrage immerhin eine Mail mit den Zinserträgen, bei EstateGuru konnte ich keine Angaben dazu finden.

Natürlich wird mich das alles nicht davon abhalten, auch in Zukunft meine Geldanlage möglichst breit zu diversifizieren.

4. Selbständigkeit kommt von… naja, du weißt schon

Ich kann gut verstehen, warum viele Menschen vor der Selbständigkeit zurückschrecken.

Man arbeitet eben „selbst“ und „ständig“.

Als Arbeitnehmer hat man oft das Gefühl, dass man sich um nichts kümmern muss. Man macht eben seine Arbeit und geht wieder nach Hause. Nicht mal eine Steuererklärung muss man einreichen (meistens).

Seitdem ich ein Gewerbe angemeldet habe (wegen des Blogs, den du gerade liest), merke ich, dass ich mich bei allem, was diese Webseite betrifft, selber kümmern muss.

Ich trage die Verantwortung für alles.

Dazu gehört dann eben auch, meine Einnahmen über diese Webseite bei der Steuererklärung anzugeben. Das ist momentan nicht viel, aber ich kann mir vorstellen, was es bedeutet, wenn jemand von seiner Selbständigkeit lebt und dies alles dokumentieren muss.

Daher hab ich auch allergrößten Respekt vor jedem Selbständigen.

5. Steuersoftware lohnt sich

Als ziemlicher „Steuererklärungsanfänger“ kann ich es gar nicht genug betonen, wie hilfreich eine gute Steuersoftware ist.

Allein wenn ich mir  vorstelle, ich müsste alles händisch in irgendwelche Formulare eintragen… da fang ich doch lieber gar nicht erst an 😉

Es würde mich wahrscheinlich wesentlich mehr Zeit kosten, da ich ständig googlen müsste, wofür dieser Abschnitt oder dieses Feld jetzt gedacht ist. Bei meiner Software wird mir das alles in der Seitenleiste erklärt.

Natürlich würde ich auch vieles übersehen, was ich noch absetzen könnte. Ich würde nur das Nötigste eintragen und dadurch möglicherweise auf mehrere hundert Euro verzichten.

Die Software gibt mir gute Tipps, wo es noch etwas zu holen gibt und zeigt mir laufend an, wie viel ich voraussichtlich vom Finanzamt zurückbekommen werde.

Das motiviert.

Der Preis für die Software ist daher völlig gerechtfertigt.

Fazit

Die eigene Steuererklärung machen – die wenigsten haben da wirklich Lust drauf. Vor allem, wenn man gar nicht muss.

Mir geht es da auch nicht anders.

Aber ich weiß, dass es sich lohnt – im Durchschnitt gibt es 935 € zurück. Und dank günstiger Steuersoftware ist es sogar für absolute Steuermuffel machbar, die eigene Erklärung selbst zu machen.

Ganz ohne Steuerberater.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob mein Programm mir diesmal wieder korrekt vorhergesagt hat, was ich zurückbekommen werde.

Wie machst du das mit deiner Steuererklärung? Gibst du alles an den Steuerberater ab oder erledigst du sie selbst?

Schreib es mir in die Kommentare!

2 Replies to “Steuererklärung machen – Meine 5 Learnings 2018”

  1. Hi Carsten,
    ein toller Artikel. Danke! Ich kann leider aufgrund der Fülle der Belege meine Steuererklärung nicht mehr selbst machen, prüfe aber wie mein Steuerberatr das gemacht hat. Interessant ist auch der Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen.
    Liebe Grüße
    Henning

    1. Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Ich hab auch das Gefühl, dass es jedes Jahr komplizierter wird, mit dem, was ich alles noch eingeben muss. Mal schauen, wie lange ich das noch selbst erledige 😉

      Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen klingt auch interessant.
      Aber lohnt sich wahrscheinlich nur bei einer bestimmten Anzahl an Dienstreisen im Jahr, oder?

      LG,
      Carsten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.