Inflation – die unsichtbare Geldfressmaschine

Vor kurzem ist es mir doch tatsächlich passiert.

Ich habe 4 Euro ausgegeben für etwas, das ich gar nicht kaufen wollte. Meine Frau und ich hatten es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht, auf dem Programm stand ein romantischer Filmabend.

Bei der Suche nach einem geeigneten Film wurden wir schnell bei Amazon Videos fündig. Also, schnell auf „Film für 3,99 € leihen“ geklickt und losgelegt.

Doch plötzlich schauten wir uns überrascht an:

Wieso redet Drew Barrymore deutsch?

Man muss dazu sagen, dass wir amerikanische (oder andere englisch-sprachige) Filme grundsätzlich nur auf Englisch schauen.

Wir suchten also verzweifelt nach einer Möglichkeit, die Audio-Sprache des Films umzustellen. Vergeblich, denn der Film war bei Amazon nur auf deutsch zu kaufen. Das hätten wir natürlich sehen müssen.

Dumm gelaufen

Nachdem wir uns kurz über unsere eigene Dummheit geärgert hatten, fanden wir den gleichen Film anschließend bei iTunes – auch mit einer englischen Tonspur.

Der Filmabend war gerettet, doch er war am Ende doppelt so teuer wie erwartet.

Ich kenne Leute, die sich über den Verlust dieser 4 Euro sehr geärgert hätten. Das Erlebnis hätte ihnen wahrscheinlich ordentlich die Stimmung verdorben.

Die gleichen Leute haben ihre gesamten Ersparnisse auf ihrem Girokonto oder ihrem Sparbuch liegen.

„Da ist es wenigstens sicher“, so ihre Meinung.

Doch das stimmt nicht.

Denn sie haben ihre Rechnung ohne die unsichtbare Geldfressmaschine gemacht – die Inflation. Denn die nimmt ihnen auf lange Sicht viel mehr weg als mickrige 4 Euro.

Was ist Inflation?

Der Begriff „Inflation“ kommt vom lateinischen inflare und bedeutet so viel wie aufblähen/aufblasen (vgl. engl. to inflate).

Bei der Inflation wird die Geldmenge, die im Umlauf ist, aufgebläht, also vergrößert. Manche sprechen dann auch davon, dass Geld gedruckt wird.

Die Konsequenz dieser Inflation liegt auf der Hand, wenn man ein grundlegendes Prinzip der Wirtschaft (und des Lebens) verstanden hat: Wenn ein Gut knapp ist (also wenig davon vorhanden ist), ist es mehr wert als wenn dieses Gut in großer Menge vorhanden ist.

Bei einer größeren Geldmenge ist jeder einzelne Schein und jede einzelne Münze in der Folge also weniger wert als vorher.

Deswegen nenne ich die Inflation auch die unsichtbare Geldfressmaschine. Sie frisst einen Teil deines Geldes, ohne, dass du es merkst.

So schlimm kann es doch nicht sein, oder?

Naja, das kommt natürlich auf die Geldmenge an.

Je mehr Geld auf einem nicht oder schlecht verzinsten Konto liegt, desto mehr Geld wird vernichtet (natürlich nur in absoluten Zahlen, nicht prozentual gesehen).

Der Deutsche spart ja sehr gerne und so gehen wir mal davon aus, dass er sich inzwischen die stattliche Summe von 25.000 Euro angespart hat.

Wir nehmen an, er hat sie auf dem Giro- oder Sparkonto liegen – das macht heutzutage keinen wirklichen Unterschied mehr.

Denn Zinsen gibt es weder auf dem einen, noch auf dem anderen Konto zu holen.

Des Weiteren gehen wir davon aus, dass die Inflationsrate im kommenden Jahr im Durchschnitt um die 1,6% betragen wird. Das ist durchaus realistisch.

Wie du in dem Screenshot erkennen kannst (dank an http://zinsen-berechnen.de), verliert der Betrag unseres durchschnittlichen Deutschen bereits nach einem Jahr fast 400 Euro an Kaufkraft.

Kaufkraftverlust nach einem Jahr

Das sind mehr als 1 Euro Verlust pro Tag.

Das wäre so, als würde ich mir alle 4 Tage aus Versehen den falschen Film leihen.

