Finanziell Fit? 5 Gründe, warum es noch nicht klappt

Wahrscheinlich hast du’s auch schon gehört, oder?

Boris Becker soll angeblich pleite sein.

Er bestreitet dies zwar vehement, aber ein Gericht in England hat ihn vor einiger Zeit für bankrott erklärt. Ausgerechnet Becker, der erfolgreichste deutsche Tennisspieler aller Zeiten, der als Coach von Novak Djokovic und als Fernsehkommentator auch nach seiner aktiven Karriere sicherlich nicht ganz schlecht verdient hat.

Jetzt ist auch er ein lebender Beweis dafür, dass Reichtum nicht vor Armut schützt. Beim Moneybuilding sollte man sich daher immer an folgendem Leitsatz orientieren:

Es geht nicht so sehr darum, wie viel man verdient, sondern darum, wie viel man behält.

Wenn du also noch nicht finanziell fit bist, gibt es dafür in der Regel eindeutige Gründe. Hier sind die 5 häufigsten:

#1 – Du bezahlst zuerst alle anderen

Was passiert mit deinem Gehalt, wenn es auf deinem Konto eintrifft?

Wenn du wie die meisten Menschen bist, zahlst du damit erst mal deinen Vermieter, deinen Stromanbieter, deinen Internetanbieter und alle anderen, die Geld von dir haben wollen.

Danach kommen noch die Ausgaben für Lebensmittel, die Benzinkosten und alle weiteren Kosten hinzu. Am Ende des Monats stellst du dann ganz erstaunt fest, dass du dir gar nicht leisten kannst, Geld auf die Seite zu legen.

Systematisch sparen klingt ja theoretisch gut, aber in der Praxis? Unmöglich!

Ich behaupte, es ist alles andere als unmöglich. Wenn du die einfache Regel befolgst, dass die Person, die von dir als erstes bezahlt wird, du selbst bist.

Ansonsten arbeitest du nur für die anderen, nie für dich selbst. Das Ergebnis ist dann fast immer dasselbe: mangelnde finanzielle Fitness. Oder anders gesagt – Geldprobleme.

Wenn du diese hinter dir lassen möchtest und anfangen willst, Vermögen aufzubauen, dann musst du dich nach Eingang deines Gehalts zuerst einmal selber bezahlen. Auch wenn es zu Beginn vielleicht nur 25 Euro im Monat sind.

Klein anzufangen ist besser als gar nicht anzufangen.

Mein Tipp:  Richte dir einen Dauerauftrag ein, sodass die Summe jeden Monat automatisch abgezogen wird und auf einem anderen Konto landet. Das kann am Anfang ein gut verzinstes Tagesgeldkonto oder auch ein Privatkredite-Anbieter wie auxmoney oder Mintos sein.

Wichtig ist nur, dass das Geld gleich zu Beginn weg ist – und somit von dir nicht mehr anderweitig ausgegeben werden kann.

#2 – Du passt deine Ausgaben deinen Einnahmen an

Dieses Phänomen trifft bei Weitem nicht nur auf Promis zu, die ihren luxuriösen Lifestyle nicht mehr finanzieren können, sobald ihr Einkommen geringfügig weniger wird.

Nein, Lifestyle Creep – so der englische Begriff für das Problem – betrifft die breite Masse. Und hindert sie daran, jemals Vermögen aufzubauen.

Denn jedes Mal, wenn sich dein Gehalt bzw. dein monatliches Einkommen erhöht, passt du deine Ausgaben an.

  • Jetzt kannst du dir ja ein schickeres Auto leisten, oder?
  • Und der Fernseher ist auch schon wieder 2 Jahre alt, da muss dringend ein neuer her.
  • Ganz zu schweigen von deinem iPhone. Das neueste Modell wurde doch schon letzten Herbst vorgestellt, da kannst du es dir ja nicht leisten, immer noch mit der vorigen Version herumzulaufen. Wie peinlich!

Das klingt für dich vielleicht etwas übertrieben, aber überlege mal, was du dir in den letzten zwei Jahren gekauft hast, nur weil du es dir eben leisten konntest.

Oder Dinge, die du dir jetzt leistest, aber als Student oder Azubi niemals gekauft hättest.

Das ist Lifestyle Creep.

Wenn du finanziell fit werden willst, musst du dir dieser menschlichen Neigung bewusst werden und damit aufhören.

Stattdessen solltest du deine monatliche Sparrate quasi im Gleichschritt mit deinen Gehaltserhöhungen ebenfalls erhöhen. Wenn du z.B. ab nächstem Monat 200 Euro mehr bekommst, sparst du ab nächstem Monat 200 Euro mehr.

Ziemlich einfach, oder?

Und ziemlich effektiv beim Moneybuilding 😉

#3 – Du suchst dein Glück im Materialismus

Im Prinzip ist dieser Punkt eine Fortsetzung des vorigen.