Wiese sollte ich mich da ärgern, wenn es mir ein Mal im Jahr passiert?

Doch irgendwie scheint das viele Leute nicht zu stören – oder sie sind sich dessen nicht bewusst.

Was ist die Alternative?

Laut einer aktuellen Umfrage sind die beliebtesten Geldanlagen in Deutschland immer noch das Girokonto und das Sparbuch.

Die beliebtesten Geldanlagen der Deutschen scheitern an der Inflation

Diese Grafik sagt eigentlich schon alles.

Aktien kommen in Deutschland immer noch an letzter Stelle. Nicht mal jeder fünfte Bürger besitzt sie.

Stattdessen wird weiter fleißig auf dem Sparbuch und dem Girokonto „angelegt“.

Wenn man sie fragt, sagen diese Leute dann: „Das ist sicher.“

Ein Trugschluss. Das einzige, was sicher ist, ist die Inflation. Und das bedeutet, dass dein Geld kontinuierlich weniger wird….

Ich bin daher der festen Überzeugung, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen. Eigentlich sind sie gar nicht mehr so neu, aber für eine überwältigende Mehrzahl meiner Mitbürger sind sie’s offensichtlich nach wie vor.

Es muss eine Möglichkeit geben, seine Kaufkraft zumindest zu erhalten. Im Optimalfall sogar Vermögen aufzubauen.

Und auch wenn es viele nicht gerne hören:

Die Börse ist eine exzellente Möglichkeit, um genau das zu tun.

Zum Beispiel mit Hilfe von ETFs. Das sind börsengehandelte Indexfonds, die  z.B. einen Aktienindex wie den DAX oder den S & P 500 abbilden.

Das Risiko ist dabei breit gestreut, die Kosten für den Anleger niedrig, da kein Fondsmanager bezahlt werden muss. Profi muss man auch keiner sein, denn man betreibt kein Stock-Picking (also die konkrete Auswahl von einzelnen Aktien), sondern investiert einfach stur in alle Aktien eines Index.

Das Geniale daran ist, dass du nicht mal ein großes Vermögen brauchst, um damit anfangen zu können!

Bereits ab 25 € im Monat bist du dabei – per ETF-Sparplan. Wenn du langfristig dabei bleibst und bei Börsencrashs keine Panik schiebst und alles verkaufst,  kannst du damit pro Jahr zwischen 5 und 7% Rendite einfahren.

Damit lässt du der Inflation keine Chance.

Noch eine Alternative

Oder wenn dir die Börse zu kompliziert ist und du eine alternative Geldanlage suchst, die auch attraktive Renditen bringt, kannst du es mit P2P-Krediten* versuchen.

So habe ich auch vor ein paar Jahren angefangen.

Meine erste richtige Geldanlage (Bausparvertrag zählt nicht) war bei einer finnischen P2P-Plattform.

Das Konzept des P2P-Lendings hab ich damals schnell verstanden und direkt dank dieser Plattform umgesetzt.

Dabei habe ich klassische Anfänger-Fehler gemacht:

  • der Auto-Invest war falsch eingestellt, sodass ich anfangs eine viel zu niedrige Rendite bekommen habe.
  • außerdem hatte ich nicht daran gedacht, auf die Gebühren zu achten. Mit 2% der investierten Summe waren diese viel zu hoch.

Es gab zwar zu der Zeit noch wenige günstigere Alternativen, aber bei Auxmoney hätte ich z.B. weniger Gebühren gezahlt. Aus irgendeinem Grund bekam ich aber nach der Anmeldung nie die Bestätigungsmail und konnte die Registrierung somit nicht abschließen.

Aber warum erzähl ich das überhaupt?

Der springende Punkt ist folgender: Trotz dieser Fehler hab ich mein Geld erfolgreich vermehrt!

Im Gegensatz zu den meisten meiner Mitbürger, die sich für die „sichere“ Variante, also Sparbuch und Co. entschieden haben.

Das liegt daran, dass du mit P2P-Krediten sogar Zinsen im zweistelligen Bereich verdienen kannst. Somit lag ich trotz meiner Anfänger-Fehler immer noch bei 7%.

Da hat die Inflation dann wirklich keine Chance mehr!

Fazit

Wenn du denkst, dein Geld sei auf der Bank sicher, machst du dir etwas vor.

Dank der Inflation verliert dein Geld ständig an Kaufkraft, wenn du es nicht gewinnbringend anlegst.

Eine Möglichkeit, das zu tun, bietet dir die Börse: mit einem ETF-Sparplan kannst du schon ab 25 € im Monat Vermögen aufbauen.

Als Alternative bieten sich Investitionen in P2P-Kredite an, z.B. über Mintos* oder Estateguru.

Ich selbst nutze seit mehreren Jahren beide Möglichkeiten und biete damit der Inflation, dieser gierigen und unsichtbaren Geldfressmaschine, die Stirn.

Was hält dich davon ab, es mir gleich zu tun?

 

6 Replies to “Inflation – die unsichtbare Geldfressmaschine”

  1. Finde ich auch gewagt, hier für Anfänger (scheint die Zielgruppe zu sein) gleich mal P2P ins Gespräch zu bringen. Dient wohl eher dazu, dass der Autor seine Affiliate-Links unterbringen kann…
    Die Leser merken schon, ob ein Artikel nur geschrieben wurde, um ein paar Kröten aus Werbung zu beziehen.

    1. Hallo elduderino,
      Schade, dass du das so empfindest.
      Ich würde das nicht empfehlen, wenn ich nicht selber als Anfänger genau damit angefangen und gute Erfahrungen gemacht hätte (wie im Artikel beschrieben).
      Es geht hier auch nicht darum, seine ganzen Ersparnisse in P2P zu stecken, sondern einen gewissen Anteil (wie hoch, muss jeder selber entscheiden).
      Dass die Deutschen so schlecht im Vermögen aufbauen sind, liegt sicherlich nicht daran, dass sie bei der Geldanlage zu risikofreudig sind…

  2. Uih vom Sparbuch / Tagesgeld Sparer zum P2P „Investor“ das halte ich für ein sehr gewagten Vorschlag – mit deinem ETF Teil kann ich gut mit.
    Ist ja fast so wie damals als an jeder Ecke jemand einem ein paar „Neuer Markt“ Aktien angeboten hat – seit dem wollen viele nichts mehr von dem Teufelszeug Aktien wissen 😉
    Ich für mich habe 6% in P2P investiert – deutlich höher werde ich damit definitiv nicht gehen dazu sind die Risiken viel zu hoch ich habe das mal hier thematisiert http://p2p-game.com/p2p

    1. Ja, wer nicht wagt, der nicht gewinnt 😉 Nein, aber im Ernst: bei mir war es eben damals so, dass ich zuerst mit den P2P-Krediten angefangen habe und erst später an die Börse gegangen bin. In meinem Fall ist es gut gegangen.
      Klar, gibt es schwarze Schafe (Collateral, Eurocent…), aber mit einer ordentlichen Diversifikation kann man das Risiko eines Totalausfalls zumindest minimieren.
      Mintos hat zum Thema Diversifikation vor einiger Zeit einige gute Tipps gegeben, finde nur leider den Link dazu nicht mehr…

      Jedes Investment birgt Risiken, aber es ist noch mal was anderes als Spekulation, wie das bei Krypto-Währungen oder beim Day-Trading häufig der Fall ist. Das ist für mich dann wirklich nur Glücksspiel.

  3. Hallo Lejero,

    Klar, das kann man so sehen. Und ein Liquidtätspolster sollte man auf jeden Fall haben, da geb ich dir auch recht.
    Aber bis 100k würde ich auf keinen Fall warten, bevor ich mit dem investieren anfange… So viel Polster brauche ich nicht, da nehme ich dann doch lieber die Rendite des Aktienmarktes mit.

    Viele Grüße,
    Carsten

  4. Immer das Drama mit der Inflation….völlig überbewertet. Ab 100k fängt das an ein bisschen wehzutun,, davor ist viel wichtiger das man überhaupt spart, das bringt die höchste „Rendite“. Ausserdem lässt einen ein schönes Liquiditätspolster gut schlafen und Chancen flexibel ergreifen. Also keep cool und nicht die letzten Kröten wegen ein paar Prozent in etf einbunkern. Wenn man genug hat kann man dann einen Teil in etf diversifizieren.

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