Aber er geht noch mehr auf den Kern des Problems ein, statt nur die Symptome zu bekämpfen.

Studien haben gezeigt, dass das Lebensglück ab einem bestimmten, erreichten Lebensstandard nicht mehr steigt. Der dritte Mercedes in der Garage ändert letztendlich auch nichts an deiner inneren Unruhe und Unzufriedenheit.

Mercedesstern

 

Als Moneybuilder begreifst du, dass der Verzicht auf Luxusgüter eigentlich gar keiner ist. Oder zumindest keiner, der schwer fällt.

Dauerhaftes Glück im Leben findest du nämlich nicht beim Shoppen. Lass dich von der Werbung, die dir genau das suggerieren will, nicht täuschen.

Insofern hat MasterCard schon Recht:

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind tatsächlich unbezahlbar. Du kannst sie dir nicht für Geld erwerben.

Wenn du dir das immer wieder bewusst machst, fällt es auch einfacher, weniger Geld auszugeben. Die Folge? Du hast mehr davon zur Verfügung und kannst es intelligent investieren.

#4 – Du hast zu hohe laufende Kosten

Deine laufenden Kosten können ein weiterer Grund sein, warum du noch nicht finanziell fit bist.

Früher hatte man eine Miete, die Nebenkosten und ein paar Versicherungen monatlich zu zahlen. Das war vor allem eins: überschaubar.

Heute kommen meistens noch Internetanschluss, Handyvertrag, noch mehr Versicherungen, Leasingraten fürs Auto, Spotify, Netflix, Sky und was weiß ich, was es noch für Abos gibt, dazu.

Das führt häufig dazu, dass du den Überblick darüber verlierst, wie viel Geld du monatlich quasi automatisch ausgibst.

Viele Abos sind inzwischen zwar schon monatlich kündbar, aber in einigen Fällen ist man nach wie vor länger an den Vertrag gebunden. Das kann finanziell richtig weh tun!

Deswegen: Überprüfe regelmäßig alle deine laufenden Kosten.

Frag dich:

  • Nutze ich dieses Angebot (Spotify, Netflix und Co.) wirklich regelmäßig?
  • Gibt es das auch günstiger? (Handyvertrag, Internetanschluss, etc.)

Je nachdem, wie deine Antworten ausfallen, solltest du vielleicht das ein oder andere Abo kündigen oder zumindest nach einer günstigeren Alternative schauen.

#5 – Du lässt dein Geld nicht für dich arbeiten

Wer richtig finanziell fit werden will, der darf nicht beim Geld sparen aufhören.

Viele machen den Fehler, dass sie zwar Geld zurücklegen, es dann aber auf einem Tagesgeldkonto oder Sparkonto liegen lassen. Bei den aktuellen Zinssätzen und der durchschnittlichen Inflationsrate bedeutet das dann vor allem eins:

Du verlierst regelmäßig an Kaufkraft!

Durch die Inflation ist dein Geld jeden Monat etwas weniger wert als zuvor. Das wollen wir natürlich vermeiden. Deshalb legen wir Geld an. Damit es für uns arbeitet.

Was das bedeutet und was du dabei beachten musst, habe ich bereits in diesem Artikel genauer erklärt.

Es gibt natürlich alle möglichen Geldanlagemöglichkeiten, und letztendlich muss jeder die Anlage finden, die für ihn oder sie passt.

Ich selbst habe bisher gute Erfahrungen mit Privatkrediten (bei auxmoney und Mintos) und mit ETFs (börsengehandelte Fonds) gemacht.

Du willst vielleicht eher in Sachwerte, wie Edelmetalle oder Immobilien investieren.

Wichtig ist nur, dass du dein Geld überhaupt investierst.

Denn allein durch Sparen wird es schwierig, Vermögen aufzubauen.

Fazit

Wenn du noch nicht finanziell fit bist, kann das mehrere Gründe haben. Wenn du an den folgenden Punkten arbeitest, wird dein Kontostand dir schon bald keine Sorgen mehr bereiten 😉

  •  Falls du dich noch nicht jeden Monat zuerst selbst bezahlst, fang damit an. Übrigens: Kein Monat wird ausgelassen!
  • Erhöhe bei einer Gehaltserhöhung (oder mehr monatlichem Einkommen) nicht deinen Lebensstandard, sondern deine Sparrate.
  • Mach dir immer wieder bewusst, dass materieller Besitz nicht glücklich macht. Wenn du dir mal was Schönes gönnen willst, kauf dir lieber ein besonderes Erlebnis.
  • Überprüfe regelmäßig deine laufenden Kosten und passe sie gegebenenfalls an.
  • Investiere dein Geld intelligent, damit dein Vermögen nicht von der Inflation aufgefressen wird.

Welche Tipps für finanzielle Fitness hast du noch?

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